Bonner Grüne fordern die sofortige Räumung des Uni-Hochhauses im AVZ III

Das Informatik-Hochhaus im AVZ III an der Römerstraße bleibt nach wie vor hoch mit giftigem PCB belastet. Trotz der eingesetzten Luftwäscher konnten die Werte bisher nicht auf den von der Bezirksregierung geforderten Wert von 360ng/m3 herunter gewaschen werden. Nach einem Brand im Mai, von zwei Luftwäschern ausgelöst, bleiben weite Teile des Neubaus verseucht und unbenutzbar – nicht nur durch PCB, nun auch wegen Ruß.

Dabei sind die Hörsäle mit hohen Werten von 1700 ng/m3 und über 2000 ng/m3 besonders belastet. Sie haben meist keine Fenster und können daher nicht natürlich belüftet werden.
„Nach meinem Wissen fanden hier noch im Sommersemester 2009 mehrstündige Prüfungsklausuren statt. Das ist unzumutbar“, äußert sich dazu die Vorsitzende des Unterausschusses für Wissenschaft und Forschung, Angelica Maria Kappel.

Die GRÜNEN sind erstaunt, dass zudem die vom Vermieter BLB NRW beauftragte Firma regelmäßig niedrigere PCB-Werten misst , als die von den Mitarbeitern des Instituts für Informatik mittlerweile selbst in Auftrag gegebenen Messungen ergeben.
„Die Mitarbeiter werden offensichtlich zur Selbsthilfe gezwungen, es ist daraus abzulesen, dass ihre Sorgen und Probleme von der Universitätsleitung nicht ernst genommen werden.“

Universitätsverwaltung und der Vermieter BLB NRW zögern, das Gebäude endlich zu räumen. Dabei liegen außer den extrem hohen PCB-Messwerten mittlerweile öffentliche Äußerungen des Institutsvorstands vor, aus denen hervorgeht, dass einige Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz im Hochhaus des AVZ III liegt, erhöhte PCB-Werte im Blut hätten.
Frau Kappel: „Da ist Gefahr im Verzug und eine sofortige Räumung des Gebäudes ist die einzig denkbare Reaktion“.

Mittlerweile ist das Thema PCB an der Uni Bonn auch im Landtag angekommen. Die Grünen im Landtag NRW haben eine Anfrage auf den Weg gebracht, die
u.a. fragt welche Maßnahmen die Landesregierung seit 2005 ergriffen hat , um dafür zu sorgen, dass für die betroffenen MitarbeiterInnen und Studierenden Alternativ-Angebote in unbelasteten Räumen zu Verfügung gestellt werden, solange die PCB-Konzentration in den belasteten Räumen noch nicht unter den Vorsorgewert reduziert wurde, siehe
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-9883.pdf

Angesichts eines von der Landesregierung angekündigten Millionen-Geldsegens für die Gebäude der Universität Bonn sollte in einer Universitätsstadt, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, eine angemessene Lösung des Problems möglich sein.

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