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Festgottesdienst der russisch-orthodoxen Mariä Schutz Gemeinde

Endlich ist es geschafft. Der Umzug in die Heilige Elena Kirche im Stadtteil Bad Godesberg ist gemeistert. So manche Strapazen und Widrigkeiten bei der Suche nach einem neuen Gotteshaus sind nun vergessen. Es freut mich, heute als Bürgermeisterin der Stadt Bonn die Übernahme der ehemaligen Marienforster Kirche zu feiern. An diesem Ort am Eingang des Marienforster Tals kann man auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Vor über 600 Jahren stand an dieser Stelle noch eine Mühle, die im Besitz des Kölner Domkapitels war. Später wurde hier die evangelische Johannes-Kirchengemeinde sesshaft und ab heute feiert die russisch-orthodoxe Mariä-Schutz-Gemeinde ihre Gottesdienste in dieser Kirche.

Die Kirche ist ein Ort, an dem Jung und Alt zusammenkommen, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern und sich auszutauschen. Die russisch-orthodoxe Gemeinde ist für ihre Mitglieder ein Stück Heimat, sie stiftet Identität im Glauben und fördert den Zusammenhalt. Rund 3.000 Mitglieder mit russischem, ukrainischem oder einem anderen slawischen Hintergrund zählt die Gemeinde. Man kann sagen: Die russisch-orthodoxe Mariä-Schutz-Gemeinde ist so international, wie auch unsere Stadtgesellschaft ist. Sie passt damit hervorragend in unsere Stadt, denn in Bonn leben Menschen aus fast allen Ländern der Erde.
Das bereichert unser Miteinander als Stadtgesellschaft und bringt auch viele unterschiedliche Glaubensrichtungen mit sich, denen die Menschen, die hier ihr Zuhause haben, angehören. Diese Vielfalt braucht einen respektvollen Umgang miteinander und es braucht auch den Mut, aufeinander zuzugehen. Es sind vor allem auch die Kirchen, die hier mit gutem Beispiel vorangehen und sich für Solidarität und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Ohne Kirchengemeinden wäre Bonn um vieles ärmer. Das Engagement der Kirchengemeinden prägt den Herzschlag unserer Stadt mit. Stadtverwaltung und Kirchen arbeiten als Partner vielerorts sehr gut Hand in Hand. Auch die russisch-orthodoxe Gemeinde trägt aktiv zu einem guten Miteinander bei.

In der Gemeindearbeit setzen sich viele helfende Hände für die Seelsorge, die Organisation von Pilgerfahrten, die Unterstützung psychisch Kranker oder suchterkrankter Menschen ein. Dass mit dem Umzug in dieses Gotteshaus ein neuer Ort des Dialogs und der Einkehr gefunden worden ist, möge daher auch ein gutes Zeichen für die Gemeinde der Heiligen Elena Kirche sein.
Im 1. Buch Mose, Kapitel 28, Vers 15 heißt es: „Ich bin mit dir und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst.“ In diesem Sinne wünsche ich der Heiligen Elena Kirche und der Gemeinde weiterhin eine gedeihliche Entwicklung und Gottes Segen.

10 Jahre Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker

Zum zehnten Mal jährt sich heute die Verabschiedung der UN-Erklärung zu den Rechten indigener Völker. Für die indigenen Völker bedeutete diese Erklärung den Durchbruch in völkerrechtlichen Fragen – ein guter Grund, mit der heutigen Veranstaltung dieses Jubiläum zu begehen!
Indigene Völker leisten mit ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise einen ganz besonderen Beitrag zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, zum Klimaschutz und zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Unterstützung brauchen sie jedoch dabei, ihre nachhaltig traditionellen Lebensweisen, ihr Wissen und ihre Praktiken zu erhalten. Unterstützung benötigen sie auch dabei, ihre Rechte zu sichern und über ihre Lebensweise zu informieren. Ziel muss es sein, uns gemeinsam mit den indigenen Gemeinschaften als Partner auf Augenhöhe zur Bewältigung globaler Probleme zu engagieren. Daher freue ich mich besonders, heute zwei Vertreter indigener Völker begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen in Bonn!

Als Teil des gemeinsamen EU-Projektes „The future we want – Local Authorities for Sustainable Development“ arbeiten das Klima-Bündnis, die Tropenwaldstiftung OroVerde und die Stadt Bonn seit 2015 mit europäischen Partnerkommunen und -organisationen in vielen Veranstaltungen und Kampagnen zusammen. Ich freue mich, Herrn Eriberto Gualinga erneut in Bonn zu begrüßen. Bereits im Mai 2015 besuchte er als Vertreter des indigenen Volkes der Kichwa aus der Gemeinde Sarayaku im ecuadorianischen Amazonasgebiet die Stadt Bonn. Gemeinsam mit der Tropenwaldstiftung OroVerde und dem Klima-Bündnis stellten die Indigenen ihre Situation und Lebensweise in Film-, Vortrags-, Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops für Kinder vor. Heute sind Sie hier, um einen Bericht mit Empfehlungen für die europäische, nationale und lokale Ebene zu übergeben.

Nur gemeinsam können wir der Herausforderung Klimawandel begegnen. Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, Sitz des Klimasekretariates UNFCCC und über 150 NGOs, Ministerien und wissenschaftlichen Einrichtungen ist Bonn der Nachhaltigkeit besonders verpflichtet. In diesem Jahr dient die Stadt Bonn zudem als Diskussionsplattform für die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, der COP 23. Rund 20.000 Teilnehmende werden im November in Bonn erwartet, um über die weitere Klimapolitik zu beraten, zu sensibilisieren und dem Klimaschutz eine Stimme zu geben.
Natürlich engagiert sich Bonn auch selbst sehr für Klimaschutz und -anpassung:
Konkrete Aktivitäten wie beispielsweise interkommunale Bachpartnerschaften zum Hochwasserschutz werden in der Leitstelle Klimaschutz koordiniert. Aber Bonn ist vor allem auch langjähriges aktives Mitglied in Netzwerken wie dem Klima-Bündnis. Und Bonn kooperiert im Rahmen von Klimapartnerschaften mit unseren globalen Partnerstädten – beispielsweise in La Paz, Bolivien oder Cape Coast, Ghana. Denn: eine nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten. Herzlich möchte ich in diesem Zusammenhang auch dem Institut für Ökologie und Aktionsethnologie e.V. gratulieren, die heute ihr 30-jähriges Jubiläum feiern.

Ich bin ganz besonders gespannt auf die Erfahrungen der indigenen Vertreter!

Jubiläum 25 Jahre UN Women

25 Jahre UN WomenGerne überbringe ich die Glückwünsche der Stadt Bonn zum 25jährigen Bestehen des Deutschen Komitees für UN Women in Bonn.
Seit vielen Jahren hat die Stadt Bonn dessen Arbeit begleitet und unterstützt. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wird in Bonn natürlich lokal bearbeitet. Aber es gewinnt zunehmend auch an Bedeutung am Internationalen Standort Bonn. Schließlich ist die Stadt Bonn gemeinsam mit UN Women Nationales Komitee Deutschland unter den Gründungsmitgliedern des Netzwerks „Gender@International Bonn“ – und unser Oberbürgermeister ein HeforShe!
2016 ist ein Jahr der Jubiläen. Wir haben 20 Jahre Vereinte Nationen in Bonn gefeiert und sind froh darüber, dass Bonn sich als Schaltstelle der Nachhaltigkeit, als „Powerhouse“ international einen Namen gemacht hat. Hier in Bonn sind die Zukunftsthemen der Menschheit verankert. Auch die Impulse zur Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele werden aus Bonn kommen, betrieben von Stellen wie dem Zentrum für Nachhaltigkeit des Mitarbeitercolleges der Vereinten Nationen und der Globalen Aktionskampagne für die nachhaltigen Entwicklungsziele.
Das Ziel 5 der Gleichstellung der Geschlechter, meine Damen und Herren, ist jedoch ein Querschnittsziel, das sich durch fast alle anderen Ziele zieht und ein Schlüssel zu ihrer Erreichung sein wird.

Armut, Hunger, Klimafolgen, schlechte Wasserversorgung haben auf Frauen immer noch andere Auswirkungen als auf Männer. Krisen, Unsicherheit und Ungleichgewicht gefährden sie stärker und anders als Männer. Frauen und Mädchen sind global benachteiligt bis ausgeschlossen vom Zugang zu Bildung, zu Teilhabe, zu Macht. Gehören sie gleichzeitig zu benachteiligten Gruppen – Migrantinnen, Minderheiten, allein erziehende Mütter – haben sie große Probleme auch im deutschen Bildungssystem. Geflüchtete Frauen treffen auf besonders große Hürden. Bildungszugänge nach Fähigkeiten zu vergeben und Mädchen und Frauen aktiv zu unterstützen, zum Beispiel durch Mentoringprogramme, das forderten Bonner Frauenorganisationen in einem Workshop des Netzwerks Gender@International Bonn.
Die andere Seite sind Frauen als Gewaltopfer. Auch, wenn für Frauen, Frieden und Sicherheit mit der Resolution 1325 des Weltsicherheitsrats ein Leuchtfeuer angezündet wurde, so ist die Realität weit vom Anspruch entfernt. Jede dritte Frau in Europa ist eine Gewalt-Überlebende. Die Bonner Frauenhäuser sind überfüllt. Gerade in Krisengebieten und fragilen Regionen haben Frauen stets auch sexualisierte Gewalt zu befürchten. Nicht umsonst hat UN Women zum Beispiel nach den Erdbeben in Nepal für Hygieneartikel für Frauen gesammelt, um diesen Frauen mehr Sicherheit vor Übergriffen zu geben. Nicht umsonst sollen bei uns in Deutschland Gewaltschutzprogramme die Situation von Frauen in Flüchtlingsunterkünften verbessern.

Ich freue mich sehr, dass der heutige Abend nicht nur das Jubiläum feiert, sondern auch in guter Tradition diejenigen würdigt, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen einsetzen. Die Stiftung Apfelbaum und UN Women Nationales Komitee Deutschland zeichnen beispielhafte Projekte, die oftmals nicht nur das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit unterstützen, sondern vielfach auch andere Nachhaltigkeitsziele. Gerade in fragilen Regionen – ob durch Armut oder durch Krisen oder beides instabil in Gesellschaft und Wirtschaft – bedürfen Frauen vielfacher Stärkung. Deshalb ist die Arbeit des UN Women Fonds für die Gleichstellung der Geschlechter so bedeutsam. Denn er setzt sich besonders für die wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit von Frauen ein.
Heute Abend freue ich mich daher nicht nur auf den gemeinsamen Rückblick auf die Erfolgsgeschichte des Deutschen Komitees, sondern auch auf die Begegnung mit einer spannenden Initiative.
Die Stadt Bonn ist stolz darauf, Sitz und Netzwerkpartnerin des Komitees zu sein und auch die heutige Veranstaltung mit auszurichten. Ich freue mich auf interessante Vorträge und Begegnungen. Auch im Namen von Oberbürgermeister Sridharan und 317.000 Bonnerinnen und Bonnern wünsche ich Ihnen und uns weiterhin einen langen Atem und viel Unterstützung bei der Verwirklichung von Geschlechtergleichstellung in Bonn und weltweit.

Ausstellungseröffnung „Simone Forti“

forti„sound move“ ist Teil eines größeren Programmkomplexes zum Thema KOLLABORATIONEN, den das Beethovenfest mit der Kölner Philharmonie ins Leben gerufen hat. Gestern (Sa, 10.9.) wurde mit der Straßenbahnfahrt der Linie 16 unter dem Titel „Splendid Chaos“ der „Staffelstab“ von Köln an Bonn übergeben. Der Brückenschlag ist also vollzogen und die Kooperation zwischen dem Beethovenfest, dem Kunstmuseum und The BOX LA zeigt einmal mehr, wie wunderbar interdisziplinär das Beethovenfest auch in andere Sparten ausstrahlt.

Unter der Leitung von Nike Wagner richtet das Beethovenfest Bonn mit der heutigen Ausstellung ganz bewusst den Blick auch auf benachbarte Disziplinen, sucht Verbindungen und Schnittstellen zu anderen Kunstformen – zu Tanz, zu Theater, Performance und zur Bildenden Kunst. Dabei präsentiert die Ausstellung „sound move“ eine Werkschau von Arbeiten, die selbst zwischen den verschiedenen Kunstformen changieren, sich nicht in eine Schublade stecken lassen.

Gestatten Sie mir daher zunächst einen kurzen Willkommensgruß an die Künstlerin:
Dear Ms. Forti,
it is a particular pleasure to be able to welcome you to Bonn on the occasion of this vernissage. It fills us with pride and gratitude that you have decided to be present during the opening of this wonderful exhibition. Thank you for taking the time to come!

Meine Damen und Herren, allen Arbeiten der Ausstellung „sound move“ liegt ein performativer Moment zugrunde. Verbindendes Element der Zeichnungen, Objekte, Installationen und Videos ist der Klang. Und Klang – Musik – soll in den kommenden Wochen beim Beethovenfest Bonn 2016 wieder die ganze Stadt erfüllen.
In klassischen Konzertsälen, allen voran in der Beethovenhalle Bonn, aber auch an außergewöhnlichen Orten präsentiert das Beethovenfest Bonn, weltberühmte Orchester, Dirigenten, Solistinnen und Solisten und heute Abend eben: Simone Forti!

Es freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders, dass mit dem Kunstmuseum Bonn und dem Beethovenfest Bonn zwei bedeutende Institutionen der Stadt eine solche Kooperation eingehen. Das Kunstmuseum stellt hier nicht nur einen Rahmen für das, was das Beethovenfeste üblicherweise tut – Konzerte veranstalten – sondern beide Partner gehen eine echte, inhaltliche Kooperation ein.
Das macht das Potential unserer Stadt und das Potential der Beethovenfest Bonn aus: Synergien stiften und ungewöhnliche Projekte ermöglichen, die nur aus der gemeinsamen Bündelung der Kräfte entstehen können.

Machen Sie sich ein Bild davon. Viel Vergnügen!

Abschlussfeier des ZEI-Masterstudiengangs 2016

MES-class-of-2016-at-the-EU-Commission-of-the-RegionsLet me extend a very warm welcome to all of you and express my highest appreciation to the Class of 2016!
It is a special pleasure for me to join you at this wonderful ceremony today and to congratulate these brilliant young academics who have pursued their postgraduate studies here in Bonn, at the Center for European Integration Studies.

This occasion is a very special one, indeed: you will be rewarded in recognition of your outstanding achievements, of some intense studying and continued research – for which you will receive your master degrees today. So this is definitely a day to be grateful and proud – a day to celebrate! You will be handed over your certificates not only in the presence of some special guests this afternoon, but also in the presence of your families and dear friends, which will hopefully make this the perfect day for you, the Class of 2016!

The Center for European Integration Studies is a key actor within Bonn’s international and sustainability cluster.
We are proud to have this topflight institute on board, as it gives a brilliant example of some fresh thinking and has found new ways of successfully linking topics and actors in our city.
There are some very special ties between Bonn and Europe that have always been endorsed by our actors and by our philosophy. The European Anthem, for instance, originates from Bonn – fathered by Ludwig van Beethoven. 50 years ago, when Bonn was capital of the Federal Republic of Germany, de Gaulle and Adenauer sealed the friendship between Germany and France – a sign of lasting peace that was to become the foundation stone of the European Union. And a larger European integration became possible after the German Reunification.
Three signals of peace, understanding and cooperation that went out from Bonn. And what a masterpiece of these values Europe has become in our times – in spite of all difficulties that we have been going through in recent times- and in spite of the British decision last night! There is a chinese saying that tells us: “When the wind of change is blowing, some will build walls, others will construct wind mills.” On that note, I think we need more wind mills in Europe.

Nowadays, a Bonn-based cluster of actors is advancing the great value of a global sustainable development from here. The United Nations in Bonn have shaped a sustainable future from here for twenty years, making our city a true powerhouse for global sustainability.

Our Bonn-based agencies do also comprise programs of the United Nations University and they are surrounded and supported by a Bonn-based sustainability cluster including six federal ministries, the economy, the media and more than 150 NGOs.

Science plays an essential role within this cluster. We are particularly happy that Bonn-based science and research institutions are engaging in future-oriented projects, jointly with the UN, with NGOs and with other cities worldwide. Networking and sharing experiences, learning from each other, finding synergies, looking for some fresh thinking – there are few better places for this than Bonn, with its unique culture of communication and cooperation. The spirit of Ludwig van Beethoven, mentioned earlier, is still found here in Bonn – a spirit of multilateralism, peace and understanding.

Dear Class of 2016, I hope that this spirit is what you will take home from here! May it prove beneficial for your future careers and lives! I am quite sure that you will keep an excellent memory of Bonn! Who knows? – Some of you may even decide to come back here to pursue a future career in our international city. We will be glad to welcome you back!

A special thank you goes to Professor Kühnhardt, to Professor Koenig and to their team, for encouraging and guiding these young scientists, who have now proudly achieved their master degrees.
I also would like to thank Professor Bindenagel, who will be the keynote speaker tonight. As former US Ambassador to Germany, he is a true expert for transatlantic relations.

My best wishes go out to the University of Bonn and to the ZEI Master Class of 2016!