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15jahriges Bestehen des Internationalen Frauenzentrums Bonn

imageIch freue mich über die Einladung und die Gelegenheit, heute erfolgreiche 15 Jahre Internationales Frauenzentrum in Bonn zu feiern.
Letzten Mittwoch durfte ich den Preis von UN-Women und der Stiftung Apfelbaum an das „Women’s Information, Communication and Technology Centre“, ein Frauenbildungsprojekt in Afghanistan, mit verleihen. dabei hatte ich Gedanken an die junge Malala, die unendlich viele Türen für Mädchenbildung öffnete und dafür den Friedensnobelpreis erhielt.
Auch heute habe ich Gedanken an die globale Situation von Frauen. Vor rund 20 Jahren wurde die Pekinger Aktionsplattform verabschiedet. Die vierte Frauenkonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 1995 war eine Folgemaßnahme zu den bereits zuvor von der internationalen Gemeinschaft unternommenen Anstrengungen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Rechte von Frauen. Es wurden zwölf Hauptproblembereiche genannt, in denen spezifische Maßnahmen erforderlich sind:

  1. Frauen und Armut
  2. Bildung und Ausbildung von Frauen
  3. Frauen und Gesundheit
  4. Gewalt gegen Frauen
  5. Frauen und bewaffnete Konflikte
  6. die Frau in der Wirtschaft
  7. Frauen in Macht- und Entscheidungspositionen
  8. institutionelle Mechanismen zur Förderung der Frau
  9. Menschenrechte der Frauen
  10. Frauen und die Medien
  11. Frauen und Umwelt
  12. Mädchen

Ihre Forderungen sind – leider, leider, leider – immer noch brandaktuell! Nicht nur, was den Zugang von Frauen zu Bildung anbelangt – auch wenn dies ein besonders brennender Punkt ist.

Nach wie vor sind Frauen das ärmere Geschlecht, das ungebildetere, das gesundheitlich gefährdetere (nicht nur durch Geburten, sondern auch z.B. durch Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung und durch die Verweigerung sexueller Selbstbestimmung). Frauen sind von Gewalt stärker bedroht als Männer. Sexualisierte Gewalt wird
als Waffe gegen sie eingesetzt. Ihre Menschenrechte werden in vielen Zusammenhängen verletzt. Frauen sind das Geschlecht, das fliehen muss. 80 % der Flüchtlinge und Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Frauen sind das wirtschaftlich unterlegene Geschlecht und werden weniger an Entscheidungen beteiligt. Mädchen und Frauen sind global gesehen öfter Opfer von Diskriminierung – vom Erbrecht bis zur Teilhabe.

Um die Defizite zu überwinden braucht gute Mechanismen, vor allem eine andere Art der Kommunikation. Wir müssen die Stärken von Frauen in die Prozesse einbringen, zum Beispiel auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Und Frauen haben Stärken!
Frauen brauchen dafür eine Ermunterung oder „Ermächtigung“ … das englische Wort „Empowerment“ ist viel schöner. Das klingt schon nach Frauenpower!

Und „Frauenpower“ auf bönnsch war es auch, die 1999 aufeinandertraf! Ea gab damals Runde Tische zur Lokalen Agenda, dabei ein Tisch „Internationales“, an dem sich viele Organisationen, aber auch der Ausländerbeirat beteiligten. Kurz gesagt ist das IFZ ein ganz konkretes Ergebnis dieses Prozesses!
Etliche Frauen der 1. Stunde sind heute hier und immer noch engagiert: Die Gründungsvorsitzende Constanza Paetau, Eleanor Koch, Alphonsine Kayanamura und Gabriele Albert-Trappe. Und bereits an dieser Stelle möchte ich Lob für Geleistetes und ein Dankeschön an diese 1. Generation und die vielen engagierten Frauen der letzten 15 Jahre aussprechen! Ich denke hier z.B. an die ehemalige Vorsitzende Anne-Marie-Laurent, die nach wie vor im IFZ berät.
Und natürlich ein ganz großer Dank an Noushin Shojaei und ihr jetziges Team aus Frauen in Ehrenamt und Hauptamt!

Sie sehen: das IFZ ist Frauenpower pur. das internationale Frauenzentrum ist aus dem EINE-WELT-Gedanken entstanden und für die Eine Welt aktiv!
Bonn ist eine Stadt, in der Menschen aus über 170 Nationen friedlich zusammenleben. Und jedes Jahr kommen mehr hinzu. Widmen wir uns der aktuellen Flüchtlingswelle. Wenn – siehe Peking – 80 Prozent der Flüchtlinge und Vertriebenen Frauen und Kinder sind, dann ist das eine große Aufgabe. „Unsere“ Flüchtlinge haben unterschiedliche Kulturen und Hintergründe, sehr unterschiedliche und zum Teil dramatische Geschichten. Denken Sie an den Kampf des Ankommens in Bonn: Sprache, Kultur, wirtschaftliche Zwänge, fremde Umgebung, eventuell Diskriminierung, Behördendschungel etc., Sorge um Familien, Ängste, Traumata. Einiges davon kann durch die sozialen Angebote der Stadt Bonn geleistet werden, z.B. Integrationslotsen, die beim Alltag helfen können. Anderes bedarf schlicht eines einfühlsamen Klimas.
Das Schaffen dieses Klimas gelingt mit der Hilfe von NROs wie das IFZ. Es ist ein Ort der Begegnung, des Verständnisses, der Gemeinschaft, der Toleranz, der konkreten Beratung und Hilfe. IFZ ist ein Stück Empowerment, es erinnert die Frauen daran, wie stark sie eigentlich sind und macht ihnen Mut. Vor allem: Netzwerke machen Mut, Gemeinschaft im Vielfältigen macht Mut. Man muss an den eigenen Erfolg glauben! Anderen Hoffnung machen. Begegnung rund um den Globus – und natürlich auch mit Bonnerinnen. Zusammenhalten, Zusammenwachsen. Für all das steht das IFZ.

IFZ Frauen bauen sich in Bonn eine Existenz auf, haben an gesellschaftlichen und politischen Prozessen teil und machen sich stark für Projekte in ihren Heimatländern. Das ist Frauenpower konkret: Frauen finden Arbeitsplätze oder gründen eine Existenz, wie Alphonsine, die inzwischen einen sehr bekannten Cateringservice in Bonn führt.
Weitere Frauenpower konkret: eine IFZ-Frau aus dem asiatischen Raum regte ein Projekt an, das jetzt vom Marie-Schlei-Verein durchgeführt wird.

Das IFZ schafft Bewusstsein und schlägt Brücken. Dies ist eine wichtige Bildungsaufgabe und ein Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit. Es gab etliche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen (z.B. Frauenmesse 2004 und Beteiligung am Tag der Vereinten Nationen). Das IFZ thematisiert immer wieder die Situation von Migrantinnen in Bonn, arbeitet konstruktiv an Teilhabeprozessen mit und lädt ein zu Information und Auseinandersetzung ein. Damit ist IFZ nicht nur eine Anlaufstelle und ein Ort der Begegnung und Teilhabe, sondern auch ein wichtiger Ort politischer Bildung!

Diese Qualitäten sind wichtig für eine internationale Stadt wie Bonn. Und sie sind unverzichtbar. Deshalb unterstützt die Stadt Bonn das IFZ nach besten Kräften.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich heute diejenige sein durfte, die die Arbeit des Internationalen Frauenzentrums würdigen durfte. Zum einen, weil ich eine Frau bin. Zum anderen, weil ich die Qualität und Sinnhaftigkeit dieser Arbeit immer wieder erfahren durfte in den letzten 15 Jahren.
Meinen Dank habe ich an den Anfang gestellt. Und deshalb möchte ich schließen mit einem Wunsch. Zum fünfjährigen Jubiläum nannte man das IFZ in einem Presseartikel ein „Kraft- und Energiezentrum“. Das ist es noch heute und das soll es bleiben!

Römerbad: Bankrott-Erklärung für die Stadtspitze

Zu der aktuellen Mitteilung des Oberbürgermeisters, das Kinderbecken im Römerbad nun erneut nicht bauen zu wollen, teilt Rolf Beu (bisheriger sportpolitischer Sprecher, GRÜNE Stadtratsfraktion) mit:
„Bei diesem ständigen Theater rund um die Bonner Bäder kann man nur noch den Kopf schütteln und Oberbürgermeister Nimptsch und seinem Verwaltungsvorstand und dem Sport- und Bäderamt fast Absicht unterstellen. Ursprünglich ging die Kostenschätzung des Sport- und Bäderamts von Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro für den Bau des Kinderbeckens im Römerbad aus. Im letzten Jahr wurde dann mitgeteilt, dass die Kosten für das gleiche Kinderbecken auf inzwischen über 900.000 Euro veranschlagt würden. Die politischen Gremien akzeptierten diese Kostensteigerung nicht und reduzierten den Bauumfang der Maßnahme auf von der Stadtverwaltung berechnete ‚nur‘ noch 612.000 Euro. Doch dass sich nun auch diese Kalkulation als völlig an den Angebotspreisen vorbei fehlerhaft herausstellt, gleicht einer Bankrott-Erklärung für den Oberbürgermeister und seine Stadtverwaltung.”

Die Bonner Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel (GRÜNE) ergänzt: „Fakt ist, dass die vielen Kinder im Bonner Norden nun endlich ein Kinderbecken im Römerbad brauchen. Seit unserem Beschluss, dass alle Freibäder in Bonn gesichert sind, und dem Beschluss, das dringend notwendige Kinderbecken im Römerbad prioritär zu bauen, sind nun bereits wieder über 1,5 Jahre vergangen, ohne dass es wirklich vorwärts gegangen ist. Dafür wurden – ohne politischen Beschluss – 200 000 Euro für das Ennertbad ausgegeben, eine Benachteiligung der minder Privilegierten im Bonner Norden.
Statt nun einfach mitzuteilen, dass die Maßnahme teurer als gedacht wird, hätten wir uns vom Oberbürgermeister und seiner Verwaltung Lösungsvorschläge im Sinne der Kinder gewünscht. Nicht immer nur den Kopf schütteln und sagen, dass Etwas nicht geht, sondern Vorschläge und Ideen erarbeiten, um den Problemen zukunftsorientiert zu begegnen. Ähnliches haben wir ja nun gerade erst in Bezug auf die Öffnung der Bonner Freibäder erlebt, als die Verwaltung auch einfach nur mitteilte, dass sie nicht alle Freibäder öffnen kann. Erst nach öffentlichem Druck und einer Reihe von politischen Anträgen tauchten Lösungsvorschläge und plötzlich auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, um die Freibäder nun, wenn auch viel zu spät, zum Glück doch noch alle zu öf

Besuch bei der Europäischen Kommission in Brüssel

Im Rahmen der Auszeichnung der “Europaaktiven Kommunen“ hat die Europäische Kommission die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister europaaktiver Kommunen nach Brüssel zu einem zweitägigen Informationsbesuch eingeladen.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel: „Die Stadt Bonn wurde 2013 für ihr besonderes kommunales  Europa-Engagement ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde von der Landesregierung in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Entwickelt von der Landesregierung gemeinsam mit der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn und der Bertelsmann Stiftung soll sie künftig jährlich vergeben werden. Denn gerade  die Kommunen spielen eine wichtige Rolle, um den Bürgerinnen und Bürgern das Thema Europa sei es über die finanzielle Entlastung durch die Nutzung von Förderprogrammen  oder durch den Erwerb von Sprachkompetenzen, näher zu bringen und damit dafür zu sorgen, dass Europa enger zusammenrückt.

Auf dem Besucherprogram stehen u. a. Vorträge zum Thema Finanz- und Wirtschaftskrise, Beschäftigung  und Soziales. Auch ein Besuch in der Landesvertretung NRW in Brüssel ist vorgesehen.

Erweiterungsbau des Bonner UN Campus wird ein weiterer Meilenstein für die Internationale Stadt

Die Bonner Rathauskoalition hat das Ergebnis des Architektenwettbewerbs zur Erweiterung es UN-Campus als eine angemessene und gute Entscheidung begrüßt.

Der Entwurf für den Erweiterungsbau schaffe es sich trotz seiner Höhe respektvoll ins historische Ensemble einzufügen, seine Fertigstellung werde ein weiterer Meilenstein für die Internationale Stadt Bonn sein.
„Für uns ist der Erweiterung des UN Campus ein wichtiges Signal dafür, dass unsere Stadt gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Bunderegierung an einem Strang ziehen, wenn es um Festigung und den Ausbau der UN-Stadt Bonn geht“, sagte Bürgermeisterin Angelica Kappel (GRÜNE) und Christiane Overmans, CDU-Sprecherin für Internationales.
„Hier wird Raum für die Arbeit weitere 330 Arbeitsplätze der Vereinten Nationen geschaffen und damit kein klares Signal für die positive Zukunft der UN-Stadt gesetzt.
“Angesichts des schwierigen, engen Baufeldes am Rhein mit seinem für die Geschichte der Bundesrepublik so bedeutsamen Bereich stand man hier vor einer äußerst anspruchsvollen Aufgabe“, ergänzten die Planungssprecher Wilfried Reischl (CDU) und Hartwig Lohmeyer (GRÜNE). „ Der ausgewählte Entwurf schafft es aber, den Park mit seinen wunderbaren Bäumen weitgehend unangetastet zu lassen und sich trotz seiner Höhe respektvoll ins historische Ensemble einzufügen.

Gespräch mit dem Preisträger des One World Award 2012, Bürgermeister Nacianceno Pacalioga von den Philippinen

Der Internationale „One World Award“ wurde 2008 ins Leben gerufen um Wege aufzuzeigen, die Chancen der Globalisierung zu nutzen, die Welt besser und fairer zu machen und als Lebensgrundlage für alle Menschen zu erhalten. Er wird alle 2 Jahre unter der Schirmherrschaft der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) vergeben. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro dotiert.

Bürgermeisterin Angelica M. Kappel: „aus der Gruppe der fünf Finalisten für den Preis wurde Nacianceno Pacalioga von den Philippinen, der als Bürgermeister mit ein ganzheitliches und erfolgreiches regionales Entwicklungsprojekt für eine Kommune mit über 40 Dörfern auf den Weg gebracht hat, ausgewählt. Ich freue mich sehr Herrn Pacalioga zu einem Erfahrungsaustausch hier in Bonn begrüßen zu dürfen. Er hat es geschafft gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung ein Programm für eine nachhaltige ökologische und ökonomische Entwicklung auf den Weg zu bringen, das endlich Perspektiven für die Menschen, von denen 90% unterhalb der philippinischen Armutsgrenze leben, bringt. Die biologische Landwirtschaft ist hierbei wesentlicher Stützpfeiler seines ganzheitlichen Konzeptes. Mittlerweile haben viele Menschen den Slums der größeren Städte den Rücken gekehrt und sind wieder in ihre Heimat zurückgezogen. Sein Projekt kann zum Vorzeigeprojekt für viele Kommunen in der einen Welt werden “