Jahrestagung AG Kommunale Denkmalpflege des Dt. Städtetages

BeethovenHausIch freue mich, die Arbeitsgruppe „Kommunale Denkmalpflege“ des Deutschen Städtetages anlässlich der 35. Jahrestagung hier im Alten Rathaus begrüßen zu können. Ein Ort der zum Thema der Tagung „Was bleibt – aufgelassene Orte der (staatlichen) Repräsentation“ natürlich besonders gut passt, denn hier in diesen Räumen und in unserer Stadt, die ja auch als Wiege des Grundgesetzes bezeichnet wird, hat Repräsentation eine besondere Rolle gespielt. und sie tut dies auch heute noch.
Wir haben als Stadt und insbesondere als Bundeshauptstadt wichtige Funktionen für unser Land eingenommen. Hier wurden Könige gekrönt und Bundespräsidenten gewählt und auch heute haben wir als Bundesstadt und als deutsche Stadt der Vereinten Nationen wichtige Funktionen. Unsere Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten einen einzigartigen Strukturwandel erfolgreich gemeistert.

Ein sichtbares Symbol für diesen Strukturwandel ist der Bonner UN-Campus. 18 Organisationen der Vereinten Nationen arbeiten in Bonn unter dem gemeinsamen Motto „Für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung weltweit“. Viele wichtige Konferenzen zu diesem Thema finden in Bonn statt.

Das Alte Rathaus ist nach wie vor der Ort für Empfänge, für Ehrungen und für Eintragungen in das Goldene Buch der Stadt. Zahlreiche gekrönte Häupter, Staatspräsidenten und berühmte Persönlichkeiten aus der ganzen Welt waren hier zu Gast. Sie sind alle – genau wie Sie soeben – über die Freitreppe ins Alte Rathaus gekommen. Darunter waren neben Königin Elisabeth von England, Mutter Theresa und dem Dalai Lama auch John F. Kennedy und der französische Präsident de Gaulle.
Das Alte Rathaus ist eines der Wahrzeichen Bonns und seit über 700 Jahren Sitz der bürgerlichen Selbstverwaltung. Die Grundsteinlegung fand am 24. April 1737 durch Clemens August, Kurfürst und Erzbischof von Köln, statt. Nach Plänen des kurfürstlichen Hofarchitekten Michel Leveilly wurde das Haus erbaut, von dem 1944 nach einem Bombenangriff nur noch die Grundmauern stehen. 1949 begann der Wiederaufbaus des Rokokobaus und erst in den Jahren 2010/2011 wurde das Rathaus aus Mitteln des Konjunkturpaketes II umfassend saniert. Die historische Freitreppe, die durch Staatsbesuche und Empfänge weltbekannt ist, und die Fassade waren in die Jahre gekommen.
Auch in den Innenräumen war Bonns „gute Stube“, wie sie von vielen liebevoll genannt wird, schon lange kein Schmuckstück mehr. Dringend erforderlich war zudem eine energetische Sanierung des Rathauses. Die renommierten Architekten Rittmannsperger und Partner aus Darmstadt, die eine lange Erfahrung in der Restaurierung historischer Gebäude haben, wurden daher vom Städtischen Gebäudemanagement mit der Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes beauftragt.
Das Rathaus ist das Gesicht der Stadt, das viele Menschen weltweit mit Bonn verbinden. Nur ein sehr kleiner Teil der Verwaltung ist hier untergebracht. Es ist wichtig, dass hinter den Rathausmauern die Abläufe und Aufgaben gut organisiert sind und im besten Sinne verwaltet werden. Es ist aber auch wichtig, dass ein Rathaus, und noch dazu eines, das an so schöner und exponierter Lage hier mitten in der Bonner Innenstadt am Markt liegt, eine gute Außenwirkung hat. Für die gute Koordination und Qualität der Abläufe innerhalb der Verwaltung ist der Oberbürgermeister gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortlich.

Verantwortlich ist eine Stadt aber auch für den Zustand ihrer Liegenschaften. Neben der Instandhaltung und Sicherheit von Gebäuden kommen bei historischen Bauten wie dem Alten Rathaus konservatorische Aspekte hinzu. Angesichts der sehr angespannten städtischen Haushaltslage können wir oftmals das, was notwendig wäre, nicht sofort ausführen, das, was wünschenswert wäre, bleibt oft lange auf der Wunschliste stehen, weil wir die finanziellen Mittel für andere, dringendere Aufgaben einsetzen müssen und uns genau überlegen müssen, was wir uns als Stadt verantwortlich leisten können.
Ein Stück kommt man manchem Traum näher, wenn man engagierte Unterstützer hat. Und die haben wir!
Damit „unser“ Rathaus wieder zu einem Blickfang wird, hat sich im Oktober 2009 der Verein „Altes Rathaus“ gegründet. Anliegen des Vereins war und ist es, das Gebäude nach der grundlegenden Sanierung durch die Stadt unter denkmalpflegerischen Aspekten dauerhaft zu erhalten und zu pflegen. Der Verein „Altes Rathaus“ sammelt dazu projektbezogen Mittel und stellt diese zweckgebunden zur Verfügung. Diese Spenden haben manchen Traum realisierbar gemacht, den wir uns sonst nicht hätten leisten können. Neben der Restaurierung der beiden großen Gobelins hier im Saal, der Sanierung des Wappens und der Stuckaturen an der Rathausuhr außen an der Fassade, verdanken wir dem Verein unter anderem auch die Restaurierung von insgesamt vier Ölgemälden.

Bonn kann auf eine mehr als 2000jährige Geschichte zurückblicken, da gibt es auch für die kommunale Denkmalpflege viel zu tun! Ein Beispiel ist der Geburtsort Beethovens. Ludwig van Beethoven, der große Sohn unserer Stadt, wurde nur wenige Schritte hier vom Alten Rathaus entfernt – im Dezember 1770 geboren. Das Beethoven-Haus gehört daher zum Pflichtprogramm eines jeden Bonn-Besuchers. Bonn feiert im Jahr 2020 den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens als nationales und internationales Ereignis. Das ist doch ein guter Anlass.

10. Petersberger Symposium

petersberg_obenDer übliche Tagungsort des Symposiums, der Petersberg, stand in diesem Jahr aufgrund Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung.
Darum findet das Symposium zum ersten Mal auf „Bonner Boden“ statt, worüber ich mich sehr freue. Bonn ist vielseitig, Bonn ist spannend und Bonn ist lebendig. Lassen Sie mich Ihnen Ihren diesjährigen Kongressstandort kurz vorstellen.

Die Stadt Bonn hat eine bewegte Geschichte: Die Herrschaft der Römer und der Kurfürsten, die Musik Ludwig van Beethovens, die Kunst August Mackes und die Bundespolitik seit Konrad Adenauer haben unsere Stadt während ihrer über 2000-jährigen Geschichte geprägt.
Heute sind wir eine internationale Stadt, in der rund 320.000 Menschen aus fast allen Ländern der Erde friedlich zusammenleben.
Bonn ist als Bundesstadt nach wie vor zweites politisches Zentrum in Deutschland, gewinnt aber auch immer mehr Bedeutung als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Mittelpunkt der Wissenschaftsstadt Bonn ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität.
Die traditionsbewusste, international operierende Forschungsuniversität genießt weltweit einen sehr guten Ruf. Zur Bonner Universität gehört auch das Universitätsklinikum Bonn mit über 30 klinischen Abteilungen und 20 Forschungseinrichtungen.
Darüber hinaus haben vielfältige medizinische und gesundheitsorientierte Einrichtungen ihren Sitz in Bonn.
Es gibt mehr als 20 Krankenhäuser, Fachambulanzen und Tageskliniken. Etwa 2.700 Ärzte, die über 40 Fachgebiete vertreten, sind in Bonner Krankenhäusern und Arztpraxen tätig. Dieses Angebot wird durch eine große Zahl von Organisationen und Institutionen aus dem Gesundheitsbereich abgerundet. Nationale und internationale Forschungseinrichtungen mit gesundheitlichem Schwerpunkt wie beispielsweise das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten oder das Europäische Zentrum für Gesundheit und Umwelt der WHO haben zudem ihren Sitz in unserer Stadt.
Die Stadt Bonn und die umliegenden Gemeinden können sich glücklich schätzen, dass erstklassig ausgebildete und engagierte Ärzte in einer hohen Dichte angesiedelt sind.

Ich freue mich, dass Sie alle die Möglichkeit nutzen, sich mit anderen Experten auszutauschen und weiter zu vernetzen. Wissenschaft lebt nicht nur durch Forschung und Lehre, Sie lebt auch durch den Dialog von Fachleuten, die beim Petersberger Symposium erfolgreich zusammen gebracht werden.
Sie alle, verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, erörtern in den kommenden Sitzungen, wie gut die Fachgebiete der Radiologie, der Orthopädie und der Unfallchirurgie bei diversen Erkrankungen des Bewegungsapparates bereits zusammen arbeiten.
Sie werden sich darüber austauschen, wie die Interdisziplinarität in Zukunft noch besser funktionieren könnte. Wenn die eine Seite die genauen Anforderungen und Möglichkeiten der anderen Seite kennt, dann kann wesentlich schneller eine Diagnose mit den erforderlichen Informationen für die weiteren Behandlungsschritte erstellt werden. Das ist gut für uns alle!

Eröffnung der Fairen Woche 2016

160513_faire_woche_204x144Auch in diesem Jahr wird in der Aktionswoche unter dem Motto „Fairer Handel wirkt!“ für nachhaltigen Konsum und das faire Handeln von Produkten geworben. Der Stadt Bonn als „Fair Trade Town“ ist der faire Handel ein wichtiges Anliegen. Schon lange liegt bei Entscheidungen in der Beschaffung ein besonderes Augenmerk auf Sozialstandards und Umweltkriterien.
Seit dem ersten Beschluss zur Verhinderung der schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit im Jahre 2004, beschäftigt sich der städtische Einkauf mit der Thematik. Die Stadt Bonn hat inzwischen eine landes- und bundesweit anerkannte Vorreiterrolle für andere Kommunen und ist gefragter Gesprächspartner auf dem Themenfeld der sozialgerechten Beschaffung.
Aus diesem Anliegen heraus, hat die Stadt Bonn 2015 in Kooperation mit der Frauenrechtsorganisation FEMNET ein anspruchsvolles Projekt ins Leben gerufen: Es wurde beschlossen, Dienst- und Schutzkleidung für die Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün fair zu beschaffen. Von Bedeutung war, dass wir bewusst über den Rahmen des Tariftreue- und Vergabegesetzes hinaus, ein Mehr an Sozialstandards fordern wollten.

Berufsbekleidung wird ebenso wie Alltagskleidung größtenteils unter menschenverachtenden Umständen hergestellt. Für die Produktion werden Arbeitskräfte von Unternehmen ausgebeutet, die sich nicht an die ILO-Kernarbeitsnormen halten. Getreu dem Motto „Gute Arbeit fairbindet“ fördern wir menschenwürdige Produktionsbedingungen und erhalten dafür hochwertige Arbeitsschutzkleidung für unsere Mitarbeiter, damit diese gute, sichere und „fair gekleidete“ Arbeit verrichten können.
Wir sind stolz darauf, dass wir den Weg der fairen Beschaffung von Berufskleidung eingeschlagen haben. Es ist wichtig, dass genau hinterfragt wird, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert wurde. Der Faire Handel schafft in den Herstellerländern viel Positives für die Angestellten und deren Familien. Die Anbieter halten internationale Arbeitsnormen ein: Sie müssen zum Beispiel eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden mit maximal zwölf freiwilligen Überstunden anbieten, einen existenzsichernden Lohn zahlen und geregelte Beschäftigungsverhältnisse garantieren. Darüber liefern die Hersteller Nachweise über Produktionsbedingungen und machen Transportwege transparent.
Der erste Teil der Zusammenarbeit zwischen FEMNET und Stadt war erfolgreich, denn die Zuschläge für Hosen, Schutzjacken und Winterwesten für den Gärtner- und Forstbedarf wurden an Produzenten und Händler vergeben, die entweder bereits glaubhafte Gütezeichen vorweisen können oder aber mit einem klaren Plan zugesichert haben, Schritte zur Umsetzung von Sozialmaßnahmen zu ergreifen.
In einem weiteren Schritt sollen nun alle Sportstättenpflegedienste, Bademeisterinnen und Bademeister mit fairer Dienstkleidung ausgestattet werden. Außerdem sollen fair produzierte Sportbälle für Bonner Schulen angeschafft werden.

Für Bonn, als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, ist es selbstverständlich Themen der Nachhaltigkeit auf den kommunalen Alltag runterzubrechen und umzusetzen. Auch in unseren Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, wie z.B. Cape Coast in Ghana, La Paz in Bolivien und Buchara in Usbekistan kooperieren wir zu Themen der kommunalen Daseinsvorsorge, zu Klimaschutz und Klimaanpassung, im Bereich erneuerbare Energien und setzen gemeinsame Projekte um. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für eine globale nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene.

25. Jubiläum „Südwind e.V.“

25Jahre-SWIch möchte dem Südwind-Institut meine allerherzlichsten Glückwünsche zum 25-jährigen Jubiläum aussprechen.
25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – dies ist ein beeindruckender Zeitraum. Als Südwind 1991 gegründet wurde, waren kalter Krieg und atomare Aufrüstung sowie Demokratisierungsbewegungen im Osten prägende Eindrücke der globalen Situation. Heute sind Flucht und Migration, verursacht durch verheerende Bürgerkriege und wirtschaftliche Unsicherheit die prägenden Bilder. Die Themen haben sich verändert, aber die Auswirkungen von Globalisierung und wirtschaftlicher Ungleichheit sind heute fast mehr denn je sichtbar, auch hierzulande. Südwind hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, weltweit wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit zu fördern. Dazu liefern die Engagierten bei Südwind seit 25 Jahren fundierte Studien und entwicklungspolitische Analysen. Sie brechen diese großen komplexen, manchmal auch erdrückend erscheinenden Sachverhalte zu greifbaren Themen herunter. Mit ihrer 2015 begonnenen Kampagne „Change your shoes“ beispielsweise wutrde erstmals unseren Blick darauf gelenkt, was unsere Schuhe konkret mit der Arbeitssituation in China, Indien und Indonesien zu tun haben. Aber die Arbeit hört dort nicht auf. Südwind übersetzt diese Analyseergebnisse auch in Handlungsmöglichkeiten. Sie zeigen auf, wie Verbraucherinnen und Verbraucher, Zivilgesellschaft und Unternehmen konkret zu einem weltwirtschaftlichen Wandel beitragen können. Aufgrund der Mitwirkung Südwinds in zahlreichen kirchlichen, entwicklungspolitischen und unternehmerischen Netzwerken haben sie dabei eine beachtliche Reichweite erlangt.

Wie man auch in der heutigen Fachveranstaltung sehen konnte, spricht Südwind dabei mit vielfältigen Akteuren, mit Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern. Südwind scheut sich nicht, Missstände zu benennen. Das Institut ist heute ein anerkannter Dialogpartner mit ausgewiesener Expertise, der auch von der Bundesregierung immer wieder konsultiert wird. Und – beinahe möchte man sagen „trotzdem“ – hat Südwind es über die letzten 25 Jahre hinweg geschafft, der Überzeugung treu zu bleiben, dass ein anderes Wirtschaftsmodell möglich ist.

Ich freue mich sehr, dass wir eine solche engagierte Organisation hier in der Region haben. Und seit 2014 ist Südwind auch direkt in Bonn im Werner-Schuster-Haus ansässig. In diesem städtischen Gebäude ist quasi ein Mini-NGO-Campus mit gleichgesinnten Organisationen beherbergt.
Es ist gut und wichtig für Bonn, dass wir solche Organisationen hier haben. So wird von den verschiedenen Akteuren in Bonn praktische Politik für eine globale Transformation gestaltet. Da sind die UN-Organisationen, die Bundesministerien, die wissenschaftlichen Institute, aber eben auch mehr als 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Und oft sind es gerade diese Organisationen, die den Wandel in der Gesellschaft initiieren, die das Saatkorn ausstreuen und keimen lassen.

Auch als Kommune sehen wir unsere Verantwortung in globalen Zusammenhängen. So engagieren wir uns konkret in sechs Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, zu Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge und des Klimawandels. Zusammen mit Kooperationspartnern führen wir Veranstaltungen durch, um die Agenda 2030 und die globalen Nachhaltigkeitsziele in Bonn bekannter zu machen. Darüber hinaus möchte die Stadt Bonn die Umsetzung der 2030-Agenda konkret hier vor Ort voranbringen. Daher beteiligen wir uns als eine von NRW-weit 15 Kommunen am Modellprojekt „Global nachhaltige Kommune“. Ziel ist es dabei, eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und so nachhaltiges Handeln in Bonn weiter voran zu bringen.
Die Unterstützung des fairen Handels beispielsweise ist ein Baustein dabei. Gerade beginnt ja wieder die faire Woche. Ich selbst werde heute die Auftaktveranstaltung dazu im Haus der Bildung eröffnen. Bei der Eröffnungsveranstaltung wird unsere faire Dienstkleidung für die Gärtner der Stadt Bonn präsentiert. Zusammen mit der Frauenrechtsorganisation Femnet sind wir das Thema sozialverantwortlicher Einkauf von fairer Dienstkleidung angegangen. Nachdem zuerst das Amt für Stadtgrün auf faire Dienstkleidung „umgerüstet“ hat, wird die faire Beschaffung für Dienstkleidung jetzt im Sport- und Bäderamt fortgesetzt. Künftig werden auch die Bademeister der Stadt Bonn Kleidung aus sozialverantwortlicher Produktion tragen.

Ich denke, ohne das Engagement von einer Organisation wie Südwind wären wir heute nicht so weit. Wir würden nicht so viel wissen über Produktionsbedingungen in der Welt. Weniger Menschen wäre bewusst, dass wir auch unser eigenes Handeln ändern müssen. Weniger Menschen wüssten, was konkret sie dafür in ihrer Umgebung tun können. Daher ein Dankeschön an Südwind für 25 Jahre tolle Arbeit!

„Klang und Leben“ in der Kursana Villa Bonn

Bonn-Seniorenheim-Hausansicht-PflegeheimIch freue mich sehr, als Bürgermeisterin heute die Grüße der Stadt zu einem musikalischen Nachmittag überbringen zu dürfen. Heute wird die Musik in den Mittelpunkt gerückt, gleichzeitig aber auch als eine Art Therapie nutzt. Musik verbindet nicht nur Menschen, sie rührt uns auch auf einer ganz anderen Ebene an. Das tut sie bei gesunden Menschen ebenso wie bei kranken Menschen. Genau hier setzt das Konzert „Klang und Leben“ an. Es verbindet die musikalische und die therapeutische Begleitung von Menschen mit Demenz. Ein Projekt, das natürlich wunderbar zu einer Pflegeeinrichtung passt, die in der Geburtsstadt Ludwig van Beethovens beheimatet ist.

Ich wünsche mir, dass die heutige Veranstaltung zu einem offeneren Umgang mit dem Thema Demenz beiträgt. Ich hoffe, dass Sie allen Anwesenden Mut und Kraft, aber auch ein Stück Leichtigkeit zu verschaffen vermag. Demenzerkrankungen wird heute glücklicherweise sehr viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt als das noch vor etwa 10 Jahren der Fall war. Damals haben wir in Bonn auf Initiative des Hauses der Bonner Altenhilfe den „Arbeitskreis Demenz“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bonner Krankenhäusern, stationären und ambulanten Einrichtungen, der niedergelassenen Ärzteschaft und der Verwaltung gegründet.

Schon damals strebten die Mitglieder dieses Gremiums die Weitergabe von Informationen und die Hilfestellung für Angehörige und Betroffene an. Heute spiegelt das enorm erweiterte Netzwerk um den Arbeitskreis die gewachsene gesellschaftliche Bedeutung, um nicht zu sagen „Brisanz“ des Themas wider. Demenz ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Der Schlüssel zu Lebensqualität und Wohlbefinden findet sich oftmals jenseits medizinischer Betrachtungsweisen in Angeboten, wie wir es heute hier in der Kursana Villa erleben dürfen. Die Seniorenresidenz ermöglicht Älterwerden in größtmöglicher Selbständigkeit. Sie trägt zur Lebensqualität im Alter bei. Die Angebote werden von den Menschen geschätzt, angenommen und nehmen an Bedeutung zu. Insbesondere das Konzept des Hauses zur Betreuung demenzkranker Menschen ist beispielhaft. Das Haus verfolgt individuelle Konzeptansätze, die sich am einzelnen Menschen und seinen Interessen und Lebensumständen orientieren. Die Villa Camphausen war die erste Einrichtung in Bonn, die Räume für die verschiedenen Stufen der Demenz eingerichtet hat. Für dieses Engagement möchte ich an dieser Stelle der Direktion, dem Pflegedienst und allen, die sich in die Arbeit für demenzerkrankte Bewohnerinnen und Bewohner einbringen, sehr herzlich danken.

Das Erscheinen des Themas „Demenz“ im Kontext zu Musik; aber auch zur Kunst oder zur sportlichen Betätigung zeugt von einer Öffnung für die Bedürfnisse einer wachsenden Gruppe erkrankter älterer Menschen. Es bieten sich neue, bisher vielleicht unkonventionell anmutende Möglichkeiten des Verstehens, der Begleitung und Betreuung. Diese positive Veränderung wünsche ich mir auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Es bleibt daher zu hoffen, dass das Projekt der musikalischen und therapeutischen Begleitung von Menschen mit Demenz Schule macht.