20 Jahre UNESCO-Projektschule Robert-Wetzlar-Berufskolleg

Passender, als mit einem „Tag der Menschenrechte“, kann man den Anlass „20 Jahre UNESCO-Projektschule“ nicht begehen. Es freut mich, als Bürgermeisterin im Namen der Stadt Bonn dabei sein zu dürfen. Ich gratuliere dem Robert-Wetzlar-Berufskolleg sehr herzlich zu der Auszeichnung UNESCO-Projektschule, die dem Kolleg vor 20 Jahren verliehen wurde und die Sie alle als Schulgemeinschaft seitdem gemeinsam leben. Das Berufskolleg selber ist ja viel älter. Ich erinnere mich gut an die 100-Jahr-Feier im Jahr 2005, dem Jahr, in welchem ich selbst den Dienst an einem Berufskolleg aufnahm.

Das Engagement als UNESCO-Projektschule passt gut zu Bonn, der internationalen Stadt, der deutschen UNO-Stadt und der Stadt, in der Menschen aus nahezu allen Ländern der Erde zu Hause sind. Wir wollen Vielfalt leben und fördern, und wir wollen uns in unserem Miteinander als Stadtgesellschaft von Respekt und Toleranz leiten lassen und Vielfalt als Chance begreifen.

RWBVoraussetzung für die Verleihung des Prädikats UNESCO-Projektschule ist, dass die Schule das Ziel der UNESCO, die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusammenarbeit, in all ihren schulischen und außerschulischen Bereichen aktiv unterstützt. Hier am Robert-Wetzlar-Berufskolleg gelingt dies seit zwei Jahrzehnten äußerst erfolgreich.
Die Schule ist daher ein gutes Beispiel wie Verständigung und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg gelingen kann. Sie trägt damit dazu bei, dass unsere Stadt, die übrigens ja der Sitz der Deutschen UNESCO-Kommission ist, mit gutem Beispiel vorangeht, wenn es darum geht, Ausgrenzung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit entschieden gegenüber zu treten. Wie ernst es uns damit ist, können wir Bonnerinnen und Bonner gerade in diesen Wochen unter Beweis stellen, wenn es darum geht, den Flüchtlingen, die zu uns kommen und Unterkunft und Zuflucht suchen, mit einer offenen Willkommenskultur zu begegnen.

Wir wissen es als Stadt sehr zu schätzen, dass die Deutsche UNESCO-Kommission ihren Sitz in Bonn hat. Die Deutsche UNESCO-Kommission war übrigens auch für die Umsetzung der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Deutschland zuständig, die Ende dieses Jahres ausklingt. Bonn ist von der Deutschen UNESCO-Kommission als eine der ersten Städte als „Kommune der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung galt jeweils für zwei Jahre und es macht uns sehr stolz, dass wir diesen Titel insgesamt dreimal bekommen haben. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein weiteres wichtiges Thema für Bonn, das gerade auch in einer Schule gut aufgegriffen werden kann, denn wir brauchen auch dazu Multiplikatoren.

RWB MultiKultiWir brauchen Menschen, die für das, was ihnen wichtig ist, eintreten sei es für den Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit oder eben für den Schwerpunkt der UNESCO-Projektschule, für Vielfalt und Verständigung.
Bonn ist eine internationale Stadt, bei uns leben Menschen aus rund 180 Nationen zusammen. Die Zahl ändert sich von Zeit zu Zeit, aktuell waren es letzte Woche 183 Nationen. Wenn man weiss, das es z. Zt. ca. 193 Nationen auf der Erde gibt, lässt sich sagen. In Bonn ist die Welt zuhause. Und ich hoffe, dass sie sich auch bei uns zuhause fühlt! Dafür tut die Stadt Bonn viel. Und mit „die Stadt“ meine ich nicht nur die Stadtverwaltung und die Fachpolitiker. Damit ist vor allem die Zivilbevölkerung gemeint, die Bürgerinnen und Bürger, die sich in Vereinen, Organisationen und Freundeskreises freiwillig für das Internationale Bonn engagieren. Dazu gehören auch die Schulen und die engagierten Lehrer, die sich neben ihren „normalen“ Verpflichtungen noch für Projekte engagieren.

Daher danke ich allen, die sich am Robert-Wetzlar-Berufskolleg für Vielfalt und Verständigung stark machen, ganz herzlich für ihr Bemühen und ihr Engagement. Im Schulalltag lässt sich dies mitunter nicht immer leicht leben, es ist daher umso wichtiger, Gesprächsbereitschaft zu zeigen und offen zu bleiben.
Unsere Stadt und ihre Menschen präsentieren sich in einer wunderbaren Vielfalt. Lassen wir sie auch in Zukunft gemeinsam gestalten!

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