Archiv der Kategorie: Kultur

Videonale 16 im Kunstmuseum Bonn

Videonale Homepage

Die 16. Videonale rückt Bonn einmal mehr als lebendiges Zentrum für Film- und Medienkunst und als weltoffene und internationale Stadt in das Bewusstsein des Publikums. Sie ist Treffpunkt und Forum für Künstlerinnen und Künstler, Kuratoren, Verleiher und Galeristen aus aller Welt und steht als international ausgeschriebener Wettbewerb Künstlerinnen und Künstlern weltweit offen.

Die Videonale, das Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen war von Beginn an – und ist es auch heute noch – eine anerkannte Plattform für die Präsentation aktueller Tendenzen in der Video- und Medienkunst. 1984 als Initiative von Bonner Studenten als erstes deutsches Videokunstfestival gegründet, hat sich die Videonale seitdem durch immer wieder neue Formen der Präsentation von Videokunst einen Namen gemacht. Sie hat sich zu einem der wichtigsten und renommiertesten Festivals für Videokunst in Deutschland und Europa entwickelt. Wir eröffnen heute Abend die 16. Videonale und es freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders, dass die Eröffnung zum siebten Male im Kunstmuseum Bonn stattfindet.

Bis heute versteht sich die Videonale als Festival für sowohl junge aufstrebende Künstlerinnen und Künstler als auch für etablierte Positionen der nationalen und internationalen Videokunst. Die Videonale hat sich zu einer festen Institution entwickelt. Sie besitzt weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus enorme Strahlkraft. Nicht ohne Grund werden die Arbeiten im Anschluss an die Präsentation hier in Bonn unter dem Motto „Videonale on Tour“ bei Festivals und in Museen weltweit gezeigt. Doch zunächst können wir uns auf die sechswöchige „Videonale-Ausstellung am Rhein“ freuen.
Das breite Spektrum der Präsentationsformen ist eine Bereicherung für das Kulturangebot in unserer Stadt, in der viele künstlerische Ausdrucksformen und Stilrichtungen eigene Veranstaltungsformate und –reihen begründet haben, die sehr gut angenommen werden. Mit dem Videonale-Parcours strahlt die Videonale über das Kunstmuseum hinaus in die Bonner Innenstadt hinein. Insbesondere in der Bonner Nordstadt konzentriert sich ein Teil des Programms, Stadtspaziergänge zum Parcours mit anschließendem Kaffee und Gespräch im Bonner Kunstverein sollen den Dialog mit den Menschen dieses Viertels fördern.
In der Nordstadt haben in den letzten Wochen auch bereits die Video-Abende stattgefunden, für die Bonnerinnen und Bonner ihr privates Wohnzimmer für gemeinsame Videosichtungen zur Verfügung gestellt haben. Auch das trägt zur weiteren Verankerung der Videonale in der Bevölkerung bei.

Vorträge, Diskussionen, Screenings, Performances und Sonderpräsentationen zu künstlerischen Positionen beleben während der Ausstellungslaufzeit das Kunstmuseum ebenso, wie verschiedene Orte in unserer Stadt. Darüber hinaus wird es insgesamt drei mehrtägige Workshops geben, einer adressiert sich dabei besonders an Geflüchtete, das ist gut so, denn eine offene Willkommenskultur hat viele Facetten, auch die Kunst kann hier Angebote machen und die Videonale macht es vor.

Mein Dank gilt der Jury, die aus den Einsendungen 43 künstlerische Positionen ausgewählt hat, dem Kunstmuseum Bonn, den Förderern und Sponsoren des Festivals, insbesondere der fluentum Collection Berlin, die in diesem Jahr zum ersten Mal den Videonale-Preis, der gleich verliehen wird, finanziert hat. Und ein ganz besonders herzliches Dankeschön für die künstlerische Leitung gilt Tasja Langenbach und ihrem Team!

Preisverleihung Toys2Masters-Finale 2016

Video der Gewinnbekanntgabe Toys2Masters2016
toys2masters-bandwettbewerb_finale_03-12-2016Nach 30 Konzerten ging der diesjährige Toys2masters Wettbewerb zu Ende. Natürlich wurde auch bei der 22. Ausgabe ein Sieger gekürt und ich freue mich sehr, dass ich als Bürgermeisterin der Stadt Bonn den Gewinner des Finales bekannt geben durfte. Herzklopfen!!!

Ich gratuliere den Organisatoren zu dieser gelungenen Veranstaltung und natürlich allen Musikerinnen und Musikern, die es bis ins Finale geschafft haben. Das alleine ist schon ein Wahnsinns-Erfolg.
Und man sieht: Bonn kann nicht nur Klassik, Bonn kann auch Rock!

Der Sieger 2016 ist: Millenia!

Ausstellungseröffnung „Simone Forti“

forti„sound move“ ist Teil eines größeren Programmkomplexes zum Thema KOLLABORATIONEN, den das Beethovenfest mit der Kölner Philharmonie ins Leben gerufen hat. Gestern (Sa, 10.9.) wurde mit der Straßenbahnfahrt der Linie 16 unter dem Titel „Splendid Chaos“ der „Staffelstab“ von Köln an Bonn übergeben. Der Brückenschlag ist also vollzogen und die Kooperation zwischen dem Beethovenfest, dem Kunstmuseum und The BOX LA zeigt einmal mehr, wie wunderbar interdisziplinär das Beethovenfest auch in andere Sparten ausstrahlt.

Unter der Leitung von Nike Wagner richtet das Beethovenfest Bonn mit der heutigen Ausstellung ganz bewusst den Blick auch auf benachbarte Disziplinen, sucht Verbindungen und Schnittstellen zu anderen Kunstformen – zu Tanz, zu Theater, Performance und zur Bildenden Kunst. Dabei präsentiert die Ausstellung „sound move“ eine Werkschau von Arbeiten, die selbst zwischen den verschiedenen Kunstformen changieren, sich nicht in eine Schublade stecken lassen.

Gestatten Sie mir daher zunächst einen kurzen Willkommensgruß an die Künstlerin:
Dear Ms. Forti,
it is a particular pleasure to be able to welcome you to Bonn on the occasion of this vernissage. It fills us with pride and gratitude that you have decided to be present during the opening of this wonderful exhibition. Thank you for taking the time to come!

Meine Damen und Herren, allen Arbeiten der Ausstellung „sound move“ liegt ein performativer Moment zugrunde. Verbindendes Element der Zeichnungen, Objekte, Installationen und Videos ist der Klang. Und Klang – Musik – soll in den kommenden Wochen beim Beethovenfest Bonn 2016 wieder die ganze Stadt erfüllen.
In klassischen Konzertsälen, allen voran in der Beethovenhalle Bonn, aber auch an außergewöhnlichen Orten präsentiert das Beethovenfest Bonn, weltberühmte Orchester, Dirigenten, Solistinnen und Solisten und heute Abend eben: Simone Forti!

Es freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders, dass mit dem Kunstmuseum Bonn und dem Beethovenfest Bonn zwei bedeutende Institutionen der Stadt eine solche Kooperation eingehen. Das Kunstmuseum stellt hier nicht nur einen Rahmen für das, was das Beethovenfeste üblicherweise tut – Konzerte veranstalten – sondern beide Partner gehen eine echte, inhaltliche Kooperation ein.
Das macht das Potential unserer Stadt und das Potential der Beethovenfest Bonn aus: Synergien stiften und ungewöhnliche Projekte ermöglichen, die nur aus der gemeinsamen Bündelung der Kräfte entstehen können.

Machen Sie sich ein Bild davon. Viel Vergnügen!

Einweihung der Stele der Beueler Initiative gegen Fremdenhass

IMG_4191Wir sind heute hier zusammen gekommen, um eine neue Stele, die Erinnerung und Mahnung zugleich sein soll, der Öffentlichkeit zu übergeben.
Die neue Stele erinnert an 40 Frauen und Männer sowie 20 Kinder aus Osteuropa, die zwischen 1943 und 1945 in Beuel starben und somit die Befreiung im Jahr 1945 nicht mehr erlebten. Ich bin sehr gespannt auf den Vortrag der Schülerinnen und Schüler, den wir gleich hören werden, der das Leben und Leid der Zwangsarbeiter zum Thema hat.
Zu vielen Hunderttausenden wurden Frauen, Männer und Kinder nach Deutschland verschleppt, nachdem ihre Heimatländer von der deutschen Wehrmacht überfallen worden waren. Als Zwangsarbeiter mussten sie unfassbares Leid erdulden. Ich denke, die Ausmaße des Schreckens können wir uns nicht ansatzweise vorstellen.

Die Schicksale der Zwangsarbeiter sind eng mit unserer Geschichte verknüpft. Das dürfen wir nicht vergessen.
Immer wieder gibt es Menschen, die die Geschichte verdrehen oder Ereignisse leugnen. Die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Gemeinsam und mutig müssen wir diesen Menschen entgegentreten. Fremdenhass und Diskriminierung haben in unserer Stadt keinen Platz. Darauf achten wir und dafür stehen wir gemeinsam ein.
Bonn gehört der 1982 vom Oberbürgermeister von Hiroshima gegründeten Vereinigung der »Mayors for Peace« an. Anlässlich der Bonner Friedenstage 2016 werden wir mehrere Maßnahmen dieses internationalen Netzwerks aufgreifen.
Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen haben wir eine besondere Rolle und auch eine besondere Verantwortung. Wir setzen uns nachhaltig für die Sicherung von Frieden und Freiheit in der Welt ein. Wir wissen jedoch, dass nur ein beharrliches Eintreten möglichst vieler Menschen für Frieden letztendlich dazu beiträgt, unsere Welt sicherer und friedlicher zu machen.

Daher ist der couragierte Einsatz von Bonnerinnen und Bonnern sowie von Bonner Vereinen, Initiativen und Institutionen so wichtig.
Wenn wir gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eintreten, dann ist das oftmals eng verwoben mit dem Gedenken an die Opfer von Rassismus und Terror während der Zeit der Nationalsozialisten. Wir dürfen die Menschen, die Gewalttaten und Verbrechen erdulden, erleiden, aushalten und schließlich mit dem Leben bezahlen mussten, sowie ihre Schicksale und Biographien nicht vergessen. Stolpersteine, Mahnmale und Straßennamen halten die Erinnerung wach. Und diese lebendige Erinnerungskultur ist wichtig.

Ich danke den vielen privaten Spenderinnen und Spendern für die Finanzierung dieser Stele, die zukünftig in würdiger Form auf diesen Erinnerungsort hinweist, sowie allen an der erfolgreichen Realisierung beteiligten Personen und Institutionen.
Ein besonderer Dank gilt der Beueler Initiative gegen Fremdenhass, die die Idee zu diesem Projekt hatte, und allen Bonnerinnen und Bonnern, die sich immer wieder couragiert und engagiert für Vielfalt, gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen das Vergessen einsetzen.

Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016

Mit der Internationalisierung des Dorothea-von-Stetten-Kunstpreises wird seit 2014 die Kunstproduktion jeweils eines Nachbarlandes in den Fokus gerückt.

Bonn ist seit jeher europäisch geprägt, nicht nur durch seine „Europäer“. Robert Schuman, Wegbereiter der Europäischen Union, studierte hier Rechtswissenschaften. Die Ode „An die Freude“, die 9. Symphonie des berühmtesten Sohnes der Stadt, Ludwig van Beethoven, ist inzwischen jedem als Europahymne vertraut. „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“ heißt es dort unter anderem auch. Das ist doch ein wunderbares Leitmotiv für einen Abend, bei dem es um den gemeinsamen Blick auf europäische Nachwuchskunst geht.

Mit der Gruppenausstellung, die wir heute Abend eröffnen richten wir den Blick auf Arbeiten unserer europäischen Nachbarn aus den Niederlanden. Bis zum 25. September bietet sich uns hier im Kunstmuseum Bonn die Gelegenheit, die vitale, multikulturell ausgerichtete Kunstszene der Niederlande kennen zu lernen. Die anwesenden Künstlerinnen und Künstler möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz besonders herzlich begrüßen. Für den Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016 sind nominiert: Dan Walwin, Taocheng Wang und Aimée Zito Lema. Alle drei bilden eine erstklassige, junge, frische Vertretung der zeitgenössischen niederländischen Kunstszene.

Der mit 10.000 Euro dotierte Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis wurde 1984 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. Die Stiftung ist von der vor fünf Jahren verstorbenen Bonner Mäzenin Dorothea von Stetten gegründet worden. Sie ist ein herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement für Kunst und Kultur in unserer Stadt. Durch ihre Gründung wird es ermöglicht, junge Kunst zu fördern und museal auszustellen.
Als Ausstellungsleiterin an der amerikanischen Botschaft hat Dorothea von Stetten zunächst 1963 den Bonner Kunstverein begründet und sich seit den achtziger Jahren tatkräftig für das Kunstmuseum Bonn eingesetzt. Sie hat den Verein der Freunde des Kunstmuseums ins Leben gerufen und bereits 1983, in ihrem 70. Lebensjahr, eine Stiftung initiiert. Diese Stiftung hat es sich seitdem zur Aufgabe gemacht junge Kunst zu fördern in Verbindung mit einer Ausstellung des Kunstmuseums Bonn und einem repräsentativen Katalog.
Dorothea von Stetten lässt uns mit diesem Kunstpreis über ihren Tod hinaus an ihrer lebenslangen Freude zur Kunst teilhaben. Dem Kunstmuseum Bonn, dem sie ihre bedeutende Sammlung von Papierarbeiten übertrug, war sie über Jahrzehnte eng verbunden.

Den Nominatoren, dem Intendanten des Kunstmuseums Bonn, Professor Dr. Stephan Berg und seinem engagierten Team danke ich sehr herzlich für die geleistete Arbeit im Vorfeld zu dieser Ausstellung, ohne die ein solches Projekt gar nicht umsetzbar gewesen wäre. Danken möchte ich auch den Künstlerinnen und Künstlern, die in diesem Jahr in unserem Kunstmuseum ausstellen und den Mitgliedern der Jury, deren Votum wir heute Abend mit Spannung erwarten.

Lassen wir uns heute und in Zukunft als Europäerinnen und Europäer von der Freude und von dem Gedanken der Versöhnung tragen und inspirieren. Jede Begegnung schafft Verständnis und Verständigung, jede Begegnung ist ein Stück gemeinsam gelebtes Europa.