…hörst Du den Brachvogel? Ausstellungseröffnung im Künstlerforum Bonn

Das neue Jahr ist bereits einige Tage alt, und ich hoffe sehr, dass Sie mit Ihren Familien, Freunden und Bekannten die zurückliegenden Feiertage angenehm verbracht haben. Ich freue mich, heute im Künstlerforum Bonn die Neujahrsgrüße der Stadt Bonn überbringen zu dürfen und wünsche allen für 2015 Kreativität, Optimismus und viele inspirierende Momente.

Die Bonnerin Margret Schopka hat das Künstler-Symposium am Stiflisdal–See ins Leben gerufen, und wir kommen heute in den Genuss der Arbeitsergebnisse, die hier im Künstlerforum bis zum 1. Februar zu sehen sein werden. Es freut mich sehr, dass die Konsulin von Island, Frau Adenauer-Bieberstein, Zeit gefunden hat, zu dieser Vernissage zu uns nach Bonn zu kommen.

Das Künstlerforum ist ein Ort, an dem die Bedeutung von Kunst in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen erfahrbar wird. Ein Ort, an dem erlebbar wird, was Kunst zu sagen und auszulösen imstande ist.
Wie wichtig Kunst in unserer Gesellschaft ist, erfahren wir täglich. Bilder sagen nicht nur mehr als die berühmten tausend Worte. In einer Welt, die zunehmend von Algorithmen bestimmt wird, fungiert Kunst vielmehr als zentrale Metapher, durch die all das, was für uns unsichtbar, unverständlich ist, wieder zum begreifbaren Anschauungsmaterial werden kann.
Bei ihrer Arbeit auf Island haben die Künstlerinnen sich von den Geräuschen der Natur inspirieren lassen, die sich in ihren Kompositionen widerspiegeln. Auch diese Arbeiten zeigen, dass Kunst so etwas wie eine zentrale Übersetzungshilfe ist. Sie öffnet uns die Augen und macht die Welt auf einer tieferen Ebene erkennbar.

Kunst, das Engagement und das Wirken von Künstlerinnen und Künstlern und das Engagement derer, die Kunst präsentieren, schafft somit Orte, an denen wir – die Gesellschaft – sich darüber klar werden kann, wer wir sind. Eine Stadt braucht solche Orte und sie braucht Menschen, die diese Orte schaffen und die Begegnung mit Kunst ermöglichen.
Auch durch die Arbeiten, die hier im Künstlerforum zu sehen sind, wird diese Begegnung möglich. Ich danke allen, die daran Ihren Anteil haben und die über den heutigen Tag hinaus dafür arbeiten, dass Bonn eine Stadt ist, in der Kunst und Kultur immer ihren festen Platz haben werden.

Unsere finanziellen Mittel als Stadt sind begrenzt. Eine Stadt, die aber gemeinschaftlich an die Kraft des Kreativen glaubt, eine Stadt, in der die Menschen erkannt haben, dass Kunst die Fähigkeit besitzt, uns etwas Elementares über uns mit ihren ureigenen visuellen Möglichkeiten mitzuteilen, diese Stadt wird nie arm werden, meine Damen und Herren. Lassen Sie mich daher schließen mit einem Text von Hermann Hesse, der nicht nur Schriftsteller war, sondern auch gemalt hat, und der dies – wie ich finde – wunderbar beschreibt:

Wenn wir heute in einer Welt der Zwecke
und in einer Welt der Machbarkeiten,
nichts mehr hätten von der Fanthasie,
von der Freude am Schönen,
von der Freiheit der Farben
und vom Schmücken der Säle
dann wären wir mitten in dem, was uns umgibt,
die ärmsten Menschen.

Lassen wir in diesem Sinne das neue Jahr gestalten!

Ein Gedanke zu „…hörst Du den Brachvogel? Ausstellungseröffnung im Künstlerforum Bonn

  1. Maresa Jung

    Hallo liebe Frau Kappel – Danke für Ihren schönen Beitrag zu unserer Ausstellung im Künstlerforum „….hörst du den Brachvogel?“

    Ein gutes 2015 für Sie – wir wünschen Ihnen und natürlich auch uns, daß Sie weiter ganz nah am künstlerischen Geschehen Ihrer Stadt sein können.

    Herzlichen Gruß
    Maresa Jung von der Island Künstlergruppe

    Antworten

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