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Fußballkreis Bonn Kreistag 2016

fvm_bonnSport hat in unserer Stadt, neben vielen anderen Bereichen wie Internationalität, Wissenschaft und Kultur, eine Heimat. Und, dass das so bleibt, ist uns auch wichtig. Denn: Sport verbindet Jung und Alt, er ist ein wesentliches Element unserer Alltagskultur, er ist Ausdruck einer aktiven Bürgergesellschaft und hat eine hohe sozial-integrative Funktion. Dies möchte ich mit einem Zitat von Joachim Ringelnatz untermalen:

»Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit,
und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit.«

Genau so ist es! Im sportlichen Miteinander entstehen Freundschaften auch über kulturelle Unterschiede hinweg. Man lernt, den fairen Umgang miteinander. Man lernt, gemeinsam Siege zu feiern und Niederlagen zu verarbeiten.

Der Fußball ist die mitgliederstärkste Sportart in Bonn mit knapp 13.000 Mitgliedern in 47 Vereinen. Die “ranghöchsten“ Fußballvereine sind derzeit die Mittelrheinligisten Bonner SC, der kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga steht (das entscheidende Spiel ist in der kommenden Woche!), und der FC Blau-Weiß Friesdorf.

Der Bonner Fußballsport zeichnet sich durch eine hervorragende Jugendarbeit in den Vereinen aus. Dies ist ohne Persönlichkeiten, die die notwendige Führungsarbeit leisten und die bereit sind, viele Stunden im Ehrenamt zu verbringen, gar nicht möglich. Genauso braucht es verantwortliche qualifizierte Trainer und Übungsleiter und Funktionäre, die für die Entwicklungen eines Vereins in der Verantwortung stehen. Vereine können nur bestehen, wenn es engagierte Frauen und Männer gibt, die ihr Ehrenamt mit Begeisterung ausüben und sich gerne um die vielfältigen Vereinsbelange kümmern. Menschen, die viel Zeit in „ihren“ Verein investieren. Der Fußballkreis Bonn hat eine Vielzahl dieser Kräfte. All diesen möchte ich an dieser Stelle für ihren Einsatz danken.

Das Ehrenamt loben tue ich, als ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, wirklich gerne und von Herzen. Ich weiß sehr gut, was es bedeutet, viele Stunden, Tage, Monate und Jahre seines Lebens einer guten Sache zu opfern! Ich hoffe, dass sie alle, wie auch ich, viele angenehme Erlebnisse bei ihrer Tätigkeit haben und – im übertragenen Sinne – für ihren Einsatz etwas „zurück bekommen“.

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bonn und dem Fußballkreis Bonn sowie dem Fußballverband Mittelrhein ist vorbildlich. Darüber sind wir sehr froh! Ich möchte zum Schluss gerne ein paar „Bonner Zahlen“ nennen:

– Insgesamt werden 54 Sportplätze durch den Sportstättenpflegedienst des Sport- und Bäderamtes unterhalten und gepflegt. Dies funktioniert auch mit Hilfe der ansässigen Vereine.

– In den vergangenen Jahren wurden 13 Fußballplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt, 11 weitere sollen folgen. Zwei sind aktuell im Genehmigungs- und Vergabeverfahren.

– Seit 2012 trägt der FVM die Pokalfinalspiele um den Bitburger-Pokal im Stadion Bonn aus. Die Finalspiele zählen zu den sportlichen Höhe­punkten in Bonn und werden seit 2015 im Fernsehen übertragen. Der Vertrag läuft dieses Jahr aus, eine Verlängerung ist jedoch mündlich schon zugesagt.

Fussball gegen Gewalt: 7. Internationales U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung

374475_551404771565707_767351588_nDer Verein „Fussball gegen Gewalt“ veranstaltet an diesem Wochenende sein 7. Benefizturnier zugunsten der Hannah-Stiftung. Die Teilnehmer sind Teams aus ganz Europa. In diesem Jahr nehmen Jugendliche vom 1. FC Köln, 1. FC Spich, 1. FSV Mainz 05, AC Omonia Nikosia (Zypern), Bonner SC, CfB Ford-Niehl, FC Basel 1893 (Schweiz), FC Hennef 05, FC Honka Espoo (Finnland), FC Viktoria Pilsen (Tschechien), Hannover 96, IF Brommapojkarna (Schweden), Odense BK (Dänemark), SC Fortuna Bonn, SK Rapid Wien (Österreich) und dem VfL Bochum 1848 am Wettbewerb teil. Der Erlös des Turniers geht an die Hannah-Stiftung.
Die Jugendlichen werden auf diese Weis nicht nur sportlich trainiert, sie stärken ebenfalls ihr Bewusstsein für gesellschaftliche Aspekte, in diesem Fall gegen Gewalt, insbesondere gegen sexuelle Gewalt. Ich danke den Organisatoren und den Trainern sehr dafür.

Der Hintergrund: Die 14-jährige Hannah wird im Jahr 2007 unweit von ihrem Elternhaus in Oberdollendorf von einer 25- jährigen männlichen Person mit einem Messer feige überwältigt, gefesselt und geknebelt, über Stunden festgehalten, vergewaltigt und kurz nach Mitternacht brutal durch Messerstiche ermordet.
Der Vater der ermordeten 14-jährigen gründet 2008 die Hannah-Stiftung, deren Ziele die Förderung von Prävention und Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt sind.
Genau zwei Jahre nach Hannahs Tod findet in Bonn eine Fahrradrundfahrt statt, mit der an Hannah gedacht und Aufmerksamkeit für die Stiftung erreicht werden soll. Neben vielen weiteren Teilnehmern sind auch die U13-Junioren-Fußballer der JSG Beuel mit Ihren Trainern Malte Gaumert und Daniel Nöllgen dabei. Auf dieser Radtour entstand bei Daniel Nöllgen die Idee mit einem U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung zu helfen. Der komplette Reinerlös des Turniers soll der Hannah-Stiftung zugute kommen. Innerhalb der folgenden drei Wochen wird kurzfristig ein Turnier mit Nachwuchsmannschaften von Bundesligisten organisiert. Das erste U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung findet 2009 statt. In der Studentenkneipe „Zum langen Heinrich“ in Remagen findet 2012 die Gründungsversammlung des Vereins „Fußball gegen Gewalt e.V.“ statt. Der Verein hat 16 Gründungsmitglieder und findet in Daniel Nöllgen (1. Vorsitzender), André Gehrke (2. Vorsitzender) und Patrick Zielezny (Kassenwart) den ersten geschäftsführenden Vorstand. Ziel des Vereins ist es weitere Projekte gegen Gewalt auf die Beine zu stellen.

Diese Projekte wollen wir in Bonn weiter unterstützen und fördern!

Fussballbegegnungsfest „Ballkontakte“

mehmet-matur-muslimischeAuf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung oder Hunger kommen derzeit so viele Menschen zu uns wie seit Langem nicht mehr. Viele haben alles verloren und sind unter lebensgefährlichen Umständen geflohen. Auch bei uns in Bonn stehen junge Flüchtlinge vor großen Herausforderungen. Viele wissen nicht, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können.
Flüchtlinge leben in einer Notsituation – sie benötigen Solidarität und Unterstützung. Und doch tun wir gut daran, sie weniger als Opfer denn als Menschen wahrzunehmen: Mit Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen und einem großen Bedürfnis nach Frieden, Sicherheit und einer besseren Zukunft für sich und ihre Familie. Und nicht selten auch einer großen Leidenschaft zum Fußball.

Daher freue ich mich, heute als Bürgermeisterin der Stadt Bonn gemeinsam mit dem DFB-Integrationsbotschafter Jimmy Hartwig die Siegerehrung bei diesem besonderen Sportereignis vornehmen zu können. Unter dem Motto „Begegnung statt Vorurteile“ wurden heute Morgen alle Teilnehmerinnen und der Teilnehmer für die Mannschaften ausgelost. Dadurch entstanden vier aus Profis, Hobbykickern und Flüchtlingen bunt zusammengewürfelte Mannschaften. Die Spielerinnen und Spieler mussten sich aufgrund der zufälligen Mannschaftsaufstellung neu orientieren und versuchen miteinander zu kommunizieren.

Fußball ist nicht nur die weltweite Sportart Nummer eins, im Fußball finden sich auch alle Farben wieder. Diese Internationalität im Großen wie im Kleinen ist seine Besonderheit, seine Stärke und seine Verantwortung. Der Fußball hat unter den verschiedenen Sportarten eine Vorreiterrolle in der Integration und der Förderung des Miteinanders verschiedener Kulturen eingenommen. Unsere Fußballkultur ist bunt und bietet allen Menschen eine Heimat.
Dass der Fußball keine Unterschiede zwischen Kulturen, Religionen und Sprachen macht, ist Teil seiner Stärke und Faszination, aber auch seiner Verantwortung. Fußball kann nicht nur ein wenig Leichtigkeit in den Alltag vieler junger Flüchtlinge zurückbringen, er bringt auch Menschen spielerisch zusammen. Jungen Flüchtlingen kann er das Ankommen und Einleben erleichtern. Gerade der Fußball hat die Kraft, Menschen auch über kulturelle Unterschiede hinweg zusammenzubringen und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Er fördert die Begegnung, schafft Verständigung und baut wechselseitige Vorurteile im gemeinsamen Erleben ab.

Ich möchte mich an dieser Stelle beim Bundesministerium des Innern unter der Projektleitung von Frau Würtenberger bedanken, das in dieser Woche im Rahmen der Kampagne „Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus“ eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle, das heutige Fußballbegegnungsfest und die morgige Benefizveranstaltung im Pantheon organisiert hat. Alle drei Veranstaltungen bereichern unsere Bonner „Willkommenskultur“. Zudem entsprechen sie den Zielen, die sich der Rat und die Verwaltung der Stadt Bonn auf die Fahnen geschrieben haben. In der „Bonner Erklärung gegen Rassismus“, die der Stadtrat vor sechs Jahren beschlossen hat, wird diese Selbstverpflichtung unmissverständlich formuliert: „Wir gehen in unserer Stadt entschieden gegen Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus vor“ heißt es dort. „Unsere Stadt“, das schließt alle ein. In Bonn sind das Menschen aus 176 Nationen, zu denen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 18 UNO-Organisationen, von internationalen Konzernen sowie rund 4.000 ausländische Studierende gehören. Wir sind stolz auf die kulturelle Vielfalt unserer Bürgerschaft. Und es ist für uns als Stadt selbstverständlich, offensiv gegen diejenigen vorzugehen, die das offene und tolerante Klima, das wir hier in Bonn pflegen, gefährden könnten.