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40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Bewegung

„Besser handeln als sich misshandeln lassen!“hilfetelefon_banner
Dieser Aufruf in der Kopfzeile der Konzeption des Bonner Autonomen Frauenhauses passt gut zum Thema der heutigen Fachtagung »Gewalt gegen Frauen beenden«.

Es ist kaum zu glauben und gleichzeitig untragbar, dass im 21. Jahrhundert und in unserer „modernen“ Welt Gewalt gegen Frauen immer noch ein Thema ist. In Zeiten des Zuzugs vieler Frauen aus Ländern, in denen Gleichberechtigung und Emanzipation im Alltag nicht selbstverständlich ist, ist das Thema sogar aktueller denn je. Die Ereignisse an Silvester 2015 in Köln haben gerade hier im Rheinland zu neuen Diskussionen geführt. Leider wurde dabei allzu stark auf rassistische Hintergründe abgezielt. Der Blick auf die alltägliche sexualisierte Gewalt geriet in den den Hintergrund. Dabei wollen wir es aber nicht belassen!

Gewalttaten verfolgen, den Opferschutz bei häuslicher Gewalt verbessern und verlässliche Hilfestrukturen etablieren sowie die Entwicklung von Standards in der Zusammenarbeit zum Abbau häuslicher Gewalt sind dauerhaft wichtige Anliegen. Seit nunmehr 40 Jahren werden diese Anliegen durch die Autonomen Frauenhäuser und seit 1980 auch durch die ZIF mit Nachdruck verfolgt. Sie machen sich stark dafür, dass das Thema »Gewalt gegen Frauen« nicht in den Hintergrund gerät.

Sie setzen sich dafür ein, die Situation der Betroffenen zu verbessern. Denn durch die intensive und mit viel Engagement betriebene Arbeit können Frauen auf ein umfassendes Netzwerk kompetenter und vor allem auch „menschlicher“ Hilfe zugreifen. Durch die Aufnahme in einem Frauenhaus und die umfassende nachsorgende Arbeit kann oft Schlimmeres verhindert werden. Nicht außer Acht gelassen werden darf hier vor allem die psychische Komponente mit dramatischen Folgen.

Die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ und das Autonome Frauenhaus sind zusammen mit dem Frauenhaus und der Beratungsstelle von „Hilfe für Frauen in Not“ ein wichtiges Angebot der sozialen Infrastruktur in Bonn. Sie sind eine wirkungsvolle Hilfe für betroffene Bürgerinnen und deren Kinder.

Seitdem die ersten Frauenhäuser entstanden und »Gewalt gegen Frauen« aus dem Privatbereich heraus ein öffentliches Thema wurde, hat sich in unserer Stadt einiges bewegt und geändert. »Gewalt gegen Frauen« ist kein Tabu-Thema mehr. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Schutz- und Hilfemaßnahmen hat sich durchgesetzt. Heute bieten in Bonn zwei Träger betroffenen Frauen und deren Kindern Schutz.

Die Stadt Bonn unterstützt die beiden Frauenhäuser mit der Finanzierung im Bereich der Personal- und Sachkosten. Zudem ist eine kleine, aber effektive Änderung auch im Leistungsbereich des Amtes für Soziales und Wohnen erfolgt: Dort kümmert sich eine weibliche Mitarbeiterin als feste Ansprechpartnerin um die sozialhilferechtlichen Belange der Bewohnerinnen.

Der Opferschützer der Bonner Polizei und die Frauenberatungsstelle des Vereins „Frauen helfen Frauen“ arbeiten intensiv zusammen. An dieser Stelle möchte ich auch die Beratungsstelle „Frauen gegen sexualisierte Gewalt“ erwähnen, die auch durch die Stadt Bonn finanziell gefördert wird.

Allen, die für und mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern arbeiten, danke ich ganz herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Die Arbeit der Beratungsstelle und der Autonomen Frauenhäuser war in den vergangenen vier Jahrzehnten wichtig und sie ist es leider nach wie vor!

Fussball gegen Gewalt: 7. Internationales U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung

374475_551404771565707_767351588_nDer Verein „Fussball gegen Gewalt“ veranstaltet an diesem Wochenende sein 7. Benefizturnier zugunsten der Hannah-Stiftung. Die Teilnehmer sind Teams aus ganz Europa. In diesem Jahr nehmen Jugendliche vom 1. FC Köln, 1. FC Spich, 1. FSV Mainz 05, AC Omonia Nikosia (Zypern), Bonner SC, CfB Ford-Niehl, FC Basel 1893 (Schweiz), FC Hennef 05, FC Honka Espoo (Finnland), FC Viktoria Pilsen (Tschechien), Hannover 96, IF Brommapojkarna (Schweden), Odense BK (Dänemark), SC Fortuna Bonn, SK Rapid Wien (Österreich) und dem VfL Bochum 1848 am Wettbewerb teil. Der Erlös des Turniers geht an die Hannah-Stiftung.
Die Jugendlichen werden auf diese Weis nicht nur sportlich trainiert, sie stärken ebenfalls ihr Bewusstsein für gesellschaftliche Aspekte, in diesem Fall gegen Gewalt, insbesondere gegen sexuelle Gewalt. Ich danke den Organisatoren und den Trainern sehr dafür.

Der Hintergrund: Die 14-jährige Hannah wird im Jahr 2007 unweit von ihrem Elternhaus in Oberdollendorf von einer 25- jährigen männlichen Person mit einem Messer feige überwältigt, gefesselt und geknebelt, über Stunden festgehalten, vergewaltigt und kurz nach Mitternacht brutal durch Messerstiche ermordet.
Der Vater der ermordeten 14-jährigen gründet 2008 die Hannah-Stiftung, deren Ziele die Förderung von Prävention und Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt sind.
Genau zwei Jahre nach Hannahs Tod findet in Bonn eine Fahrradrundfahrt statt, mit der an Hannah gedacht und Aufmerksamkeit für die Stiftung erreicht werden soll. Neben vielen weiteren Teilnehmern sind auch die U13-Junioren-Fußballer der JSG Beuel mit Ihren Trainern Malte Gaumert und Daniel Nöllgen dabei. Auf dieser Radtour entstand bei Daniel Nöllgen die Idee mit einem U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung zu helfen. Der komplette Reinerlös des Turniers soll der Hannah-Stiftung zugute kommen. Innerhalb der folgenden drei Wochen wird kurzfristig ein Turnier mit Nachwuchsmannschaften von Bundesligisten organisiert. Das erste U13-Benefizturnier zu Gunsten der Hannah-Stiftung findet 2009 statt. In der Studentenkneipe „Zum langen Heinrich“ in Remagen findet 2012 die Gründungsversammlung des Vereins „Fußball gegen Gewalt e.V.“ statt. Der Verein hat 16 Gründungsmitglieder und findet in Daniel Nöllgen (1. Vorsitzender), André Gehrke (2. Vorsitzender) und Patrick Zielezny (Kassenwart) den ersten geschäftsführenden Vorstand. Ziel des Vereins ist es weitere Projekte gegen Gewalt auf die Beine zu stellen.

Diese Projekte wollen wir in Bonn weiter unterstützen und fördern!

Eröffnungsfeier der Bonner SOLWODI-Geschäftsstelle im Frauenmuseum Bonn

Nachdem SOLWODI ja bereits im Sommer 2013 mit ersten Schritten in Bonn gestartet ist, hoffe ich, dass diese Nichtregierungsorganisation nun gut in Bonn angekommen ist und hier geeignete Bedingungen für ihre wichtige Arbeit findet. Die Eröffnungsfeier heute ist dabei ein schönes deutlich sichtbares Zeichen für Ihre Präsenz in Bonn.

Das Engagement von Solwodi, mit dem sie sich für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzen, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. SOLWODI widmet sich damit einem Thema, vor dem viele Menschen lieber die Augen verschließen.

1985 wurde Solwodi in Kenia gegründet. Aus den ersten Projekten in Kenia hat sich mittlerweile ein weltweites Netzwerk von Solwodi-Zentren entwickelt. So ist Solwodi heute in verschiedenen afrikanischen Ländern und in Osteuropa tätig. Letztes Jahr wurde dann die Bundesgeschäftsstelle, die für dieses Auslandsnetzwerk zuständig ist, nach Bonn verlegt. Bei diesem Umzug konnten wir als Stadt Bonn Solwodi finanziell unterstützen, dank uns 2013 zur Verfügung stehender Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Ich freue mich sehr, dass Solwodi nun hier ist. Das zeigt einmal mehr, dass Bonn ein gutes Pflaster für international tätige Organisationen ist. Da sind nicht nur die 18 UN-Sekretariate, die Bundesministerien, Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und Wissenschaftseinrichtungen, hier finden sich auch – Solwodi eingeschlossen – mehr als 150 Nichtregierungsorganisationen. Sie sind ein wenig das Salz in der Suppe des internationalen Standorts Bonn. In und mit Nichtregierungsorganisationen findet zivilgesellschaftliche Diskussion statt, hier werden Unterstützungsprojekte initiiert, die nah dran sind an den Menschen, von hier aus werden die gesammelten gesellschaftlichen Erfahrungen wieder in die Politik eingespielt. Solwodi hatte ja schon vor dem Umzug viele Partner in Bonn, und ich denke, dass sich diese Kooperationen noch intensiviert und erweitert haben.

Als Stadt unterstützen wir die international tätigen Organisationen nach Kräften, da wir wissen, welche Bedeutung deren Arbeit für uns als Standort hat. Bei den Organisationen, die in der internationalen Frauen- und Genderarbeit engagiert sind, beobachte ich immer besonders, dass sie sich sehr erfolgreich zu gemeinsamen Projekten zusammen schließen und so schon einige sehr interessante Netzwerkaktivitäten hier zustande gekommen sind. Diese befördern wir gerne, denn ich glaube, es sind die besonderen Vernetzungsqualitäten, die kurzen Wege, die guten

Möglichkeiten, andere Akteure zu treffen, die Bonn ausmachen. Und gerade gestern – gestern war ja wieder der 25.11. und damit jährlicher Aktionstag gegen Gewalt an Frauen – haben wir im Alten Rathaus gemeinsam mit UN Women anlässlich dieses Tages ein afghanisches Frauenbildungsprojekt ausgezeichnet.

Auch in Zukunft wird die Stadt Bonn die weitere Vernetzung der verschiedenen Institutionen, die am Standort Bonn international zu diesem Thema aktiv sind, unterstützen, um gemeinsam noch stärkere weltweite Aufmerksamkeit für Frauen- und Geschlechterthemen zu erreichen.