Archiv der Kategorie: Soziales

25 Jahre Bonn Lighthouse e.V.

Menschen, die sich an Bonn Lighthouse wenden, befinden sich meist in einer schwierigen Lage, die von Krankheit und Leiden geprägt ist. Mit beeindruckendem haupt- und ehrenamtlichem Einsatz bieten Sie den Betroffenen und ihren Angehörigen Beratung und konkrete Hilfen an. Im Wohnprojekt von Bonn Lighthouse beispielsweise finden Menschen mit chronischen, unheilbaren Krankheiten bis zum Lebensende ein Zuhause. Das Angebot der eigenständigen Wohnmöglichkeit mit individueller Unterstützungsmöglichkeit für diesen Personenkreis ist einzigartig in Bonn und der Umgebung.

Der Leitsatz vom Bonn Lighthouse lautet:
JA ZUM LEBEN!

Dieser Ansatz findet sich in den Angeboten wieder: Im Wohnprojekt finden Gemeinschaftsaktivitäten statt und dort werden gemeinsam Feste gefeiert.Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bonn Lighthouse haben immer die Lebensqualität der Betroffenen im Fokus.
Die Hilfen, die Bonn Lighthouse mit seinen hauptamtlichen und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden leistet, bereichert die soziale Landschaft in Bonn. Und zwar in einem Bereich, der zum Leben dazu gehört, aber oftmals ausgeblendet wird: in Zeiten der Krankheit und in der letzten Lebensphase.
Bereits der Leuchtturm im Logo von Bonn Lighthouse symbolisiert das Licht, das in das Leben der Menschen gebracht werden kann – mit Aufmerksamkeit, Toleranz, aber auch viel persönlichem Einsatz. Bonn Lighthouse akzeptiert und begleitet dabei unterschiedliche Persönlichkeiten in ihren ganz eigenen und verschiedenen Lebensstilen. Die Betroffenen werden so in das Leben mit einbezogen und nehmen auch am Leben teil, soweit ihnen dies möglich ist und soweit sie dies möchten.
Hospizarbeit findet meist im Stillen statt. Umso wichtiger ist es, diese Arbeit auch einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. Ein Jubiläum ist ein guter Anlass dazu! Bei der sicherlich nicht leichten Arbeit wünsche ich Bonn Lighthouse mit all seinen Helferinnen und Helfern weiterhin viel Kraft und eine gedeihliche Entwicklung.

15-jähriges Bestehen des Vereins Ausbildung statt Abschiebung (AsA)

Seit 15 Jahren betreibt der gemeinnützige Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ nun schon diverse Projekte mit Geflüchteten.
Jugendliche, die ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind, werden vom Verein umfassend beraten und unterstützt. Die Heranwachsenden zwischen 14 und 27 Jahren lernen hier, was ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten sind und lernen diese auszubauen und zu nutzen.

Bonn ist eine internationale und weltoffene Stadt, in der Menschen aus allen Kontinenten und fast allen Ländern der Erde leben. Wir setzen uns als Stadt mit allem Nachdruck dafür ein, dass alle Bonnerinnen und Bonner gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und sich hier zuhause fühlen.
Dies gilt in ganz besonderer Weise auch für diejenigen, die als Geflüchtete hier bei uns Zuflucht suchen und auf Schutz und Hilfe hoffen. Der Verein AsA trägt durch seine Arbeit dazu bei, dass sich die Jugendlichen in unserer Stadt schnell heimisch und willkommen fühlen.

Die individuelle Betreuung ist nur möglich, weil über 70 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großartige Arbeit leisten. Das angebotene Konzept bietet ein stadtweit einzigartiges und vielfältiges Angebot, das von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerne angenommen wird. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in den letzten Jahren die Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stark angestiegen ist, ist das ehrenamtliches Engagement herausragend. Dafür möchte ich sehr herzlich und mit großer Anerkennung danken. Ich schließe in meinen Dank ganz besonders herzlich Frau Ruppert ein. Eine Stadt braucht Initiativen und Menschen, die gute Ideen in die Tat umsetzen. Sie haben mit der Gründung von AsA eine solche Initiative ergriffen.
Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen. Ich hoffe, dass auch in den kommenden Jahren wieder zahlreiche Spenden zusammen kommen, damit Ihre großartige Arbeit weiter geführt werden kann und weiterhin viele Geflüchtete erfolgreich und schnell integriert werden können.

Ich wünsche dem Verein Ausbildung statt Abschiebung e. V., den Mitarbeitern, den Ehrenamtlichen, allen Mitgliedern und auch den Jugendlichen weiterhin Kraft und Engagement für die so wertvolle und wichtige Arbeit, die ein wesentlicher Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Miteinander ist, heute und für die Zukunft.

77. Hauptversammlung der deutschen UNESCO-Kommission

Ich freue mich sehr, Sie heute Abend im Alten Rathaus begrüßen zu können. Herr Oberbürgermeister Sridharan hat Ihnen ja schon heute Nachmittag bei der Eröffnung erläutert, warum die Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission für uns von ganz besonderer Bedeutung ist.

Ich hoffe, Sie hatten einen interessanten Nachmittag im Universitätsclub Bonn und ich hoffe auch, dass möglichst viele von Ihnen die Fahne ganz außen vor unserem Alten Rathaus gesehen haben. Sie ist uns für unser Engagement im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung – „BNE“ verliehen worden. Dieses Thema ist für uns von so zentraler Bedeutung, dass diese Fahne dort täglich hängt, nicht nur wenn wir Vertreter der Deutschen UNESCO-Kommission zu Gast haben.

Da ich davon ausgehe, dass Sie heute Nachmittag bereits genug Inhaltliches gehört haben, möchte ich Ihnen ganz kurz etwas zu den Räumen erzählen, in denen wir uns hier befinden:
Der Grundstein zu unserem Alten Rathaus im Rokoko-Stil wurde 1737 von Kurfürst Clemens-August gelegt. Die Pläne für das Rathaus stammten vom kurfürstlichen Hofbaumeister Michel Leveilly, der als „guter Bönnscher Baumeister“ galt und von dem bereits mehrere Bauwerke – wie zum Beispiel das Koblenzer Tor – stammten.
Max Franz, der letzte Kurfürst, war der erste bedeutende Mäzen von Ludwig van Beethoven, der in Bonn vor rund 247 Jahren geboren wurde. Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird im Jahr 2020 als nationales und internationales Ereignis gefeiert. Das Festprogramm soll im Jubiläumsjahr Leben und Werk Ludwig van Beethovens angemessen würdigen.

Wir befinden uns hier im sogenannten Gobelinsaal. Etwa fünf Jahrzehnte lang war dies der Ort, an dem sich Staatsgäste aus aller Welt, gekrönte und ungekrönte Staatsoberhäupter in unser Goldenes Buch eingetragen haben. John F. Kennedy, Mutter Theresa und Nelson Mandela sind nur einige der Persönlichkeiten, die hier in diesem Raum unser Goldenes Buch unterzeichnet haben.

Nach dem Umzug der Bundesregierung waren es insbesondere Vertreter der Vereinten Nationen, wie zum Beispiel der damalige UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, die hier zu Gast waren.
Heute sind Sie unsere besonderen Gäste, für die wir sehr gerne „unsere gute Stube“ geöffnet haben. – Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und einen angenehmen Aufenthalt in Bonn.

Veranstaltung „URBAN GARDENING – Gestaltung, Mitwirkung, Organisation“ der Quartiersakademie NRW

urban-gardening_nu-ver-1486745386133die Quartiersakademie NRW richtet heute den Blick auf Bonn! Dies freut mich in hohem Masse, denn Urban Gardening ist uns in Bonn ein wichtiges Anliegen. Was bedeutet mir persönlich, als Großstädterin, das Urban Gardening, wurde ich gefragt. Meine Antwort: „Den Asphalt zum Blühen bringen.“

2017_02_08_urban-gardening_foto1Unter dem Stichwort „Urban Gardening“ hat es in den letzten Jahren deutschlandweit eine Renaissance des Gärtnerns in der Stadt gegeben. „Urban Gardening“ steht für die gemeinsame gärtnerische Nutzung von unterschiedlichen Flächen in den Innenstädten. Menschen versuchen Rest- und Brachflächen im Stadtbild durch ihre gärtnerischen Ideen zu gestalten. Welche Erfahrungen Sie dabei gemacht haben, welche Ideen dabei entstanden sind, darüber will die Quartiersakademie heute informieren.

Der heutige Tag bietet Gelegenheit zum Lern- und Erfahrungsaustausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft. Dabei stehen Leuchtturmprojekte, wie die Prinzessinnengärten in Berlin oder der Gemeinschaftsgarten Neuland in Köln, als Vorbilder für andere Kommunen in NRW im Fokus der Diskussion.

Aber auch die Bonner Projekte können sich sehen lassen. Hier wird bereits vielfältig urban gegärtnert – auch hier in der Ermekeilkaserne, dem heutigen Veranstaltungsort. Bis zum Sommer 2016 hat hier eine Gruppe von Hobbygärtnern im Innenhof der Ermekeilkaserne gemeinsam gepflanzt, gepflegt und geerntet. Dafür hat die 2005 gegründete Garteninitiative „Initiative zur zivilen Nutzung der Bonner Ermekeilkaserne“ für Haus 1 und 2 ein Nutzungskonzept erarbeitet, um den Bereich temporär als öffentlichen Garten zu nutzen. In über hundert selbstgebauten Pflanzkisten gedeihte seit 2014 allerlei Essbares. Leider musste diese Nutzung im Mai 2016 eingestellt werden – eine Folge des Flüchtlingszustroms.

Die Stadt Bonn arbeitet aber bereits an der Schaffung neuer öffentlicher Gartenflächen im Bonner Stadtgebiet und plant in Kürze auch einen Online-Auftritt zum Thema „Urban Gardening“, der dann auch Informationen zu den zur Verfügung stehenden Flächen, Hinweise zum Procedere und zu den vertraglichen Konditionen enthält.

So unterschiedlich wie die Formen der urbanen Gärten sind, so unterschiedlich sind auch die Beweggründe der aktiv Beteiligten: Von der Lust am Gemüsebau über soziale bis hin zu politischen Motiven ist alles vertreten. Urban Gardening“ trägt dazu bei sozial und kulturell gemischte, generationenübergreifende Quartiere mit vielfältiger und vor allem ökologisch nachhaltiger Nutzung zu etablieren.
Das ist nicht immer einfach, aber zarte Pflänzchen brauchen ebenso viel Hilfe und Pflege wie innovative Ideen. Ich wünsche dafür heute einen gelingenden Tag.

Veranstaltung „URBAN GARDENING – Gestaltung, Mitwirkung, Organisation“

40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Bewegung

„Besser handeln als sich misshandeln lassen!“hilfetelefon_banner
Dieser Aufruf in der Kopfzeile der Konzeption des Bonner Autonomen Frauenhauses passt gut zum Thema der heutigen Fachtagung »Gewalt gegen Frauen beenden«.

Es ist kaum zu glauben und gleichzeitig untragbar, dass im 21. Jahrhundert und in unserer „modernen“ Welt Gewalt gegen Frauen immer noch ein Thema ist. In Zeiten des Zuzugs vieler Frauen aus Ländern, in denen Gleichberechtigung und Emanzipation im Alltag nicht selbstverständlich ist, ist das Thema sogar aktueller denn je. Die Ereignisse an Silvester 2015 in Köln haben gerade hier im Rheinland zu neuen Diskussionen geführt. Leider wurde dabei allzu stark auf rassistische Hintergründe abgezielt. Der Blick auf die alltägliche sexualisierte Gewalt geriet in den den Hintergrund. Dabei wollen wir es aber nicht belassen!

Gewalttaten verfolgen, den Opferschutz bei häuslicher Gewalt verbessern und verlässliche Hilfestrukturen etablieren sowie die Entwicklung von Standards in der Zusammenarbeit zum Abbau häuslicher Gewalt sind dauerhaft wichtige Anliegen. Seit nunmehr 40 Jahren werden diese Anliegen durch die Autonomen Frauenhäuser und seit 1980 auch durch die ZIF mit Nachdruck verfolgt. Sie machen sich stark dafür, dass das Thema »Gewalt gegen Frauen« nicht in den Hintergrund gerät.

Sie setzen sich dafür ein, die Situation der Betroffenen zu verbessern. Denn durch die intensive und mit viel Engagement betriebene Arbeit können Frauen auf ein umfassendes Netzwerk kompetenter und vor allem auch „menschlicher“ Hilfe zugreifen. Durch die Aufnahme in einem Frauenhaus und die umfassende nachsorgende Arbeit kann oft Schlimmeres verhindert werden. Nicht außer Acht gelassen werden darf hier vor allem die psychische Komponente mit dramatischen Folgen.

Die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ und das Autonome Frauenhaus sind zusammen mit dem Frauenhaus und der Beratungsstelle von „Hilfe für Frauen in Not“ ein wichtiges Angebot der sozialen Infrastruktur in Bonn. Sie sind eine wirkungsvolle Hilfe für betroffene Bürgerinnen und deren Kinder.

Seitdem die ersten Frauenhäuser entstanden und »Gewalt gegen Frauen« aus dem Privatbereich heraus ein öffentliches Thema wurde, hat sich in unserer Stadt einiges bewegt und geändert. »Gewalt gegen Frauen« ist kein Tabu-Thema mehr. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Schutz- und Hilfemaßnahmen hat sich durchgesetzt. Heute bieten in Bonn zwei Träger betroffenen Frauen und deren Kindern Schutz.

Die Stadt Bonn unterstützt die beiden Frauenhäuser mit der Finanzierung im Bereich der Personal- und Sachkosten. Zudem ist eine kleine, aber effektive Änderung auch im Leistungsbereich des Amtes für Soziales und Wohnen erfolgt: Dort kümmert sich eine weibliche Mitarbeiterin als feste Ansprechpartnerin um die sozialhilferechtlichen Belange der Bewohnerinnen.

Der Opferschützer der Bonner Polizei und die Frauenberatungsstelle des Vereins „Frauen helfen Frauen“ arbeiten intensiv zusammen. An dieser Stelle möchte ich auch die Beratungsstelle „Frauen gegen sexualisierte Gewalt“ erwähnen, die auch durch die Stadt Bonn finanziell gefördert wird.

Allen, die für und mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern arbeiten, danke ich ganz herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Die Arbeit der Beratungsstelle und der Autonomen Frauenhäuser war in den vergangenen vier Jahrzehnten wichtig und sie ist es leider nach wie vor!