Iftar – Mahl mit der Al Muhajirin Moschee-Gemeinde

Datteln und MilchIslamisches Leben ist ein fester Bestandteil in unserem Alltag in der internationalen Stadt Bonn. Darüber sind wir froh und das zeigt sich bei vielen Gelegenheiten und an vielen Stellen das ganze Jahr über. Wir befinden uns heute jedoch in einer für Muslime ganz besonderen Zeit. Noch befinden wir uns im Fastenmonat, den die Muslime in der ganzen Welt derzeit begehen. Aber das Ende (16. Juli) ist in Sicht. Ich hoffe, dass alle Muslime bisher einen besinnlichen und friedvollen Ramadan verbracht haben.

Für gläubige Muslime ist der Ramadan eine Zeit der inneren Einkehr sowie der Barmherzigkeit und der Solidarität. Daher sind Begegnungen unter Freunden und familiäre oder nachbarschaftliche Zusammenkünfte in diesem Monat ganz wichtig. Aber auch Begegnungen mit Nicht-Muslimen, die beispielsweise so wie ich heute Abend als Gäste am Fastenbrechen teilnehmen, sind wichtig. Es entstehen Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Weltanschauungen. Diese Kontakte sind durch nichts zu ersetzen. Daher habe ich die Einladung der Al-Muhajirin Moschee in Bonn (e.V) zum gemeinsamen Fastenbrechen gerne angenommen. Es gibt mir die Möglichkeit, den interkulturellen Dialog fortzuführen und einen tieferen Einblick in das muslimische Leben zu nehmen. Das beginnt schon mit der für mich unüblichen Uhrzeit: der Beginn der Mahlzeit ist um 21:48 (Sonnenuntergang). Wenn man bedenkt, dass der gläubige Muslim seit Sommenaufgang um ca. 6 Uhr nichts zu sich genommen hat …
Die körperliche Belastung der Fastenden – zumal bei den zur Zeit hohen Temperaturen – ist offenkundig.

Zum heutigen Fastenbrechen sind auch 15 Flüchtlinge aus der Flüchtlingsunterkunft Muffendorf eingeladen. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Bonn kommen, ist stark gestiegen. Die Stadt Bonn bemüht sich intensiv, die vor Kriegen, Verfolgung und Not geflohenen Menschen aufzunehmen. Aktuell bringt die Stadt Bonn gut 900 Menschen aus mehr als 30 Nationen dezentral in vier großen Unterkünften, aber auch vielen einzelnen Wohneinheiten unter. Nach den Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge könnte diese Zahl in 2015 durchaus auf 1.500 Menschen ansteigen. Neben dem hohen Einsatz von eigenem Personal zur Betreuung der Flüchtlinge ist die Stadt auf die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern, Kirchen, Vereinen und Initiativen angewiesen und begrüßt das große Engagement in Bonn.
Flüchtlinge benötigen mehr als ein Dach über dem Kopf. Die ersten Schritte zur Integration sind nicht einfach und es ist gut, dass es so viel Hilfsbereitschaft gibt in Bonn – wie auch von der Al-Muhajirin Moschee in Bonn (e.V).

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