Festakt zu den aktuellen Einbürgerungen in Bonn

urn-newsml-dpa-com-20090101-140618-99-01385-large-4-3Heute ist ein besonderer Tag. Für die Eingebürgerten, aber auch für die Stadt Bonn – für uns alle. Das Alte Rathaus ist der Ort für Empfänge, für Ehrungen und für Eintragungen in das Goldene Buch der Stadt. Zahlreiche gekrönte Häupter, Staatspräsidenten und berühmte Persönlichkeiten aus der ganzen Welt waren hier schon zu Gast. Heute sind nun unsere Neubürger hier. In wenigen Minuten erhalten sie Ihre Einbürgerungsurkunde. Dann sind sie deutsche Staatsbürgerinnen und deutsche Staatsbürger.

Die Lebensläufe sind naturgemäß völlig unterschiedlich. Und die Beweggründe wahrscheinlich auch, die die Personen veranlasst haben, Deutsche oder Deutscher zu werden. Eine ganze Reihe von ihnen ist hier aufgewachsen oder bereits hier geboren. Andere leben erst ein paar Jahre hier. Unsere Stadt ist eine weltoffene und internationale Stadt, in der Menschen aus fast allen Ländern der Welt zuhause sind. Wir wollen natürlich, dass sich alle hier wohlfühlen. Zugewanderte Menschen erleben leider noch in vielen Bereichen Benachteiligungen. Wir setzen uns in Bonn gemeinsam dafür ein, dass diese Benachteiligungen konsequent abgebaut werden. Alle Menschen sollen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Unser Motto ist, Niemanden auszugrenzen und Toleranz und Respekt im Umgang miteinander zu üben. Wir möchten offen für Neues und Unbekanntes sein und Vielfalt als Chance begreifen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Aber wir wissen auch, dass dies nicht einfach so vom Himmel fällt. Es ist eine Aufgabe, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Wir erreichen dieses Ziel nur, wenn jeder seinen Beitrag leistet.

Wie dieser Beitrag aussehen kann, ist dabei völlig offen. Denkbar sind viele Möglichkeiten. Die Sprache ist naturgemäß eine ganz wichtige Voraussetzung, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache grundlegend. Grundlegend, um einen qualifizierten Schulabschluss zu erlangen, eine Ausbildung abzuschließen oder aber auch, um soziale Kontakte zu knüpfen.

Gleich haben wir neue deutsche Staatsbürgerinnen und deutsche Staatsbürger im Rechtssinne. Sie haben damit Rechte, aber auch Pflichten. Beides ist nachlesbar im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, das ich allen gemeinsam mit der Einbürgerungsurkunde überreichen werde. Das Grundgesetz ist – und darauf weise ich als Bürgermeisterin der Stadt Bonn besonders gerne hin – übrigens hier in Bonn im Lichthof des Museums Koenig entstanden. Man nennt unsere Stadt daher auch die „Wiege der deutschen Demokratie“.

Um einen Eindruck zu gewinnen, wie vielfältig unsere Stadt ist, möchte ich einige Zahlen nennen: 193 Staaten gehören aktuell den Vereinten Nationen an und in Bonn leben zurzeit Menschen aus über 180 Staaten. In diesem Monat werden 61 Personen aus 31 Ländern eingebürgert. Diese 61 Personen können heute nicht alle hier sein. Einige sind in Urlaub, krank oder müssen arbeiten. Ich möchte die Herkunftsländer dennoch alle kurz nennen:

  • 10 Personen aus Syrien
  • 7 Personen aus Marokko
  • je 3 Personen aus Afghanistan, Angola und dem Kamerun
  • je 2 Personen aus Ecuador, Estland, Frankreich, dem Iran, dem Kongo, Kroatien, der Türkei, Vietnam und Weißrussland
  • je eine oder einer aus Algerien, China, Griechenland, dem Irak, Italien, Lettland, dem Libanon, Litauen, Mazedonien, Nigeria, Pakistan, Portugal, Rumänien, Tansania, Thailand, Tunesien und der Ukraine

Alle werden nun namentlich aufgerufen und nach vorne gebeten. Wenn alle Urkunden ausgehändigt sind, hören wir noch eines der bekanntesten Stücke des größten Sohnes unserer Stadt: Ludwig van Beethovens »Ode an die Freude«.

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