Ausstellung „Susanne Paesler“ im Kunstmuseum Bonn

paeslerDer Erfolgsdruck, unter dem Museen heutzutage stehen, führt nicht selten dazu, dass die dort Verantwortlichen mit eingeführten Namen und Stilbegriffen operieren, um eine größtmögliche Anzahl von Besucherinnen und Besuchern zu erreichen. So verständlich eine solche Orientierung am Publikumsgeschmack auch sein mag, birgt sie doch die Gefahr, dass man immer mehr von immer weniger bekannten Größen zu sehen bekommt.

Dies gilt, das möchte ich hier ausdrücklich sagen, nun sicher nicht für das Kunstmuseum Bonn, das immer wieder den Mut gezeigt hat, auch weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler vorzustellen, Künstlerinnen und Künstler, die ein wenig durch das Raster der Aufmerksamkeit gefallen sind.

Zu dieser Kategorie zählt sicher auch die Malerin Susanne Paesler, die zwar renommierte Preise wie etwas das Sokrates-Erasmus-Stipendium in Rotterdam oder den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung in Frankfurt erhalten hat, ab Mitte der 1990er-Jahre zu wichtigen Ausstellungen eingeladen wurde, aber dann, nach ihrem viel zu frühen Tod im Jahre 2006, ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Zwar haben sich das Museum Ludwig und auch das Kunsthaus Zürich durch frühe Ankäufe für die Künstlerin engagiert, doch ist ihr Werk in den letzten zehn Jahren viel zu wenig gezeigt worden. So stellt die Retrospektive im Kunstmuseum die erste Überblicksausstellung im Rheinland dar. Sie ist eine Entdeckungsreise in ein höchst vielschichtiges und wandlungsfähiges Werk, zu  der ich Sie alle sehr herzlich einladen möchte. Darüber hinaus freut es mich, dass das Kunstmuseum Bonn, und das nicht erst seit einigen Jahren, bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler eine exzellente Frauenquote erfüllt.

So folgt die Ausstellung von Susanne Paesler hier im Erdgeschoss einer Einzelpräsentation des Werks der englischen Konzeptkünstlerin von Ceal Floyer, und schon jetzt können wir uns auf Arbeiten von Ute Behrend, Katharina Bosse, Dunja Evers, Annette Kelm und weiteren in der großen Fotoporträt-Ausstellung freuen, die im nächsten Monat hier eröffnet wird. Sie sehen sowohl die Malerei als auch die Fotografie sind weiblich!

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