Femnet: Vorstellung des fairen Einkaufsführers

Die heutige Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten „Fairen Woche“ statt. Noch bis zum 29. September finden in Bonn und der Region zahlreiche Veranstaltungen statt.
So können Sie fair gehandelte Produkte für sich entdecken und die Bedeutung und Wirkung des fairen Handels für eine weltweite nachhaltige Entwicklung kennenlernen.

Im Rahmen des heutigen Abends wird unter anderem die mittlerweile 4. Neuauflage der von Femnet komplett überarbeiteten Broschüre für den Einkauf von fairer Kleidung in Bonn vorgestellt. Im Dezember 2013 haben wir hier im Alten Rathaus die erste Auflage dieses Einkaufsratgebers für faire Kleidung in Bonn vorgestellt.

2013 waren die Eindrücke von Rana Plaza noch frisch. Mit den Bildern der im April 2013 eingestürzten Textilfabrik in Bangladesh, mit den Nachrichten über die mehr als 1.000 dabei ums Leben gekommenen Textilarbeiterinnen erhielten die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche weltweite Aufmerksamkeit. Der Zusammenhang zwischen unserem Kleidungs-“konsum“ und der Situation der Textilarbeiterinnen in vielen Ländern war mit diesem tragischen Ereignis auf drastische Weise sichtbar geworden. Viele Menschen horchten auf.
Seitdem ist vieles passiert. So wurde 2014 unter Federführung des BMZ das Bündnis für nachhaltige Textilien gegründet, bei dem Femnet ja auch Mitglied ist.
Mehrere Filme im Kinoformat zum Thema wurden gedreht und erzielten große Aufmerksamkeit. Gerade letzte Woche wurde im Rahmen der Bonner Filmfair, die die Stadt Bonn unterstützt, die Dokumentation „The True Cost“ vor ausverkauftem Haus gezeigt – ein Zeichen, dass großes Interesse an diesem Thema besteht.

Mit der heutigen Veranstaltung heute möchten wir als Stadt Bonn gemeinsam mit Femnet zeigen, wie in Bonn konkret die Produktion von Textilien unter sozial verträglichen Arbeitsbedingungen unterstützt werden kann. Die Zahl der Läden in Bonn, die ausschließlich faire Kleidung verkaufen, hat sich zwar erhöht, aber noch immer ist es nicht leicht, fair und ökologisch hergestellte Textilien zu finden.
Daher begrüße ich es sehr, dass mit der heutigen Veranstaltung eine Art Kompass gegeben wird. Da ist zum einen die neue Auflage der Broschüre für den Kauf von fair und ökologisch produzierter Kleidung. Diese Informationen gehen zusätzlich nun auf der Internetseite „buy good stuff“ online, so dass man schnell auch auf dem Smartphone Geschäfte finden kann, die faire Kleidung anbieten.

Die gesamte Lieferkette von Textilien ist oft komplex und für den einzelnen immer noch oft schwer zu durchschauen. In der anschließenden Diskussion können Sie mehr über Textilsiegel erfahren, die uns als Konsumenten und Konsumentinnen beim Weg durch den Kleiderdschungel unterstützen können. Der heutige Abend soll dazu beitragen, Transparenz zu schaffen und die Frage beantworten: Welchen Siegeln und Organisationen kann man vertrauen?
Erwähnen möchte ich aber auch das Engagement der Stadt Bonn im Bereich Beschaffung. Als Stadt, die öffentliche Mittel verausgabt, kommt uns hier eine besondere Verantwortung zu.
Mit Unterstützung und Beratung durch Femnet haben wir in einem mehrjährigen Prozess praktikable Methoden entwickelt für die Berücksichtigung von Sozialstandards bei der Beschaffung von Dienstkleidung des städtischen Grünpflegeteams. Teilweise ist es nämlich gar nicht so leicht, Hersteller zu finden, die entsprechend produzieren. Im Dialog konnten wir Firmen von unserem Anliegen überzeugen und sie motivieren, sich mit diesem Thema zu befassen. Heute Abend können Sie bei der Modenschau auf der Bühne das Ergebnis dieses Prozesses sehen.

Für diese Zusammenarbeit und die guten Ergebnisse möchte ich mich bei Femnet herzlich bedanken!

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