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Gespräch mit dem Friedensnobelpreisträger Prof. Mohan Munasinghe

Prof. Mohan Munasinghe ist Wirtschaftswissenschaftler, Physiker und Ingenieur. Er entwickelte die viel beachtete Theorie der «Sustainomics». 2007 erhielt er als Vizevorsitzender der UNO-Klimaorganisation IPCC den Friedensnobelpreis, gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore. Er leitet in Colombo seine eigene Forschungsinstitution, das Munasinghe Institute for Development. Außerdem ist er Generaldirektor des Instituts für Nachhaltigen Konsum der Universität von Manchester sowie Berater der Regierung von Sri Lanka.

Prof. Mohan Munasinghe beschäftigt sich mit den Konsequenzen der globalen Erwärmung für die Wirtschaft, die Umwelt und unsere Gesellschaft. Er entwickelte die Idee der Millennium-Konsumziele – analog zu den Millennium-Entwicklungsziele – für die „überentwickelten“ Länder bis 2020, mit denen sich die Welt auf eine zukunftsfähige Entwicklung verpflichtet und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklungspolitik leisten sollen. Die Ziele beschäftigen sich vor allem mit dem Lebensstil: Energie- und Wasserverbrauch, Bekämpfung der Fettleibigkeit, Gebäudesanierung, Steuern auf Luxusgütern, bessere Arbeitsbedingungen und reduzierte Arbeitszeiten. Auch die Ausgaben der Industrieländer für Rüstung (weltweit etwa 1,5 Billionen Dollar jährlich) sollen ins Visier genommen werden. Da der Verbrauchsanteil der Reichsten mit 80 Prozent riesig ist, können bereits kleine Verhaltensänderungen deutliche Effekte hervorrufen.

Prof. Munasinghe hat seine Vorschläge in die Vorbereitungen zum UN-Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung 2012 in Rio eingebracht. Prof. Munasinghe arbeitet daran die Millenium-Konsumziele in den Rio+20-Prozess einzuspeisen.

Am 30. und 31. Januar 2011 wird Prof. Munasinghe anlässlich einer Tagung in Bonn sein. Wir werden uns Dienstag zu einem Gespräch über die MCGs, die Millenium Consumption Goals, treffen. Ich werde mit Prof. Munasinghe auch über die internationale Kampagne „Fairtrade Towns“ sprechen. Bonn wurde am 5. 11. 2010 zur Stadt des Fairen Handels ausgezeichnet. Die Verwaltung arbeitet derzeit an einer Konzeption mit strategischen Leitlinen zur Umsetzung und Weiterentwicklung Bonns als „Fair Trade Town”, zu der Prof. Munasinghe sicher wertvolle Anregungen geben kann.

Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in Bonn

Am Samstag, den 27. März 2010, hielt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte ihre Jahrestagung in Bonn ab. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung lautete „Universalität der Menschenrechte – Gleiche Menschenrechte für alle”.
Der internationale Gastredner der Jahrestagung war der unter hohen Sicherheitsvorkehrungen angereiste Prinz Reza Pahlewi. Er sprach lebhaft über die aktuelle Situation im Iran.

Auch in Bonn stehen die Menschenrechte aktuell im Fokus. Die iranische Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi erhält in diesem Jahr, genau am 20. Mai, den Internationalen Demokratiepreis Bonn.
In Bonn werden internationale Gesinnung, Toleranz und Völkerverständigung in besonderer und vielfältiger Weise gelebt und gefördert.