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Karnevalssitzung im Haus Sankt Agnes

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Die karnevalistische Hochsaison im Rheinland steht vor der Tür und klopft auch im Haus Sankt Agnes an. Ich freue mich, dass ich Gelegenheit habe, die Feiernden im Haus Sankt Agnes kurz zu begrüßen, bevor Frau Rönn von den Närrischen Germanen die Sitzungsleitung übernimmt, denn ich muss mich leider schnell wieder verabschieden, weil heute Abend der Rat der Stadt Bonn tagt.

„Sankt Agnes im Jlöck – domols wie höck“ unter dieses Motto haben die Senioren Ihre Karnevalssitzung gestellt und damit dem bönnschen Karnevalsmotto dieser Session einen hauseigenen Bezug gegeben.

Der Bacillus carnevalitis ist der einzige Virus, der selbst in Pflegeeinrichtungen willkommen ist. Das mag daran liegen, dass er zwar in höchstem Maße ansteckend ist, im Gegensatz zu anderen Viren und Bakterien aber keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen hat. Im Gegenteil: Alt und Jung ist jetzt wieder von ihm befallen:
Freude, bunte Kostüme, jecke Lieder, schunkeln, sich in den Arm nehmen, fröhlich feiern und einfach mal wieder frei heraus lachen, das ist Karneval, da muss man einfach mitmachen.
Der Rheinische Karneval tut gut und er ist ein hohes Kulturgut, das sehen inzwischen selbst hochoffizielle Stellen so, denn er wurde in diesem Jahr nicht nur in das Inventar des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen aufgenommen, nein, Deutschland hat den „Rheinischen Karneval“ sogar als eine von 27 Traditionen und Wissensformen in sein neues bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und setzt damit das entsprechende UNESCO-Übereinkommen um. Die Auszeichnung wird am 16. März in Berlin verliehen und der Bönnsche Fastelovend erfährt damit höchste Anerkennung.

Dass der Rheinische Karneval schützenswert ist, brauche ich in Bonn niemandem zu erzählen, denn alle wissen um die wohltuende Wirkung des närrischen Treibens!
Eine ganze Reihe von Studien bescheinigen dem Frohsinn positive Wirkungen auf Körper und Psyche. Lachen ist gesund. Der ganze Kreislauf kommt durch kräftiges Lachen in Schwung. 20 Sekunden Lachen entsprechen in etwa der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern.
Der Entspannungseffekt nach einem kräftigen Lachanfall ist ähnlich wirkungsvoll wie Autogenes Training oder Biofeedback-Training. Gleichzeitig bewirkt das Lachen, wie viele Untersuchungen gezeigt haben, Heilungsprozesse im Körper. Beim Lachen wird Serotonin, das gern als „Glückshormon“ bezeichnet wird, ausgeschüttet und es kommt zu einer Vermehrung von Lymphozyten und Immunglobulinen, die den Körper vor Krankheitserregern schützen. Glaubt man weiteren Untersuchungen aus den USA, so wird durch Lachen auch die Produktion von Stresshormonen gedrosselt. Humor ermöglicht uns, sich wenigstens ein paar Augenblicke über eine schwierige Situation zu stellen und darum geht es heute auch in Sankt Agnes.

Ich grüße daher alle mit einem herzlichen Sankt Agnes Alaaf!

Rathaus Bonn fast erfolgreich verteidigt

Nach der erfolglosen Verteidigung des Rathauses in Beuel am letzten Donnerstag ist der Oberbürgermeister Nimptsch heute erst gar nicht erschienen. Stattdessen ist er der Selbsthilfegruppe der geschlagenen Bürgermeister (SGB) beigetreten und entsandte deren Präsidenten Bürgermeister van Bett. Dieser kämpfte gemeinsam mit Anna Maria zu Lowenfeld, der Tochter des Kurfürsten Clemens August, Horst Naaß, dem Kaufmann von Bonn, und dem Edlen von Poppelsdorf, Helmut Joisten, gegen die anrückenden Bonner Stadtsoldaten. Diese wurden auch recht zügig erfolgreich in die Flucht geschlagen. Doch voller Tücke schickten die Stadtsoldaten in der Eiseskälte ihre frierenden Pänz vor. Anna Maria, der Mutter von 10 Kindern, wurde gleich warm ums Herz. Und auch van Bett rief sofort nach heissem Kakao für die zitternden Kleinen. Beinahe hätte mer se rinjelasse …
Die schlauen Pänz hatten ihre bunten Luftballons dabei, mit welchen sie uns ablenkten. Und dann … na ja, die Story endet wie man es sich denken kann!

Es hat Spaß gemacht! Bonn Alaaf!

Verteidigungskoalition beim Beueler Rathaussturm gescheitert

Als ich gefragt wurde, ob ich bei der Rathausverteidigung in Beuel dabei bin, fiel meine Antwort spontan positiv aus. Schließlich nehme ich meine Aufgabe als Bürgermeisterin ernst! “Zesamme stonn für Bonn” ist doch ernst zu nehmen oder ? 😉 🙂 😉
Zusammen mit dem Oberbürgermeister und meinen Bürgermeister-Kollegen Helmut Joisten und Horst Naaß bin ich also an Weiberfastnacht losgezogen, um das kommunale Gut gegen die Beueler Jecken zu verteidigen. Man(n) hat mir verschwiegen, dass es hauptsächlich eine Verteidigung gegen Frauen werden wird …
Und so kam es dann schon nach kurzer Zeit zu merkwürdigen Situationen: die Herren übten im Kämmerlein ein Lied, zwinkerten sich zu, grinsten mich an! Meine Solidarität wurde schwer auf die Probe gestellt. Aber eine echte Bonner Bürgermeisterin hält etwas aus ! 😉 Tapfer trotzte ich der eisigen Kälte auf dem Beueler Rathausbalkon und bildete mit meinen Kollegen die Verteidigungskoalition. Dann kam die Wäscherprinzessin in Begleitung der Obermöhn um die Ecke. Nun kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es flogen die (Wort)Fetzen! Die Angreiferinnen forderten den OB zu einem Sangeswettstreit heraus. Nun dämmerte mir langsam der Sinn des Übens … Nun ja, er wird gewinnen, dachte ich, zum Besten der Stadt! Geh nur runter, schlug ich dem OB vor, ich halte so lange oben die Stellung. Als die Herrenriege jedoch unten ihr Lied anstimmte: Frauen haben mich verlassenuntreuHölle war meine Loyalität doch überstrapaziert. Bin ich etwa keine Frau? Und tue mein Bestes für Bonn? So kann man(n) mit mir doch nicht umgehen! Die Koalition war beendet – und ich machte auf dem Balkon den Weg frei für Wäscherprinzessin Lara I.

So war das in Beuel an Wieverfastelovend 2010. Alaaf!

Proklamation der Beueler Wäscherprinzessin

Kaum ist die Kennedybrücke wieder passierbar, werden die Beueler jeck. Der Wieverfastelovend wirft seine Schatten – oder in diesem Fall besser sein Sönnchen – voraus: Wäscherprinzessin Lara I wurde proklamiert.
Wunderbarer Abend, moderiert von Ina Harder, die auch eine gute Obermöhn abgeben würde. Als linksrheinische Bonnerin war ich zu diesem Ereignis eingeladen, allerdings wurde mir vermittelt, dass ich mir ein Visum für Beuel noch zu verdienen hätte!? Ja, wie denn? Ich habe doch für die Sanierung der Brücke gestimmt, wo manch anderer sie lieber abreissen wollte! Das nenne ich Undankbarkeit 🙂

Interessant waren auch die Köstümierungen. Da gab es “neue Grüne”, die man vor wenigen Wochen nicht einmal in der Nähe dieser Partei vermutet hätte und alte Grüne, die himmlisch oder auch teuflisch anmuteten, ganz nach Perspektive. Unser OB war in seiner Proklamationsrede brilliant, langsam gewöhnen wir uns daran. Auch die USA wurden 10 Jahre von einem Schauspieler regiert 😉 Ich wünsche ihm vor allem auch einmal Erfolg für seine politischen Initiativen.

Prinzenproklamation 2010

Die diesjährige Prinzenproklamation gab tiefe Einblicke und lässt Vieles hoffen. Neue Menschen, neues Programm. Erwähnenswert ist besonders die Proklamationsrede des neuen OB Jürgen Nimptsch (hier nachzulesen). Wirklich gut gemacht! Unser neuer Oberbürgermeister kann singen und schauspielen. Werden wir jetzt in den Ratssitzungen Büttenreden hören? Das ist nicht zu wünschen. Ein OB, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, ist gut und recht – aber er muss auch seine politischen Ziele durchsetzen können. Im Alleingang wird das nicht zu schaffen sein. Dies weiß er sehr wohl, daher stammt sein Motto “Zesamme stonn für Bonn”. Da haben wir alle noch einiges zu tun!

Weitere Highlights des gestrigen Programms waren die Stattgarde aus Köln, eine Queergroup, sowie “QuerBeat”, die keine Samba-Truppe sind, aber dem ganzen Saal gut einheizten mit heißen Rhytmen von Walzer bis (natürlich) Samba. Nach Ende des offiziellen Programms ging es im Foyer noch lustig weiter.