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Kinder-Straßenzirkus Upsala St. Petersburg mit „Der Pingpong-Effekt“

upsalaEs ist schön, dass der beliebte Straßenzirkus Upsala aus Sankt Petersburg auch in diesem Jahr wieder zu Gast in Bonn ist. Der Zirkus Upsala ist etwas ganz Besonderes. Es ist ein einzigartiges Projekt, das seit mehr als fünfzehn Jahren professionelle Zirkus- und Theaterkunst auf eindrucksvolle Weise mit Sozialarbeit verknüpft. Im Zirkus Upsala wird Straßenkindern in Sankt Petersburg eine Alternative zur Straße aufgezeigt. Hier werden sie mithilfe der Zirkuspädagogik wieder in die Gesellschaft integriert.

Die Kinder und Jugendlichen entdecken im Zirkus ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten. Sie werden mit spannenden und schwierigen Herausforderungen konfrontiert und lernen, diese zu meistern. Durch das tägliche Training werden sie gefordert und auch gefördert. Dies wiederum motiviert sie auch zur aktiven Gestaltung ihres Lebens außerhalb des Zirkusses. Neben den „sozialen“ Erfolgen hat der Zirkus Upsala, der heute in ganz Europa bekannt ist, zudem bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei Zirkusfestivals erhalten. Die jungen Künstlerinnen und Künstler begeistern mit ihren schauspielerischen und artistischen Leistungen regelmäßig die Besucherinnen und Besucher. Auch hier in Bonn haben sie eine große Fangemeinde. Und das absolut zu Recht!

Im diesjährigen Stück geht es um den Ping-Pong Effekt, es wird erzählt, wie ein einfaches Objekt wie der Tischtennisball, plötzlich zum Mittelpunkt wird. Um diesen Ball dreht sich nun die Welt oder wenigstens die Welt dieses Theaterstückes. Die Handlung ist unvorhersehbar, weil in und mit dem Stück experimentiert wird, indem dem Ball seine Bewegungsfreiheit gelassen wird. Zu Beginn des Stückes betrachten die jungen Zirkus-Artistennur die Bewegungen des Balls, sie nehmen dessen Rhythmus auf, bereichern und komplizieren ihn mit Zirkus-Tricks, Akrobatik und Jonglage. Elektronische Musik, zufällige Geräusche und Stimmen verbinden sich zu einem Ganzen und ergeben eine einzigartige musikalische Partitur. Und so erschaffen die Artisten gemeinsam mit dem Publikum mit jedem neuen Takt ein neues Bild. Es gibt hier keine Wiederholung, da die Bewegung des Balles sich nie wiederholt. Nach einiger Zeit steht alles Kopf und aus Alltäglichem entstehen fantastische Figuren und metaphorische Bilder aus unseren Träumen, bis man beides nicht voneinander unterscheiden kann.

Der amerikanische Schriftsteller Henry Miller hat einmal Folgendes gesagt: „Ein Theaterstück, selbst ein zorniges, ist unter anderem immer auch ein Liebesbrief, gerichtet an die Welt, von der sehnsüchtig eine liebevolle Antwort erhofft wird.“ Ich bin sicher, dass die jungen Akrobatinnen und Akrobaten alle Bonner begeistern und beeindrucken werden. Allen Akteurinnen und Akteuren wünsche ich weiterhin viel Freude und Erfolg auf ihrem Lebensweg!

Ich möchte an dieser Stelle dem Verein für Gefährdetenhilfe Bonn danken, der eine umfangreiche und wichtige Arbeit für die bedürftigen Menschen in unserer Stadt leistet und gemeinsam mit dem Jungen Theater Bonn dieses Gastspiel ermöglicht hat.