Archiv der Kategorie: Internationales

25. Jubiläum „Südwind e.V.“

25Jahre-SWIch möchte dem Südwind-Institut meine allerherzlichsten Glückwünsche zum 25-jährigen Jubiläum aussprechen.
25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – dies ist ein beeindruckender Zeitraum. Als Südwind 1991 gegründet wurde, waren kalter Krieg und atomare Aufrüstung sowie Demokratisierungsbewegungen im Osten prägende Eindrücke der globalen Situation. Heute sind Flucht und Migration, verursacht durch verheerende Bürgerkriege und wirtschaftliche Unsicherheit die prägenden Bilder. Die Themen haben sich verändert, aber die Auswirkungen von Globalisierung und wirtschaftlicher Ungleichheit sind heute fast mehr denn je sichtbar, auch hierzulande. Südwind hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, weltweit wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit zu fördern. Dazu liefern die Engagierten bei Südwind seit 25 Jahren fundierte Studien und entwicklungspolitische Analysen. Sie brechen diese großen komplexen, manchmal auch erdrückend erscheinenden Sachverhalte zu greifbaren Themen herunter. Mit ihrer 2015 begonnenen Kampagne „Change your shoes“ beispielsweise wutrde erstmals unseren Blick darauf gelenkt, was unsere Schuhe konkret mit der Arbeitssituation in China, Indien und Indonesien zu tun haben. Aber die Arbeit hört dort nicht auf. Südwind übersetzt diese Analyseergebnisse auch in Handlungsmöglichkeiten. Sie zeigen auf, wie Verbraucherinnen und Verbraucher, Zivilgesellschaft und Unternehmen konkret zu einem weltwirtschaftlichen Wandel beitragen können. Aufgrund der Mitwirkung Südwinds in zahlreichen kirchlichen, entwicklungspolitischen und unternehmerischen Netzwerken haben sie dabei eine beachtliche Reichweite erlangt.

Wie man auch in der heutigen Fachveranstaltung sehen konnte, spricht Südwind dabei mit vielfältigen Akteuren, mit Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern. Südwind scheut sich nicht, Missstände zu benennen. Das Institut ist heute ein anerkannter Dialogpartner mit ausgewiesener Expertise, der auch von der Bundesregierung immer wieder konsultiert wird. Und – beinahe möchte man sagen „trotzdem“ – hat Südwind es über die letzten 25 Jahre hinweg geschafft, der Überzeugung treu zu bleiben, dass ein anderes Wirtschaftsmodell möglich ist.

Ich freue mich sehr, dass wir eine solche engagierte Organisation hier in der Region haben. Und seit 2014 ist Südwind auch direkt in Bonn im Werner-Schuster-Haus ansässig. In diesem städtischen Gebäude ist quasi ein Mini-NGO-Campus mit gleichgesinnten Organisationen beherbergt.
Es ist gut und wichtig für Bonn, dass wir solche Organisationen hier haben. So wird von den verschiedenen Akteuren in Bonn praktische Politik für eine globale Transformation gestaltet. Da sind die UN-Organisationen, die Bundesministerien, die wissenschaftlichen Institute, aber eben auch mehr als 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Und oft sind es gerade diese Organisationen, die den Wandel in der Gesellschaft initiieren, die das Saatkorn ausstreuen und keimen lassen.

Auch als Kommune sehen wir unsere Verantwortung in globalen Zusammenhängen. So engagieren wir uns konkret in sechs Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, zu Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge und des Klimawandels. Zusammen mit Kooperationspartnern führen wir Veranstaltungen durch, um die Agenda 2030 und die globalen Nachhaltigkeitsziele in Bonn bekannter zu machen. Darüber hinaus möchte die Stadt Bonn die Umsetzung der 2030-Agenda konkret hier vor Ort voranbringen. Daher beteiligen wir uns als eine von NRW-weit 15 Kommunen am Modellprojekt „Global nachhaltige Kommune“. Ziel ist es dabei, eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und so nachhaltiges Handeln in Bonn weiter voran zu bringen.
Die Unterstützung des fairen Handels beispielsweise ist ein Baustein dabei. Gerade beginnt ja wieder die faire Woche. Ich selbst werde heute die Auftaktveranstaltung dazu im Haus der Bildung eröffnen. Bei der Eröffnungsveranstaltung wird unsere faire Dienstkleidung für die Gärtner der Stadt Bonn präsentiert. Zusammen mit der Frauenrechtsorganisation Femnet sind wir das Thema sozialverantwortlicher Einkauf von fairer Dienstkleidung angegangen. Nachdem zuerst das Amt für Stadtgrün auf faire Dienstkleidung „umgerüstet“ hat, wird die faire Beschaffung für Dienstkleidung jetzt im Sport- und Bäderamt fortgesetzt. Künftig werden auch die Bademeister der Stadt Bonn Kleidung aus sozialverantwortlicher Produktion tragen.

Ich denke, ohne das Engagement von einer Organisation wie Südwind wären wir heute nicht so weit. Wir würden nicht so viel wissen über Produktionsbedingungen in der Welt. Weniger Menschen wäre bewusst, dass wir auch unser eigenes Handeln ändern müssen. Weniger Menschen wüssten, was konkret sie dafür in ihrer Umgebung tun können. Daher ein Dankeschön an Südwind für 25 Jahre tolle Arbeit!

Ausstellungseröffnung „Simone Forti“

forti„sound move“ ist Teil eines größeren Programmkomplexes zum Thema KOLLABORATIONEN, den das Beethovenfest mit der Kölner Philharmonie ins Leben gerufen hat. Gestern (Sa, 10.9.) wurde mit der Straßenbahnfahrt der Linie 16 unter dem Titel „Splendid Chaos“ der „Staffelstab“ von Köln an Bonn übergeben. Der Brückenschlag ist also vollzogen und die Kooperation zwischen dem Beethovenfest, dem Kunstmuseum und The BOX LA zeigt einmal mehr, wie wunderbar interdisziplinär das Beethovenfest auch in andere Sparten ausstrahlt.

Unter der Leitung von Nike Wagner richtet das Beethovenfest Bonn mit der heutigen Ausstellung ganz bewusst den Blick auch auf benachbarte Disziplinen, sucht Verbindungen und Schnittstellen zu anderen Kunstformen – zu Tanz, zu Theater, Performance und zur Bildenden Kunst. Dabei präsentiert die Ausstellung „sound move“ eine Werkschau von Arbeiten, die selbst zwischen den verschiedenen Kunstformen changieren, sich nicht in eine Schublade stecken lassen.

Gestatten Sie mir daher zunächst einen kurzen Willkommensgruß an die Künstlerin:
Dear Ms. Forti,
it is a particular pleasure to be able to welcome you to Bonn on the occasion of this vernissage. It fills us with pride and gratitude that you have decided to be present during the opening of this wonderful exhibition. Thank you for taking the time to come!

Meine Damen und Herren, allen Arbeiten der Ausstellung „sound move“ liegt ein performativer Moment zugrunde. Verbindendes Element der Zeichnungen, Objekte, Installationen und Videos ist der Klang. Und Klang – Musik – soll in den kommenden Wochen beim Beethovenfest Bonn 2016 wieder die ganze Stadt erfüllen.
In klassischen Konzertsälen, allen voran in der Beethovenhalle Bonn, aber auch an außergewöhnlichen Orten präsentiert das Beethovenfest Bonn, weltberühmte Orchester, Dirigenten, Solistinnen und Solisten und heute Abend eben: Simone Forti!

Es freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders, dass mit dem Kunstmuseum Bonn und dem Beethovenfest Bonn zwei bedeutende Institutionen der Stadt eine solche Kooperation eingehen. Das Kunstmuseum stellt hier nicht nur einen Rahmen für das, was das Beethovenfeste üblicherweise tut – Konzerte veranstalten – sondern beide Partner gehen eine echte, inhaltliche Kooperation ein.
Das macht das Potential unserer Stadt und das Potential der Beethovenfest Bonn aus: Synergien stiften und ungewöhnliche Projekte ermöglichen, die nur aus der gemeinsamen Bündelung der Kräfte entstehen können.

Machen Sie sich ein Bild davon. Viel Vergnügen!

Diskussionsveranstaltung mit dem Right Livelihood College

3b073d7706Let me extend warm welcome to all of you who have come to our Old Town Hall in Bonn today. A special welcome goes to Ms. Das, Professor Fazal and Mr. Sourani, the three laureates of the Right Livelihood Award who are with us today. In fact, it is you who basically made us all come! We are very happy to have you here and are highly looking forward to hearing more about your dedicated work! I know that you have taken upon you long and partially difficult journeys to come here.

The more I appreciate that, together with the Right Livelihood College, we have again been able to organize a public discussion with three laureates of the Right Livelihood Award. This means that we are having another mini summit here in Bonn with three acclaimed human rights activists who will speak to us. Special events like these can be brought here thanks to our very good relations with the Right Livelihood College, the RLC, at the Center for Development Research at the University of Bonn.

AlternativeNobelsOur first joint activities date five years back already. Since the opening of the RLC Campus Bonn in 2011 the City of Bonn and the RLC have regularly cooperated in a number of projects and initiatives.
Thus, a very vivid partnership has been built, allowing for some exchange with inspiring personalities who are engaged in finding practical solutions for the most pressing challenges to our livelihoods.
At this point I would like to extend my sincere thanks to you, Professor Youkhana, and to your dedicated team at the RLC Bonn, for this good collaboration.

And another word of thanks goes to you, Professor Fazal. In your capacity as Director of the RLC, you have initiated and supported the first steps of the RLC in Bonn from the very beginning. The first RLC workshop during the anniversary conference in 2010 with nearly 80 laureates here in Bonn marked the starting point for a lasting cooperation.

This year our collaboration has been expanded and a new partner organization in Bonn, the Association of German Development Services, came on board. Another warm welcome and thank you goes to Dr. Bethge! It is a great pleasure to see this network and collaboration of activists and scientists grow.

Last not least, let me also extend a word of thanks to the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development as well as to the German Academic Exchange Service, which has financially supported this event and has assisted us in offering this dialogue platform for a number of years now.

Today’s topic is how to empower for change. In Bonn you find a substantial number of organizations engaged in bringing change to the world. 18 UN organizations are based in the city, shaping a sustainable future from here. And there are more than 150 governmental and non-governmental organizations as well as scientific institutes in Bonn, most of them working towards sustainable development. Many people in Bonn are actively supporting global justice and the protection of resources. Just tomorrow we will have another panel right here with Mayor Sridharan, exploring how Agenda 2030 can bring about change at local level, in a city like Bonn.
But what we see is that it is often too difficult to bring about change whatsoever. What is it that actually makes people change their mind, change their life? In Germany we are confronted with a situation where many people have an immense expertise right at hand. Information of all kind is accessible at any point in time. However, what we do or do not do, whether we continue with harmful consumption patterns, for instance, does not seem to be related to the available knowledge at all.
All of our three esteemed guests have definitely brought about change: they have given time and resources, dedicating their entire lives to advocating human rights. They have achieved success through their persistence and personal motivation. Hearing from them can be an inspiration for all of us.
I am delighted that we have the chance to be part of this interesting and encouraging discussion. We are very grateful that we are able to offer a platform in our city where laureates, experts and engaged citizens can meet and discuss the pressing issues of our time.

And I hope that the participants of the international workshop will also find some food for thought to take back home, along with some good memories of your stay in Bonn.

Einweihung der Stele der Beueler Initiative gegen Fremdenhass

IMG_4191Wir sind heute hier zusammen gekommen, um eine neue Stele, die Erinnerung und Mahnung zugleich sein soll, der Öffentlichkeit zu übergeben.
Die neue Stele erinnert an 40 Frauen und Männer sowie 20 Kinder aus Osteuropa, die zwischen 1943 und 1945 in Beuel starben und somit die Befreiung im Jahr 1945 nicht mehr erlebten. Ich bin sehr gespannt auf den Vortrag der Schülerinnen und Schüler, den wir gleich hören werden, der das Leben und Leid der Zwangsarbeiter zum Thema hat.
Zu vielen Hunderttausenden wurden Frauen, Männer und Kinder nach Deutschland verschleppt, nachdem ihre Heimatländer von der deutschen Wehrmacht überfallen worden waren. Als Zwangsarbeiter mussten sie unfassbares Leid erdulden. Ich denke, die Ausmaße des Schreckens können wir uns nicht ansatzweise vorstellen.

Die Schicksale der Zwangsarbeiter sind eng mit unserer Geschichte verknüpft. Das dürfen wir nicht vergessen.
Immer wieder gibt es Menschen, die die Geschichte verdrehen oder Ereignisse leugnen. Die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Gemeinsam und mutig müssen wir diesen Menschen entgegentreten. Fremdenhass und Diskriminierung haben in unserer Stadt keinen Platz. Darauf achten wir und dafür stehen wir gemeinsam ein.
Bonn gehört der 1982 vom Oberbürgermeister von Hiroshima gegründeten Vereinigung der »Mayors for Peace« an. Anlässlich der Bonner Friedenstage 2016 werden wir mehrere Maßnahmen dieses internationalen Netzwerks aufgreifen.
Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen haben wir eine besondere Rolle und auch eine besondere Verantwortung. Wir setzen uns nachhaltig für die Sicherung von Frieden und Freiheit in der Welt ein. Wir wissen jedoch, dass nur ein beharrliches Eintreten möglichst vieler Menschen für Frieden letztendlich dazu beiträgt, unsere Welt sicherer und friedlicher zu machen.

Daher ist der couragierte Einsatz von Bonnerinnen und Bonnern sowie von Bonner Vereinen, Initiativen und Institutionen so wichtig.
Wenn wir gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eintreten, dann ist das oftmals eng verwoben mit dem Gedenken an die Opfer von Rassismus und Terror während der Zeit der Nationalsozialisten. Wir dürfen die Menschen, die Gewalttaten und Verbrechen erdulden, erleiden, aushalten und schließlich mit dem Leben bezahlen mussten, sowie ihre Schicksale und Biographien nicht vergessen. Stolpersteine, Mahnmale und Straßennamen halten die Erinnerung wach. Und diese lebendige Erinnerungskultur ist wichtig.

Ich danke den vielen privaten Spenderinnen und Spendern für die Finanzierung dieser Stele, die zukünftig in würdiger Form auf diesen Erinnerungsort hinweist, sowie allen an der erfolgreichen Realisierung beteiligten Personen und Institutionen.
Ein besonderer Dank gilt der Beueler Initiative gegen Fremdenhass, die die Idee zu diesem Projekt hatte, und allen Bonnerinnen und Bonnern, die sich immer wieder couragiert und engagiert für Vielfalt, gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen das Vergessen einsetzen.

2. Tedx Talks Bonn

8481831It is exciting to be part of the 2nd Bonn Tedx Event! When I was invited to address you tonight, the words of an inspiring woman came to my mind. Her name is Chimamanda Adichie. She is a best-selling Nigerian writer, a feminist – and a gifted speaker on Ted Events. I had the pleasure of listening to her when she spoke about “The danger of a single story”.
She talked about her experience with images that are created by stories. If you read or hear one story, you only have already conjured up one image, adopting one perspective. Like little Chimamanda in her childhood days, who had always been told their houseboy was poor – and who was overwhelmed during a visit of his family, deeply admiring their art and handicraft. She would not have expected anything but a poor family. Because she only had ONE story. Each additional story offers a new choice and adds to the image we have conjured in our minds. Each additional story takes you one step closer to reality.

It is a bit like the story of the blind men sent out by their king to report on the elephant:
One reported a long arm or tentacle, the others some solid pillars, a huge fan, a cord or a huge mass. None of them was able to imagine the elephant as a whole – while the king put together the bits and pieces and in the end could imagine the animal.

It is a healthy approach to have many stories on one same thing. Many views, perspectives and opinions, all bringing in some individual background.
And this is the philosophy of TED – giving the floor to this multitude of stories and images! Telling stories that would remain unheard!

Upon the initiative of Dr. Martin Frick, Director of the Climate, Energy and Tenure Division at FAO, we are happy and proud to be part of the worldwide Ted movement for the second time now – after the first event in the Federal Foreign Office on October 1, 2014. Thank you, Dr. Frick, for bringing TED to Bonn!
Tonight, I would also like to thank Richard Dictus, Executive Coordinator of the UN Volunteers, for facilitating the TEDx entry on the UN Campus.

Our city is the place where UN Bonn is shaping a sustainable future. This year we are celebrating 20 Years of UN Bonn and we are very proud of this anniversary!
For those of you who have no plans for Sunday, you are kindly invited to come to our Open Day at Villa Hammerschmidt from 11 onwards to celebrate with us!

Actually, the United Nations stand for the opposite of a single story – they stand for multilateralism and a multitude of opinions. Therefore I consider it more than appropriate to include a platform for opinions and stories like TED in the UN anniversary agenda.

Let us now listen to some stories and see the pictures they conjure in our minds. And let us always be open to new stories adding to them. In TEDx events and in our daily lives.
And, above all: let us mistrust any single story!

Before we now welcome the amazing storytellers of tonight, I would like to invite all of you to stay around for a while after the talks. Join us for the reception hosted by the City of Bonn. Seize the opportunity to talk about the stories we have just heard, to make new contacts – and to add new bits and pieces to the images in your head.

TEDx Bonn Homepage