Einweihung der Stele der Beueler Initiative gegen Fremdenhass

IMG_4191Wir sind heute hier zusammen gekommen, um eine neue Stele, die Erinnerung und Mahnung zugleich sein soll, der Öffentlichkeit zu übergeben.
Die neue Stele erinnert an 40 Frauen und Männer sowie 20 Kinder aus Osteuropa, die zwischen 1943 und 1945 in Beuel starben und somit die Befreiung im Jahr 1945 nicht mehr erlebten. Ich bin sehr gespannt auf den Vortrag der Schülerinnen und Schüler, den wir gleich hören werden, der das Leben und Leid der Zwangsarbeiter zum Thema hat.
Zu vielen Hunderttausenden wurden Frauen, Männer und Kinder nach Deutschland verschleppt, nachdem ihre Heimatländer von der deutschen Wehrmacht überfallen worden waren. Als Zwangsarbeiter mussten sie unfassbares Leid erdulden. Ich denke, die Ausmaße des Schreckens können wir uns nicht ansatzweise vorstellen.

Die Schicksale der Zwangsarbeiter sind eng mit unserer Geschichte verknüpft. Das dürfen wir nicht vergessen.
Immer wieder gibt es Menschen, die die Geschichte verdrehen oder Ereignisse leugnen. Die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Gemeinsam und mutig müssen wir diesen Menschen entgegentreten. Fremdenhass und Diskriminierung haben in unserer Stadt keinen Platz. Darauf achten wir und dafür stehen wir gemeinsam ein.
Bonn gehört der 1982 vom Oberbürgermeister von Hiroshima gegründeten Vereinigung der »Mayors for Peace« an. Anlässlich der Bonner Friedenstage 2016 werden wir mehrere Maßnahmen dieses internationalen Netzwerks aufgreifen.
Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen haben wir eine besondere Rolle und auch eine besondere Verantwortung. Wir setzen uns nachhaltig für die Sicherung von Frieden und Freiheit in der Welt ein. Wir wissen jedoch, dass nur ein beharrliches Eintreten möglichst vieler Menschen für Frieden letztendlich dazu beiträgt, unsere Welt sicherer und friedlicher zu machen.

Daher ist der couragierte Einsatz von Bonnerinnen und Bonnern sowie von Bonner Vereinen, Initiativen und Institutionen so wichtig.
Wenn wir gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eintreten, dann ist das oftmals eng verwoben mit dem Gedenken an die Opfer von Rassismus und Terror während der Zeit der Nationalsozialisten. Wir dürfen die Menschen, die Gewalttaten und Verbrechen erdulden, erleiden, aushalten und schließlich mit dem Leben bezahlen mussten, sowie ihre Schicksale und Biographien nicht vergessen. Stolpersteine, Mahnmale und Straßennamen halten die Erinnerung wach. Und diese lebendige Erinnerungskultur ist wichtig.

Ich danke den vielen privaten Spenderinnen und Spendern für die Finanzierung dieser Stele, die zukünftig in würdiger Form auf diesen Erinnerungsort hinweist, sowie allen an der erfolgreichen Realisierung beteiligten Personen und Institutionen.
Ein besonderer Dank gilt der Beueler Initiative gegen Fremdenhass, die die Idee zu diesem Projekt hatte, und allen Bonnerinnen und Bonnern, die sich immer wieder couragiert und engagiert für Vielfalt, gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen das Vergessen einsetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.