Verleihung des Berufswahlsiegels 2016

nbs_logo_h_p_RGB_nrw_alternativ-300x171Der Einladung, an der diesjährigen Verleihung des Berufswahlsiegels ein Grußwort zu sprechen, bin ich sehr gerne gefolgt. Zum einen, weil es sich bei dem Thema ‚Studien- und Berufswahl‘ um ein wesentliches Lebensthema junger Menschen handelt. Zum anderen, weil sich hier beispielhaft zeigt, wie fruchtbar eine gute nachbarschaftliche Kooperation und Arbeitsteilung in der Region sein kann, die noch dazu auf den Schultern vielfältiger Partner ruht.
Damit knüpfe ich gerne an meinen Vorredner an und möchte an dieser Stelle noch ergänzen, dass sich nicht nur unsere Netzwerkpartner, die Kammern, Verbände und die Arbeitsagentur nicht an kommunalen Grenzen orientieren, sondern vor allem auch die Schülerinnen und Schüler selbst. Diese schauen bei der Suche nach ihren Bildungsorten – wie Schulen, Ausbildungsplätzen, Berufskollegs und Hochschulen – nämlich auch ganz bewusst über die Stadtgrenzen hinaus.
So ist es nur konsequent, auch die Aufgabe ‚Studien- und Berufsorientierung‘ regional – und nicht nur lokal – zu betrachten.

Die Verleihung des Berufswahlsiegels Bonn/Rhein-Sieg ist eine Erfolgsgeschichte und findet nun bereits zum fünften Mal statt. Wir können demnach heute ein kleines Jubiläum feiern.
Erlauben Sie mir daher einen kurzen Blick zurück:
Begonnen haben wir das Projekt Berufswahlsiegel im Jahr 2011 mit den Schulformen ‚Haupt- und Förderschulen‘. Alle sechs Bewerbungen waren damals auf Anhieb erfolgreich. Und auch im Verlauf der letzten Jahre hat sich bestätigt, dass diese beiden Schulformen im Thema sozusagen „Veteranen“ und sehr gut aufgestellt sind. Viele dieser Schulen der ersten und zweiten Stunde bemühen sich inzwischen in der 2. Runde um die Re-Zertifizierung.

Das Spektrum der Schulformen wurde in den Jahren nach und nach erweitert, so dass mittlerweile auch Gymnasien und, in diesem Jahr erstmals, ein Berufskolleg mit in der Zertifizierungsrunde sind. Insgesamt wurden in den letzten Jahren 18 Schulen in der Region Bonn/Rhein-Sieg zertifiziert und zehn Schulen re-zertifiziert.
Auf die einzelnen Schulformen bezogen bedeutet das aktuell: 10 allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe I, vier Schulen mit gymnasialer Oberstufe, sechs Förderschulen und das besagte Berufskolleg wurden zertifiziert. Die Zahlen sind sehr erfreulich, aber es gibt noch viel Platz in der Siegel-Familie!

Die heutige Auszeichnungsfeier bietet Gelegenheit, auch für Nicht- oder nur teilweise Beteiligte, einen kurzen Blick darauf zu werfen, wie und warum eine Schule das Berufswahlsiegel erhält. Zunächst muss eine Schule sich entscheiden, bis zum jeweiligen Jahresende eine Bewerbung einzureichen. Dieser Entscheidung geht ein Prozess voraus, in dem eine schulinterne Übereinstimmung hergestellt wird.
Der Haltung der Lehrerinnen und Lehrer, bei denen das Thema Studien- und Berufsorientierung angesiedelt ist, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn sie sind schlussendlich die Personen, die im Bewerbungsprozess das größte Paket zu stemmen haben. Den Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren an den Schulen, kurz StuBos genannt, möchte ich an dieser Stelle für Ihre Arbeit und Mühe ganz besonders danken. Ebenso gilt mein Dank den Schulleitungen, die den Prozess in ihrem komplexen Schulalltag mit unterstützen und fördern.

Nachdem die Bewerbungsunterlagen eingereicht sind, nimmt die Jury ihre Arbeit auf. Die Mitglieder arbeiten in Teams von 3 bis 4 Juroren, sichten die Unterlagen und gehen zum sogenannten ‚Audit‘ in die Schulen.
Dort führen sie Gespräche mit der Schulleitung, den StuBos und auch mit Schülerinnen und Schülern. Die Audit-Teams machen sich, konkret vor Ort, ein umfassendes Bild von der Präsenz der Studien- und Berufsorientierung in der jeweiligen Schule. Anhand eines transparenten Rasters wird dann eine Punktwertung vorgenommen, über die das Audit-Team zunächst miteinander, später in der Gesamt-Jury, Einvernehmen herstellt. Dabei fließen die unterschiedlichen Sichtweisen und beruflichen Verankerungen der Jury-Mitglieder ein und werden zu einem gemeinschaftlichen Schlussbild zusammengeführt. Das Berufswahlsiegel erhält, wer 75% der möglichen Höchstpunktzahl erreicht hat.

Das ist ein transparenter Prozess mit einem anspruchsvollen Ziel!

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