Podiumsdiskussion: Intelligente Dinge – Helfer oder Herrscher?

follow meGestern fand in der Bundeskunsthalle die dritte Veranstaltung der Talkreihe zur Digitalen Gesellschaft „Follow Me“ statt.  Das Thema „Intelligente Dinge – Helfer oder Herrscher?“  war spannend: wie weit lasse ich mich als Mensch auf die neue Technik ein?  Wie weit bin ich bereit, Verantwortung an eine autonome Maschine abzugeben?  Wie sind sie Geschäftsmodelle  der digitalen Gesellschaft? Die Veranstaltung überrraschte mich qualitativ, vor allem durch die gute Besetzung des Podiums. Auch der Moderator machte einen ausgesprochen guten Job, selbst wenn er sich zeitweise an dummen frauendiskriminierenden Klischees festhielt.

Constanze Kurz,  Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Club in Berlin, gab die erfrischendsten Statements zum Thema ab. Ihre Position sagt, dass die Annehmlichkeiten neuer technischer Errungenschaften nicht abzulehnen seien.  Sie forderte jedoch klare Regelungen zur IT-Sicherheit und transparente Geschäftsmodelle.

Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TU München, überzeugte mich gutem technischen Fachwissen und einer klar definierten Ethik, die jedoch nicht technikfeindlich ist. Er kritisierte, dass der Mensch die Technik an sich selbst misst, sich also zum Maß der Dinge macht, ohne zu hinterfragen, ob es nicht intelligentere Systeme gibt als den Menschen.

Rein Wolfs, Kunsthistoriker und Intendant der Bundeskunsthalle Bonn, machte Aussagen zur Autonomie der Kunst und künstlerischer Objekte. Auch in der Kunst kennt man den Begriff der Verselbstständigung der Dinge.

Angelica und WolframWolfram Burgard, Professor der Informatik und Robotik an der  Universität Freiburg und  ehemaliger Kollege an der Universität Bonn, zeigte die aktuellen Trends in der autonomen Robotik auf. Sein Credo lautet, dass man vorurteilsfrei und angstfrei an die „neuen Helfer“ herangehen sollte. Der Mensch kann sich durch neue Technik auch selbst verbessern.  Es hat mich sehr gefreut, dass wir nach der Podiumsdiskussion noch kurz die Gelegenheit hatten private Erinnerungen auszutauschen!

Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 von der DFG in Kooperation mit dem Deutschen Museum Bonn.  Ein weiteres schönes Stück Wissenschaftskommunikation in  Bonn. Wir brauchen mehr davon!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.