Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016

Mit der Internationalisierung des Dorothea-von-Stetten-Kunstpreises wird seit 2014 die Kunstproduktion jeweils eines Nachbarlandes in den Fokus gerückt.

Bonn ist seit jeher europäisch geprägt, nicht nur durch seine „Europäer“. Robert Schuman, Wegbereiter der Europäischen Union, studierte hier Rechtswissenschaften. Die Ode „An die Freude“, die 9. Symphonie des berühmtesten Sohnes der Stadt, Ludwig van Beethoven, ist inzwischen jedem als Europahymne vertraut. „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“ heißt es dort unter anderem auch. Das ist doch ein wunderbares Leitmotiv für einen Abend, bei dem es um den gemeinsamen Blick auf europäische Nachwuchskunst geht.

Mit der Gruppenausstellung, die wir heute Abend eröffnen richten wir den Blick auf Arbeiten unserer europäischen Nachbarn aus den Niederlanden. Bis zum 25. September bietet sich uns hier im Kunstmuseum Bonn die Gelegenheit, die vitale, multikulturell ausgerichtete Kunstszene der Niederlande kennen zu lernen. Die anwesenden Künstlerinnen und Künstler möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz besonders herzlich begrüßen. Für den Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016 sind nominiert: Dan Walwin, Taocheng Wang und Aimée Zito Lema. Alle drei bilden eine erstklassige, junge, frische Vertretung der zeitgenössischen niederländischen Kunstszene.

Der mit 10.000 Euro dotierte Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis wurde 1984 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. Die Stiftung ist von der vor fünf Jahren verstorbenen Bonner Mäzenin Dorothea von Stetten gegründet worden. Sie ist ein herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement für Kunst und Kultur in unserer Stadt. Durch ihre Gründung wird es ermöglicht, junge Kunst zu fördern und museal auszustellen.
Als Ausstellungsleiterin an der amerikanischen Botschaft hat Dorothea von Stetten zunächst 1963 den Bonner Kunstverein begründet und sich seit den achtziger Jahren tatkräftig für das Kunstmuseum Bonn eingesetzt. Sie hat den Verein der Freunde des Kunstmuseums ins Leben gerufen und bereits 1983, in ihrem 70. Lebensjahr, eine Stiftung initiiert. Diese Stiftung hat es sich seitdem zur Aufgabe gemacht junge Kunst zu fördern in Verbindung mit einer Ausstellung des Kunstmuseums Bonn und einem repräsentativen Katalog.
Dorothea von Stetten lässt uns mit diesem Kunstpreis über ihren Tod hinaus an ihrer lebenslangen Freude zur Kunst teilhaben. Dem Kunstmuseum Bonn, dem sie ihre bedeutende Sammlung von Papierarbeiten übertrug, war sie über Jahrzehnte eng verbunden.

Den Nominatoren, dem Intendanten des Kunstmuseums Bonn, Professor Dr. Stephan Berg und seinem engagierten Team danke ich sehr herzlich für die geleistete Arbeit im Vorfeld zu dieser Ausstellung, ohne die ein solches Projekt gar nicht umsetzbar gewesen wäre. Danken möchte ich auch den Künstlerinnen und Künstlern, die in diesem Jahr in unserem Kunstmuseum ausstellen und den Mitgliedern der Jury, deren Votum wir heute Abend mit Spannung erwarten.

Lassen wir uns heute und in Zukunft als Europäerinnen und Europäer von der Freude und von dem Gedanken der Versöhnung tragen und inspirieren. Jede Begegnung schafft Verständnis und Verständigung, jede Begegnung ist ein Stück gemeinsam gelebtes Europa.

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