Archiv der Kategorie: Frauen

Jubiläum 25 Jahre UN Women

25 Jahre UN WomenGerne überbringe ich die Glückwünsche der Stadt Bonn zum 25jährigen Bestehen des Deutschen Komitees für UN Women in Bonn.
Seit vielen Jahren hat die Stadt Bonn dessen Arbeit begleitet und unterstützt. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wird in Bonn natürlich lokal bearbeitet. Aber es gewinnt zunehmend auch an Bedeutung am Internationalen Standort Bonn. Schließlich ist die Stadt Bonn gemeinsam mit UN Women Nationales Komitee Deutschland unter den Gründungsmitgliedern des Netzwerks „Gender@International Bonn“ – und unser Oberbürgermeister ein HeforShe!
2016 ist ein Jahr der Jubiläen. Wir haben 20 Jahre Vereinte Nationen in Bonn gefeiert und sind froh darüber, dass Bonn sich als Schaltstelle der Nachhaltigkeit, als „Powerhouse“ international einen Namen gemacht hat. Hier in Bonn sind die Zukunftsthemen der Menschheit verankert. Auch die Impulse zur Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele werden aus Bonn kommen, betrieben von Stellen wie dem Zentrum für Nachhaltigkeit des Mitarbeitercolleges der Vereinten Nationen und der Globalen Aktionskampagne für die nachhaltigen Entwicklungsziele.
Das Ziel 5 der Gleichstellung der Geschlechter, meine Damen und Herren, ist jedoch ein Querschnittsziel, das sich durch fast alle anderen Ziele zieht und ein Schlüssel zu ihrer Erreichung sein wird.

Armut, Hunger, Klimafolgen, schlechte Wasserversorgung haben auf Frauen immer noch andere Auswirkungen als auf Männer. Krisen, Unsicherheit und Ungleichgewicht gefährden sie stärker und anders als Männer. Frauen und Mädchen sind global benachteiligt bis ausgeschlossen vom Zugang zu Bildung, zu Teilhabe, zu Macht. Gehören sie gleichzeitig zu benachteiligten Gruppen – Migrantinnen, Minderheiten, allein erziehende Mütter – haben sie große Probleme auch im deutschen Bildungssystem. Geflüchtete Frauen treffen auf besonders große Hürden. Bildungszugänge nach Fähigkeiten zu vergeben und Mädchen und Frauen aktiv zu unterstützen, zum Beispiel durch Mentoringprogramme, das forderten Bonner Frauenorganisationen in einem Workshop des Netzwerks Gender@International Bonn.
Die andere Seite sind Frauen als Gewaltopfer. Auch, wenn für Frauen, Frieden und Sicherheit mit der Resolution 1325 des Weltsicherheitsrats ein Leuchtfeuer angezündet wurde, so ist die Realität weit vom Anspruch entfernt. Jede dritte Frau in Europa ist eine Gewalt-Überlebende. Die Bonner Frauenhäuser sind überfüllt. Gerade in Krisengebieten und fragilen Regionen haben Frauen stets auch sexualisierte Gewalt zu befürchten. Nicht umsonst hat UN Women zum Beispiel nach den Erdbeben in Nepal für Hygieneartikel für Frauen gesammelt, um diesen Frauen mehr Sicherheit vor Übergriffen zu geben. Nicht umsonst sollen bei uns in Deutschland Gewaltschutzprogramme die Situation von Frauen in Flüchtlingsunterkünften verbessern.

Ich freue mich sehr, dass der heutige Abend nicht nur das Jubiläum feiert, sondern auch in guter Tradition diejenigen würdigt, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen einsetzen. Die Stiftung Apfelbaum und UN Women Nationales Komitee Deutschland zeichnen beispielhafte Projekte, die oftmals nicht nur das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit unterstützen, sondern vielfach auch andere Nachhaltigkeitsziele. Gerade in fragilen Regionen – ob durch Armut oder durch Krisen oder beides instabil in Gesellschaft und Wirtschaft – bedürfen Frauen vielfacher Stärkung. Deshalb ist die Arbeit des UN Women Fonds für die Gleichstellung der Geschlechter so bedeutsam. Denn er setzt sich besonders für die wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit von Frauen ein.
Heute Abend freue ich mich daher nicht nur auf den gemeinsamen Rückblick auf die Erfolgsgeschichte des Deutschen Komitees, sondern auch auf die Begegnung mit einer spannenden Initiative.
Die Stadt Bonn ist stolz darauf, Sitz und Netzwerkpartnerin des Komitees zu sein und auch die heutige Veranstaltung mit auszurichten. Ich freue mich auf interessante Vorträge und Begegnungen. Auch im Namen von Oberbürgermeister Sridharan und 317.000 Bonnerinnen und Bonnern wünsche ich Ihnen und uns weiterhin einen langen Atem und viel Unterstützung bei der Verwirklichung von Geschlechtergleichstellung in Bonn und weltweit.

40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Bewegung

„Besser handeln als sich misshandeln lassen!“hilfetelefon_banner
Dieser Aufruf in der Kopfzeile der Konzeption des Bonner Autonomen Frauenhauses passt gut zum Thema der heutigen Fachtagung »Gewalt gegen Frauen beenden«.

Es ist kaum zu glauben und gleichzeitig untragbar, dass im 21. Jahrhundert und in unserer „modernen“ Welt Gewalt gegen Frauen immer noch ein Thema ist. In Zeiten des Zuzugs vieler Frauen aus Ländern, in denen Gleichberechtigung und Emanzipation im Alltag nicht selbstverständlich ist, ist das Thema sogar aktueller denn je. Die Ereignisse an Silvester 2015 in Köln haben gerade hier im Rheinland zu neuen Diskussionen geführt. Leider wurde dabei allzu stark auf rassistische Hintergründe abgezielt. Der Blick auf die alltägliche sexualisierte Gewalt geriet in den den Hintergrund. Dabei wollen wir es aber nicht belassen!

Gewalttaten verfolgen, den Opferschutz bei häuslicher Gewalt verbessern und verlässliche Hilfestrukturen etablieren sowie die Entwicklung von Standards in der Zusammenarbeit zum Abbau häuslicher Gewalt sind dauerhaft wichtige Anliegen. Seit nunmehr 40 Jahren werden diese Anliegen durch die Autonomen Frauenhäuser und seit 1980 auch durch die ZIF mit Nachdruck verfolgt. Sie machen sich stark dafür, dass das Thema »Gewalt gegen Frauen« nicht in den Hintergrund gerät.

Sie setzen sich dafür ein, die Situation der Betroffenen zu verbessern. Denn durch die intensive und mit viel Engagement betriebene Arbeit können Frauen auf ein umfassendes Netzwerk kompetenter und vor allem auch „menschlicher“ Hilfe zugreifen. Durch die Aufnahme in einem Frauenhaus und die umfassende nachsorgende Arbeit kann oft Schlimmeres verhindert werden. Nicht außer Acht gelassen werden darf hier vor allem die psychische Komponente mit dramatischen Folgen.

Die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ und das Autonome Frauenhaus sind zusammen mit dem Frauenhaus und der Beratungsstelle von „Hilfe für Frauen in Not“ ein wichtiges Angebot der sozialen Infrastruktur in Bonn. Sie sind eine wirkungsvolle Hilfe für betroffene Bürgerinnen und deren Kinder.

Seitdem die ersten Frauenhäuser entstanden und »Gewalt gegen Frauen« aus dem Privatbereich heraus ein öffentliches Thema wurde, hat sich in unserer Stadt einiges bewegt und geändert. »Gewalt gegen Frauen« ist kein Tabu-Thema mehr. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Schutz- und Hilfemaßnahmen hat sich durchgesetzt. Heute bieten in Bonn zwei Träger betroffenen Frauen und deren Kindern Schutz.

Die Stadt Bonn unterstützt die beiden Frauenhäuser mit der Finanzierung im Bereich der Personal- und Sachkosten. Zudem ist eine kleine, aber effektive Änderung auch im Leistungsbereich des Amtes für Soziales und Wohnen erfolgt: Dort kümmert sich eine weibliche Mitarbeiterin als feste Ansprechpartnerin um die sozialhilferechtlichen Belange der Bewohnerinnen.

Der Opferschützer der Bonner Polizei und die Frauenberatungsstelle des Vereins „Frauen helfen Frauen“ arbeiten intensiv zusammen. An dieser Stelle möchte ich auch die Beratungsstelle „Frauen gegen sexualisierte Gewalt“ erwähnen, die auch durch die Stadt Bonn finanziell gefördert wird.

Allen, die für und mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern arbeiten, danke ich ganz herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Die Arbeit der Beratungsstelle und der Autonomen Frauenhäuser war in den vergangenen vier Jahrzehnten wichtig und sie ist es leider nach wie vor!

Ausstellungseröffnung im Frauenmuseum Bonn anlässlich des „Internationalen Tages zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen“

spinnerGewalt gegen Frauen tritt in unterschiedlichen Formen auf. Bundesweit hat jede 3. Frau in Deutschland schon einmal körper­liche und / oder sexuelle Gewalt erlebt. Laut polizeilicher Statistik wurden im Jahr 2014 in Bonn 471 Frauen Opfer von Gewaltkriminalität. Das bedeutet, dass in Bonn jeden Tag mindestens eine Frau Opfer von Gewalt wird. Dazu gehören Straftaten gegen das Leben, Körperverletzungsdelikte, Raubdelikte sowie Verge­waltigung und sexuelle Nötigung.

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können – gemeinsam mit ihren Kindern – Zuflucht in einem der zwei Bonner Frauenhäuser finden. Diese müssen immer wieder zusätzliche alternative Unterbringungsmöglichkeiten finden, da die vorhandenen Plätze nicht ausreichen. Zu den zwei Frauen­häusern gehört auch jeweils eine Beratungsstelle, an die sich von Gewalt betroffene Frauen wenden können.

Auch die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt bietet Beratung und Krisenintervention für sexuell missbrauchte und vergewaltigte Frauen und Kinder, ihre Bezugspersonen und Fachkräfte an. Langfristiges Ziel ist, durch Öffentlichkeitsarbeit und präventive Arbeit sexualisierter Gewalt entgegenzuwirken.
Aber es gibt auch über Bonn hinausgehende Aktionen, die auf das Thema aufmerksam machen und Frauen einen Weg aufzeigen, sich Hilfe zu holen. Beispielsweise führen der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Bonn/Rhein-Sieg, der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis und der Arbeitskreis Opferschutz Bonn/Rhein-Sieg anlässlich des diesjährigen »Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen« eine gemeinsame Aktion durch:
Die Kinos im Rhein-Sieg-Kreis und in der Stadt Bonn wurden gebeten, im November bzw. am 25.11. als Vorfilm den Spot „Stairs“ zu zeigen. Für diese Aktion hat die Gleichstellungsstelle der Stadt Bonn zudem Klapp­karten herausgegeben, in denen weibliche Gewaltopfer Tipps und Hinweise erhalten. Ich hoffe sehr, dass dadurch das tabuisierte Thema „Häusliche Gewalt“ in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit erhält.

Die Ächtung von Gewalt und die Verbesserung des Schutzes bei häuslicher Gewalt, die Etablierung verlässlicher Hilfestrukturen im gesamten Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn sowie die Entwicklung von Standards für die Zusammenarbeit zum Abbau häuslicher Gewalt, das sind auch die gemeinsamen Ziele der genannten Arbeitskreise.

Der Arbeitskreis Opferschutz hat zudem das »Opferhilfehandbuch« herausgegeben, um Opfern, Zeugen und Zeuginnen, Angehörigen, aber auch Fachkräften eine Zusammenstellung bestehender Hilfsangebote im Bereich des Opferschutzes zu geben. Neben dieser unmittelbaren Krisen­hilfe soll das Handbuch auch weiterführende Informationen und Angebote vermitteln, die im Kontext von Gewalttaten oder Unfällen relevant sein können.

Im Jahr 2006 hat der Arbeitskreis das Projekt »Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS)« entwickelt. Mit diesem Modell haben die Betroffenen Zeit und Ruhe, sich den für sie belastenden Schritt einer Anzeigenerstattung nach einer Sexualstraftat in Ruhe zu überlegen. Mögliche Tatspuren werden anonym in den beteiligten Krankenhäusern erfasst und im Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn gelagert. In einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren ist es möglich, diese nach erfolgter Anzeige in einem Gerichtsverfahren verwerten zu lassen. Damit stehen unter Umständen wichtige Beweismittel zur Verfügung, die dem Opfer das Verfahren erleichtern und die Strafverfolgung verbessern.

Es ist unstrittig, dass die genannten Angebote wichtig und unerlässlich sind. Ebenso wichtig ist der heutige »Internationale Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen«.
Ich danke allen, die heute ins Frauenmuseum gekommen sind!

Vielen Dank!

20 Jahre Bonner Barbershop-Chor „Barberellas“

Nachdem 40 starke Frauen auf der Bühne so stimmgewaltig das „Happy Birthday“ gesungen haben, schließe ich mich als Bürgermeisterin gerne an. Ich gratuliere den Barberellas im Namen der Stadt Bonn sehr herzlich zum 20-jährigen Bestehen und ich wünsche weiterhin viel Freude an und mit der Musik. Ich wünsche der Chorgemeinschaft eine harmonische Entwicklung und gutes Gelingen für anstehende neue Projekte.

Das Kulturleben der Stadt Bonn wird von Musik in all Ihren Ausprägungen und Stilrichtungen geprägt. Barbershop – diese Musikrichtung ist in Deutschland noch nicht allzu lange vertreten. Im Mutterland des Barbershop, in den USA, haben Frauen erst vor knapp siebzig Jahren diese Männerdomäne erobert. In Bonn sind die Barberellas der erste Bonner Barbershop-Chor und damit auch ein Stück musikalische Emanzipation. Soviel Frauenpower steht einer Stadt gut!

Ich wünsche dem Chor und den Sängerinnen weiterhin viel Erfolg auf dem Weg zum 25-jährigen Bestehen, das ich im Jahr 2020 ja durchaus noch als Bürgermeisterin mitfeiern kann! Happy Birthday, Barberellas und vielen Dank!

15jahriges Bestehen des Internationalen Frauenzentrums Bonn

imageIch freue mich über die Einladung und die Gelegenheit, heute erfolgreiche 15 Jahre Internationales Frauenzentrum in Bonn zu feiern.
Letzten Mittwoch durfte ich den Preis von UN-Women und der Stiftung Apfelbaum an das „Women’s Information, Communication and Technology Centre“, ein Frauenbildungsprojekt in Afghanistan, mit verleihen. dabei hatte ich Gedanken an die junge Malala, die unendlich viele Türen für Mädchenbildung öffnete und dafür den Friedensnobelpreis erhielt.
Auch heute habe ich Gedanken an die globale Situation von Frauen. Vor rund 20 Jahren wurde die Pekinger Aktionsplattform verabschiedet. Die vierte Frauenkonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 1995 war eine Folgemaßnahme zu den bereits zuvor von der internationalen Gemeinschaft unternommenen Anstrengungen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Rechte von Frauen. Es wurden zwölf Hauptproblembereiche genannt, in denen spezifische Maßnahmen erforderlich sind:

  1. Frauen und Armut
  2. Bildung und Ausbildung von Frauen
  3. Frauen und Gesundheit
  4. Gewalt gegen Frauen
  5. Frauen und bewaffnete Konflikte
  6. die Frau in der Wirtschaft
  7. Frauen in Macht- und Entscheidungspositionen
  8. institutionelle Mechanismen zur Förderung der Frau
  9. Menschenrechte der Frauen
  10. Frauen und die Medien
  11. Frauen und Umwelt
  12. Mädchen

Ihre Forderungen sind – leider, leider, leider – immer noch brandaktuell! Nicht nur, was den Zugang von Frauen zu Bildung anbelangt – auch wenn dies ein besonders brennender Punkt ist.

Nach wie vor sind Frauen das ärmere Geschlecht, das ungebildetere, das gesundheitlich gefährdetere (nicht nur durch Geburten, sondern auch z.B. durch Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung und durch die Verweigerung sexueller Selbstbestimmung). Frauen sind von Gewalt stärker bedroht als Männer. Sexualisierte Gewalt wird
als Waffe gegen sie eingesetzt. Ihre Menschenrechte werden in vielen Zusammenhängen verletzt. Frauen sind das Geschlecht, das fliehen muss. 80 % der Flüchtlinge und Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Frauen sind das wirtschaftlich unterlegene Geschlecht und werden weniger an Entscheidungen beteiligt. Mädchen und Frauen sind global gesehen öfter Opfer von Diskriminierung – vom Erbrecht bis zur Teilhabe.

Um die Defizite zu überwinden braucht gute Mechanismen, vor allem eine andere Art der Kommunikation. Wir müssen die Stärken von Frauen in die Prozesse einbringen, zum Beispiel auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Und Frauen haben Stärken!
Frauen brauchen dafür eine Ermunterung oder „Ermächtigung“ … das englische Wort „Empowerment“ ist viel schöner. Das klingt schon nach Frauenpower!

Und „Frauenpower“ auf bönnsch war es auch, die 1999 aufeinandertraf! Ea gab damals Runde Tische zur Lokalen Agenda, dabei ein Tisch „Internationales“, an dem sich viele Organisationen, aber auch der Ausländerbeirat beteiligten. Kurz gesagt ist das IFZ ein ganz konkretes Ergebnis dieses Prozesses!
Etliche Frauen der 1. Stunde sind heute hier und immer noch engagiert: Die Gründungsvorsitzende Constanza Paetau, Eleanor Koch, Alphonsine Kayanamura und Gabriele Albert-Trappe. Und bereits an dieser Stelle möchte ich Lob für Geleistetes und ein Dankeschön an diese 1. Generation und die vielen engagierten Frauen der letzten 15 Jahre aussprechen! Ich denke hier z.B. an die ehemalige Vorsitzende Anne-Marie-Laurent, die nach wie vor im IFZ berät.
Und natürlich ein ganz großer Dank an Noushin Shojaei und ihr jetziges Team aus Frauen in Ehrenamt und Hauptamt!

Sie sehen: das IFZ ist Frauenpower pur. das internationale Frauenzentrum ist aus dem EINE-WELT-Gedanken entstanden und für die Eine Welt aktiv!
Bonn ist eine Stadt, in der Menschen aus über 170 Nationen friedlich zusammenleben. Und jedes Jahr kommen mehr hinzu. Widmen wir uns der aktuellen Flüchtlingswelle. Wenn – siehe Peking – 80 Prozent der Flüchtlinge und Vertriebenen Frauen und Kinder sind, dann ist das eine große Aufgabe. „Unsere“ Flüchtlinge haben unterschiedliche Kulturen und Hintergründe, sehr unterschiedliche und zum Teil dramatische Geschichten. Denken Sie an den Kampf des Ankommens in Bonn: Sprache, Kultur, wirtschaftliche Zwänge, fremde Umgebung, eventuell Diskriminierung, Behördendschungel etc., Sorge um Familien, Ängste, Traumata. Einiges davon kann durch die sozialen Angebote der Stadt Bonn geleistet werden, z.B. Integrationslotsen, die beim Alltag helfen können. Anderes bedarf schlicht eines einfühlsamen Klimas.
Das Schaffen dieses Klimas gelingt mit der Hilfe von NROs wie das IFZ. Es ist ein Ort der Begegnung, des Verständnisses, der Gemeinschaft, der Toleranz, der konkreten Beratung und Hilfe. IFZ ist ein Stück Empowerment, es erinnert die Frauen daran, wie stark sie eigentlich sind und macht ihnen Mut. Vor allem: Netzwerke machen Mut, Gemeinschaft im Vielfältigen macht Mut. Man muss an den eigenen Erfolg glauben! Anderen Hoffnung machen. Begegnung rund um den Globus – und natürlich auch mit Bonnerinnen. Zusammenhalten, Zusammenwachsen. Für all das steht das IFZ.

IFZ Frauen bauen sich in Bonn eine Existenz auf, haben an gesellschaftlichen und politischen Prozessen teil und machen sich stark für Projekte in ihren Heimatländern. Das ist Frauenpower konkret: Frauen finden Arbeitsplätze oder gründen eine Existenz, wie Alphonsine, die inzwischen einen sehr bekannten Cateringservice in Bonn führt.
Weitere Frauenpower konkret: eine IFZ-Frau aus dem asiatischen Raum regte ein Projekt an, das jetzt vom Marie-Schlei-Verein durchgeführt wird.

Das IFZ schafft Bewusstsein und schlägt Brücken. Dies ist eine wichtige Bildungsaufgabe und ein Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit. Es gab etliche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen (z.B. Frauenmesse 2004 und Beteiligung am Tag der Vereinten Nationen). Das IFZ thematisiert immer wieder die Situation von Migrantinnen in Bonn, arbeitet konstruktiv an Teilhabeprozessen mit und lädt ein zu Information und Auseinandersetzung ein. Damit ist IFZ nicht nur eine Anlaufstelle und ein Ort der Begegnung und Teilhabe, sondern auch ein wichtiger Ort politischer Bildung!

Diese Qualitäten sind wichtig für eine internationale Stadt wie Bonn. Und sie sind unverzichtbar. Deshalb unterstützt die Stadt Bonn das IFZ nach besten Kräften.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich heute diejenige sein durfte, die die Arbeit des Internationalen Frauenzentrums würdigen durfte. Zum einen, weil ich eine Frau bin. Zum anderen, weil ich die Qualität und Sinnhaftigkeit dieser Arbeit immer wieder erfahren durfte in den letzten 15 Jahren.
Meinen Dank habe ich an den Anfang gestellt. Und deshalb möchte ich schließen mit einem Wunsch. Zum fünfjährigen Jubiläum nannte man das IFZ in einem Presseartikel ein „Kraft- und Energiezentrum“. Das ist es noch heute und das soll es bleiben!