Eröffnung der Fairen Woche 2016

160513_faire_woche_204x144Auch in diesem Jahr wird in der Aktionswoche unter dem Motto „Fairer Handel wirkt!“ für nachhaltigen Konsum und das faire Handeln von Produkten geworben. Der Stadt Bonn als „Fair Trade Town“ ist der faire Handel ein wichtiges Anliegen. Schon lange liegt bei Entscheidungen in der Beschaffung ein besonderes Augenmerk auf Sozialstandards und Umweltkriterien.
Seit dem ersten Beschluss zur Verhinderung der schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit im Jahre 2004, beschäftigt sich der städtische Einkauf mit der Thematik. Die Stadt Bonn hat inzwischen eine landes- und bundesweit anerkannte Vorreiterrolle für andere Kommunen und ist gefragter Gesprächspartner auf dem Themenfeld der sozialgerechten Beschaffung.
Aus diesem Anliegen heraus, hat die Stadt Bonn 2015 in Kooperation mit der Frauenrechtsorganisation FEMNET ein anspruchsvolles Projekt ins Leben gerufen: Es wurde beschlossen, Dienst- und Schutzkleidung für die Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün fair zu beschaffen. Von Bedeutung war, dass wir bewusst über den Rahmen des Tariftreue- und Vergabegesetzes hinaus, ein Mehr an Sozialstandards fordern wollten.

Berufsbekleidung wird ebenso wie Alltagskleidung größtenteils unter menschenverachtenden Umständen hergestellt. Für die Produktion werden Arbeitskräfte von Unternehmen ausgebeutet, die sich nicht an die ILO-Kernarbeitsnormen halten. Getreu dem Motto „Gute Arbeit fairbindet“ fördern wir menschenwürdige Produktionsbedingungen und erhalten dafür hochwertige Arbeitsschutzkleidung für unsere Mitarbeiter, damit diese gute, sichere und „fair gekleidete“ Arbeit verrichten können.
Wir sind stolz darauf, dass wir den Weg der fairen Beschaffung von Berufskleidung eingeschlagen haben. Es ist wichtig, dass genau hinterfragt wird, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert wurde. Der Faire Handel schafft in den Herstellerländern viel Positives für die Angestellten und deren Familien. Die Anbieter halten internationale Arbeitsnormen ein: Sie müssen zum Beispiel eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden mit maximal zwölf freiwilligen Überstunden anbieten, einen existenzsichernden Lohn zahlen und geregelte Beschäftigungsverhältnisse garantieren. Darüber liefern die Hersteller Nachweise über Produktionsbedingungen und machen Transportwege transparent.
Der erste Teil der Zusammenarbeit zwischen FEMNET und Stadt war erfolgreich, denn die Zuschläge für Hosen, Schutzjacken und Winterwesten für den Gärtner- und Forstbedarf wurden an Produzenten und Händler vergeben, die entweder bereits glaubhafte Gütezeichen vorweisen können oder aber mit einem klaren Plan zugesichert haben, Schritte zur Umsetzung von Sozialmaßnahmen zu ergreifen.
In einem weiteren Schritt sollen nun alle Sportstättenpflegedienste, Bademeisterinnen und Bademeister mit fairer Dienstkleidung ausgestattet werden. Außerdem sollen fair produzierte Sportbälle für Bonner Schulen angeschafft werden.

Für Bonn, als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, ist es selbstverständlich Themen der Nachhaltigkeit auf den kommunalen Alltag runterzubrechen und umzusetzen. Auch in unseren Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, wie z.B. Cape Coast in Ghana, La Paz in Bolivien und Buchara in Usbekistan kooperieren wir zu Themen der kommunalen Daseinsvorsorge, zu Klimaschutz und Klimaanpassung, im Bereich erneuerbare Energien und setzen gemeinsame Projekte um. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für eine globale nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene.

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