Archiv der Kategorie: Internationales

Eröffnung der Ausstellung “MenschLichtKeit – eine globaleSpurensuche” in der Fabrik45

Ich begrüße in einem besonderen Kulturraum Bonns, der Fabrik 45, an einem besonderen Tag zu einer besonderen Ausstellung ganz besondere Menschen!
Heute wurde in Bonn der höchste Temperaturwert seit Beginn der Aufzeichnung der Wetterdaten gemessen – 38,1 Grad Celsius. Und an diesem heissen Tag sind so viele besucher zur Eröffnung dieser Ausstellung gekommen!
Sehr gerne hat Herr Sridharan die Schirmherrschaft für die Ausstellung „MenschLichtkeit – eine globale Spurensuche“ übernommen und bedauert es sehr, heute Abend nicht selbst hier sein zu können. Deshalb in seinem Namen ein herzliches Willkommen an alle Anwesenden und besonders an Claudio Forner.
Danke, dass Claudio uns an seiner Reise um die Welt und an Momenten, die durch seine Kamera unvergänglich wurden, teilhaben lässt!
Ihm ist es in seinen Bildern gelungen, die Stimmung und den Augenblick einzufangen, die Identität und die Vielfalt, die Verschiedenheit und das Gemeinsame, das Vereinende. Und hier sind wir bei seinem zweiten Blickwinkel über die Fotografie hinaus, dem des Mitarbeiters der Vereinten Nationen. Das Dach der Vereinten Nationen verbindet Nationen und Menschen über alle Grenzen hinweg.

Oder auch: „alle Menschen werden Brüder“, wie es der Text Friedrich Schillers zu Beethovens Ode an die Freude so schön ausdrückt. Bonn ist eine Stadt in der in diesem Geiste Menschen aus über 170 Nationen zusammenleben. Wer in Bonn lebt, kann das Verbindende und Gemeinsame jeden Tag miterleben und mitgestalten. Und noch mehr haben wir diese Chance, wenn die Vereinten Nationen die Welt und unser aller gemeinsame Anliegen dann auch nach Bonn bringen, wie in diesem Herbst zur 23. Weltklimakonferenz. Mit unserem eigenen Engagement für Klimaschutz und Klimaanpassung hier in Bonn und im Miteinander von Städten weltweit, aber vor allem auch – alle gemeinsam, als hervorragende Gastgeber!
Lassen wir uns von den Bildern von Claudio Forner mitnehmen ins Licht des Moments und seine Kostbarkeit. Begegnen wir Menschen und Situationen. Und begegnen wir der Vielfalt und Kostbarkeit, die es zu schützen gilt!.

Welttag der Bekämpfung der Desertifikation und Dürre

Als Bürgermeisterin der UNO-Stadt Bonn ist es mir ein Herzensanliegen, heute den Welttag der Desertifikationsbekämpfung gemeinsam mit dem Übereinkommen zur Bekämpfung der Desertifikation, dem BMZ und der GIZ zu begehen. Wir sehen einen Künstler wieder, der uns bereits 2006 zum Weltjahr der Bekämpfung der Desertifikation außergewöhnliche Blickwinkel auf den Lebensraum Wüste gewährte. Willkommen, Michael Martin mit Ihren neuen Einblicken in die Lebensräume der Extreme!
Sie führen uns mit Ihren Bildern durch Wüste und Ver-Wüstung. Wüste ist Lebensraum. Ver-Wüstung, Landdegradierung … das Gegenteil!

Das Museum König, das nicht nur in eindrucksvoller Weise das Leben auf der Erde präsentiert, sondern auch durch seine Forschung maßgeblich zum Erhalt von Arten und Lebensräumen beiträgt, ist der ideale Ort für diese Gegenüberstellung!
Denn „Leben an Land“ steht als nachhaltiges Entwicklungsziel im Mittelpunkt der Arbeit des Museums – ebenso wie der Arbeit der UNCCD und des Einsatzes deutscher Entwicklungszusammenarbeit für den Erhalt von Lebensgrundlagen insbesondere im globalen Süden.
Auch die Stadt Bonn selbst misst dem Erhalt von Bodenqualität hohe Bedeutung zu. Das tut sie als Standort von rund 20 UN-Organisationen und vieler weiterer themenverwandter Akteure, deren gemeinsames Anliegen Nachhaltigkeit und die Verwirklichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele sind. Und das tut sie im täglichen Einsatz für Böden als Lebensräume in unserer eigenen Stadt – in Stadtplanung, Klimaschutz, Klimaanpassung, Naturschutz – und in der gemeinsamen Arbeit mit Städten in aller Welt. Das tut Oberbürgermeister Ashok Sridharan auch als Erster Vizepräsident des Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit ICLEI Local Governments for Sustainability. ICLEI hat zum Beispiel gerade ein City-Food-Programme aufgelegt. Boden sichert Nahrung und ist Lebensgrundlage – gerade für Städte!
Im September wird der Oberbürgermeister nach Ordos in die Innere Mongolei reisen, um zur 13. Vertragsstaatenkonferenz gemeinsam mit anderen Städtevertretern in den Dialog mit den Vertragsstaaten des Übereinkommens zur Bekämpfung der Desertifikation zu treten.

Und ich bin davon überzeugt, dass Boden und Landdegradierung als Folge des globalen Wandels auch bei der kommenden 23. Weltklimakonferenz eine wichtige Rolle spielen werden. Wie Sie wissen, wird diese Konferenz auf Einladung des Weltklimasekretariats und unter Präsidentschaft der Fidschi-Inseln hier in Bonn stattfinden. Ebenso wie Klimawandel ist Landdegradierung ein globales Querschnittthema, das unser aller Einsatzes bedarf!
Deshalb freue ich mich gleich sehr auf die Diskussionsrunde und natürlich auf die Ausführungen von Herrn Martin zu seinen Bildern und der dahinter stehenden Kampagne des BMZ

Schließen möchte ich nicht nur mit meinen Wünschen für einen impulsreichen Abend. Sondern ich möchte Sie heute anlässlich des Welttages der Desertifikationsbekämpfung herzlich einladen. Dazu, das Thema Boden und die Bekämpfung der Landdegradierung mitzunehmen, das nachhaltige Entwicklungsziel Nr. 15 und das Leben an Land noch mehr als bisher zu Ihrem persönlichen Ziel und Anliegen zu machen!

Jubiläum 25 Jahre UN Women

25 Jahre UN WomenGerne überbringe ich die Glückwünsche der Stadt Bonn zum 25jährigen Bestehen des Deutschen Komitees für UN Women in Bonn.
Seit vielen Jahren hat die Stadt Bonn dessen Arbeit begleitet und unterstützt. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wird in Bonn natürlich lokal bearbeitet. Aber es gewinnt zunehmend auch an Bedeutung am Internationalen Standort Bonn. Schließlich ist die Stadt Bonn gemeinsam mit UN Women Nationales Komitee Deutschland unter den Gründungsmitgliedern des Netzwerks „Gender@International Bonn“ – und unser Oberbürgermeister ein HeforShe!
2016 ist ein Jahr der Jubiläen. Wir haben 20 Jahre Vereinte Nationen in Bonn gefeiert und sind froh darüber, dass Bonn sich als Schaltstelle der Nachhaltigkeit, als „Powerhouse“ international einen Namen gemacht hat. Hier in Bonn sind die Zukunftsthemen der Menschheit verankert. Auch die Impulse zur Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele werden aus Bonn kommen, betrieben von Stellen wie dem Zentrum für Nachhaltigkeit des Mitarbeitercolleges der Vereinten Nationen und der Globalen Aktionskampagne für die nachhaltigen Entwicklungsziele.
Das Ziel 5 der Gleichstellung der Geschlechter, meine Damen und Herren, ist jedoch ein Querschnittsziel, das sich durch fast alle anderen Ziele zieht und ein Schlüssel zu ihrer Erreichung sein wird.

Armut, Hunger, Klimafolgen, schlechte Wasserversorgung haben auf Frauen immer noch andere Auswirkungen als auf Männer. Krisen, Unsicherheit und Ungleichgewicht gefährden sie stärker und anders als Männer. Frauen und Mädchen sind global benachteiligt bis ausgeschlossen vom Zugang zu Bildung, zu Teilhabe, zu Macht. Gehören sie gleichzeitig zu benachteiligten Gruppen – Migrantinnen, Minderheiten, allein erziehende Mütter – haben sie große Probleme auch im deutschen Bildungssystem. Geflüchtete Frauen treffen auf besonders große Hürden. Bildungszugänge nach Fähigkeiten zu vergeben und Mädchen und Frauen aktiv zu unterstützen, zum Beispiel durch Mentoringprogramme, das forderten Bonner Frauenorganisationen in einem Workshop des Netzwerks Gender@International Bonn.
Die andere Seite sind Frauen als Gewaltopfer. Auch, wenn für Frauen, Frieden und Sicherheit mit der Resolution 1325 des Weltsicherheitsrats ein Leuchtfeuer angezündet wurde, so ist die Realität weit vom Anspruch entfernt. Jede dritte Frau in Europa ist eine Gewalt-Überlebende. Die Bonner Frauenhäuser sind überfüllt. Gerade in Krisengebieten und fragilen Regionen haben Frauen stets auch sexualisierte Gewalt zu befürchten. Nicht umsonst hat UN Women zum Beispiel nach den Erdbeben in Nepal für Hygieneartikel für Frauen gesammelt, um diesen Frauen mehr Sicherheit vor Übergriffen zu geben. Nicht umsonst sollen bei uns in Deutschland Gewaltschutzprogramme die Situation von Frauen in Flüchtlingsunterkünften verbessern.

Ich freue mich sehr, dass der heutige Abend nicht nur das Jubiläum feiert, sondern auch in guter Tradition diejenigen würdigt, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen einsetzen. Die Stiftung Apfelbaum und UN Women Nationales Komitee Deutschland zeichnen beispielhafte Projekte, die oftmals nicht nur das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit unterstützen, sondern vielfach auch andere Nachhaltigkeitsziele. Gerade in fragilen Regionen – ob durch Armut oder durch Krisen oder beides instabil in Gesellschaft und Wirtschaft – bedürfen Frauen vielfacher Stärkung. Deshalb ist die Arbeit des UN Women Fonds für die Gleichstellung der Geschlechter so bedeutsam. Denn er setzt sich besonders für die wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit von Frauen ein.
Heute Abend freue ich mich daher nicht nur auf den gemeinsamen Rückblick auf die Erfolgsgeschichte des Deutschen Komitees, sondern auch auf die Begegnung mit einer spannenden Initiative.
Die Stadt Bonn ist stolz darauf, Sitz und Netzwerkpartnerin des Komitees zu sein und auch die heutige Veranstaltung mit auszurichten. Ich freue mich auf interessante Vorträge und Begegnungen. Auch im Namen von Oberbürgermeister Sridharan und 317.000 Bonnerinnen und Bonnern wünsche ich Ihnen und uns weiterhin einen langen Atem und viel Unterstützung bei der Verwirklichung von Geschlechtergleichstellung in Bonn und weltweit.

Eröffnung der Fairen Woche 2016

160513_faire_woche_204x144Auch in diesem Jahr wird in der Aktionswoche unter dem Motto „Fairer Handel wirkt!“ für nachhaltigen Konsum und das faire Handeln von Produkten geworben. Der Stadt Bonn als „Fair Trade Town“ ist der faire Handel ein wichtiges Anliegen. Schon lange liegt bei Entscheidungen in der Beschaffung ein besonderes Augenmerk auf Sozialstandards und Umweltkriterien.
Seit dem ersten Beschluss zur Verhinderung der schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit im Jahre 2004, beschäftigt sich der städtische Einkauf mit der Thematik. Die Stadt Bonn hat inzwischen eine landes- und bundesweit anerkannte Vorreiterrolle für andere Kommunen und ist gefragter Gesprächspartner auf dem Themenfeld der sozialgerechten Beschaffung.
Aus diesem Anliegen heraus, hat die Stadt Bonn 2015 in Kooperation mit der Frauenrechtsorganisation FEMNET ein anspruchsvolles Projekt ins Leben gerufen: Es wurde beschlossen, Dienst- und Schutzkleidung für die Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün fair zu beschaffen. Von Bedeutung war, dass wir bewusst über den Rahmen des Tariftreue- und Vergabegesetzes hinaus, ein Mehr an Sozialstandards fordern wollten.

Berufsbekleidung wird ebenso wie Alltagskleidung größtenteils unter menschenverachtenden Umständen hergestellt. Für die Produktion werden Arbeitskräfte von Unternehmen ausgebeutet, die sich nicht an die ILO-Kernarbeitsnormen halten. Getreu dem Motto „Gute Arbeit fairbindet“ fördern wir menschenwürdige Produktionsbedingungen und erhalten dafür hochwertige Arbeitsschutzkleidung für unsere Mitarbeiter, damit diese gute, sichere und „fair gekleidete“ Arbeit verrichten können.
Wir sind stolz darauf, dass wir den Weg der fairen Beschaffung von Berufskleidung eingeschlagen haben. Es ist wichtig, dass genau hinterfragt wird, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert wurde. Der Faire Handel schafft in den Herstellerländern viel Positives für die Angestellten und deren Familien. Die Anbieter halten internationale Arbeitsnormen ein: Sie müssen zum Beispiel eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden mit maximal zwölf freiwilligen Überstunden anbieten, einen existenzsichernden Lohn zahlen und geregelte Beschäftigungsverhältnisse garantieren. Darüber liefern die Hersteller Nachweise über Produktionsbedingungen und machen Transportwege transparent.
Der erste Teil der Zusammenarbeit zwischen FEMNET und Stadt war erfolgreich, denn die Zuschläge für Hosen, Schutzjacken und Winterwesten für den Gärtner- und Forstbedarf wurden an Produzenten und Händler vergeben, die entweder bereits glaubhafte Gütezeichen vorweisen können oder aber mit einem klaren Plan zugesichert haben, Schritte zur Umsetzung von Sozialmaßnahmen zu ergreifen.
In einem weiteren Schritt sollen nun alle Sportstättenpflegedienste, Bademeisterinnen und Bademeister mit fairer Dienstkleidung ausgestattet werden. Außerdem sollen fair produzierte Sportbälle für Bonner Schulen angeschafft werden.

Für Bonn, als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, ist es selbstverständlich Themen der Nachhaltigkeit auf den kommunalen Alltag runterzubrechen und umzusetzen. Auch in unseren Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, wie z.B. Cape Coast in Ghana, La Paz in Bolivien und Buchara in Usbekistan kooperieren wir zu Themen der kommunalen Daseinsvorsorge, zu Klimaschutz und Klimaanpassung, im Bereich erneuerbare Energien und setzen gemeinsame Projekte um. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für eine globale nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene.

25. Jubiläum „Südwind e.V.“

25Jahre-SWIch möchte dem Südwind-Institut meine allerherzlichsten Glückwünsche zum 25-jährigen Jubiläum aussprechen.
25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – dies ist ein beeindruckender Zeitraum. Als Südwind 1991 gegründet wurde, waren kalter Krieg und atomare Aufrüstung sowie Demokratisierungsbewegungen im Osten prägende Eindrücke der globalen Situation. Heute sind Flucht und Migration, verursacht durch verheerende Bürgerkriege und wirtschaftliche Unsicherheit die prägenden Bilder. Die Themen haben sich verändert, aber die Auswirkungen von Globalisierung und wirtschaftlicher Ungleichheit sind heute fast mehr denn je sichtbar, auch hierzulande. Südwind hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, weltweit wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit zu fördern. Dazu liefern die Engagierten bei Südwind seit 25 Jahren fundierte Studien und entwicklungspolitische Analysen. Sie brechen diese großen komplexen, manchmal auch erdrückend erscheinenden Sachverhalte zu greifbaren Themen herunter. Mit ihrer 2015 begonnenen Kampagne „Change your shoes“ beispielsweise wutrde erstmals unseren Blick darauf gelenkt, was unsere Schuhe konkret mit der Arbeitssituation in China, Indien und Indonesien zu tun haben. Aber die Arbeit hört dort nicht auf. Südwind übersetzt diese Analyseergebnisse auch in Handlungsmöglichkeiten. Sie zeigen auf, wie Verbraucherinnen und Verbraucher, Zivilgesellschaft und Unternehmen konkret zu einem weltwirtschaftlichen Wandel beitragen können. Aufgrund der Mitwirkung Südwinds in zahlreichen kirchlichen, entwicklungspolitischen und unternehmerischen Netzwerken haben sie dabei eine beachtliche Reichweite erlangt.

Wie man auch in der heutigen Fachveranstaltung sehen konnte, spricht Südwind dabei mit vielfältigen Akteuren, mit Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern. Südwind scheut sich nicht, Missstände zu benennen. Das Institut ist heute ein anerkannter Dialogpartner mit ausgewiesener Expertise, der auch von der Bundesregierung immer wieder konsultiert wird. Und – beinahe möchte man sagen „trotzdem“ – hat Südwind es über die letzten 25 Jahre hinweg geschafft, der Überzeugung treu zu bleiben, dass ein anderes Wirtschaftsmodell möglich ist.

Ich freue mich sehr, dass wir eine solche engagierte Organisation hier in der Region haben. Und seit 2014 ist Südwind auch direkt in Bonn im Werner-Schuster-Haus ansässig. In diesem städtischen Gebäude ist quasi ein Mini-NGO-Campus mit gleichgesinnten Organisationen beherbergt.
Es ist gut und wichtig für Bonn, dass wir solche Organisationen hier haben. So wird von den verschiedenen Akteuren in Bonn praktische Politik für eine globale Transformation gestaltet. Da sind die UN-Organisationen, die Bundesministerien, die wissenschaftlichen Institute, aber eben auch mehr als 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Und oft sind es gerade diese Organisationen, die den Wandel in der Gesellschaft initiieren, die das Saatkorn ausstreuen und keimen lassen.

Auch als Kommune sehen wir unsere Verantwortung in globalen Zusammenhängen. So engagieren wir uns konkret in sechs Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, zu Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge und des Klimawandels. Zusammen mit Kooperationspartnern führen wir Veranstaltungen durch, um die Agenda 2030 und die globalen Nachhaltigkeitsziele in Bonn bekannter zu machen. Darüber hinaus möchte die Stadt Bonn die Umsetzung der 2030-Agenda konkret hier vor Ort voranbringen. Daher beteiligen wir uns als eine von NRW-weit 15 Kommunen am Modellprojekt „Global nachhaltige Kommune“. Ziel ist es dabei, eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und so nachhaltiges Handeln in Bonn weiter voran zu bringen.
Die Unterstützung des fairen Handels beispielsweise ist ein Baustein dabei. Gerade beginnt ja wieder die faire Woche. Ich selbst werde heute die Auftaktveranstaltung dazu im Haus der Bildung eröffnen. Bei der Eröffnungsveranstaltung wird unsere faire Dienstkleidung für die Gärtner der Stadt Bonn präsentiert. Zusammen mit der Frauenrechtsorganisation Femnet sind wir das Thema sozialverantwortlicher Einkauf von fairer Dienstkleidung angegangen. Nachdem zuerst das Amt für Stadtgrün auf faire Dienstkleidung „umgerüstet“ hat, wird die faire Beschaffung für Dienstkleidung jetzt im Sport- und Bäderamt fortgesetzt. Künftig werden auch die Bademeister der Stadt Bonn Kleidung aus sozialverantwortlicher Produktion tragen.

Ich denke, ohne das Engagement von einer Organisation wie Südwind wären wir heute nicht so weit. Wir würden nicht so viel wissen über Produktionsbedingungen in der Welt. Weniger Menschen wäre bewusst, dass wir auch unser eigenes Handeln ändern müssen. Weniger Menschen wüssten, was konkret sie dafür in ihrer Umgebung tun können. Daher ein Dankeschön an Südwind für 25 Jahre tolle Arbeit!