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Auszeichnung der Stipendiaten der Stiftung Kunstfonds

Ich begrüße Sie heute in unserem Kunstmuseum zu der Ausstellung „Viktoria Binschtok. Golden Horn / Golden Case“ und ich freue mich sehr, dass die Künstlerin persönlich anwesend ist. Liebe Frau Binschtok, herzlich willkommen in Bonn. Ich bin bereits sehr gespannt auf Ihre Präsentation, in der Sie mit ihren fotografischen Arbeiten ganz zentrale, uns alle betreffende Fragen stellen: Wer macht all die Bilder, denen wir uns Tag für Tag gegenüber sehen? Wer benutzt diese und zu welchem Zwecke? Wie wandelt sich die Perspektive auf ein Bild, je nachdem wie, wo und in welchem Kontext es präsentiert wird?
Dies sind grundsätzliche Fragen, die wir uns womöglich alle hin und wieder stellen sollten, Fragen nach unserem Umgang mit Bildern, ihrer Herkunft und ihren gesellschaftlichen und politischen Funktionen.

Die meisten von Ihnen werden das kennen: Sie geben eine Suchanfrage in eine Internet-Suchmaschine ein und erhalten eine unüberschaubare Vielzahl von teilweise einander grundsätzlich widersprechenden Ergebnissen. Wenn Sie noch die Bildersuche hinzuziehen, dann sehen Sie sich einer Bilderflut ausgesetzt, von denen nur ein kleiner Teil überhaupt etwas mit Ihrer Suchanfrage zu tun zu haben scheint. Als normale „User“ versuchen wir dann meist, uns einen Weg durch dieses Dickicht an Bildern und Informationen zu bahnen, um zu der Information zu gelangen, die wir eigentlich gesucht haben.
Die Künstlerin Viktoria Binschtok nimmt die überwältigende Bilderflut als Herausforderung an und macht sie zu ihrem Material. Sie begibt sich gleichsam in den Dialog mit den Algorithmen der Suchmaschinen, sammelt Bilder, wählt aus, entwickelt und schafft neue und fügt diese bildhaften Ergebnisse ihrer künstlerischen Forschungen zu ganz eigenen, für mich oft überraschenden Kombinationen zusammen. Da trifft dann der Popstar Gwen Stefani auf ein Marilyn Monroe-Double; eine Flasche, eine zerbeulte Autotür und eine Glühbirne scheinen erst mal nichts gemeinsam zu haben, bilden aber ein prächtiges schwarzgrünes Triptychon, und die New Yorker Skyline wird – fast unbemerkt – ergänzt durch Stapel von Heftklammern.
Dass Viktoria Binschtok hier im Bonner Kunstmuseum ihre klugen und rätselhaften Arbeiten zeigen kann, verdankt die Künstlerin nicht zuletzt der Hilfe und Unterstützung durch die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds. Die Stiftung vergibt jährlich Stipendien in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags. Diese außergewöhnliche Förderleistung dokumentiert im Kunstmuseum Bonn seit dem letzten Jahr die auf fünf Jahre angelegte Ausstellungsreihe „Ausgezeichnet“, in der ausgewählte Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Kunstfonds für einen sechswöchigen Zeitraum einen Ausstellungraum in der Sammlung des Kunstmuseums bespielen. Nach der Ausstellung von Wermke/Leinkauf 2016 ist Viktoria Binschtoks Beitrag die zweite Ausgabe dieser Ausstellungsreihe. Als Bürgermeisterin freue ich mich über diese Kooperation, die zwei in Bonn beheimatete Institutionen zusammenführt. Ich wünsche dem Projekt heute und in Zukunft viel Erfolg.

Welttag der Bekämpfung der Desertifikation und Dürre

Als Bürgermeisterin der UNO-Stadt Bonn ist es mir ein Herzensanliegen, heute den Welttag der Desertifikationsbekämpfung gemeinsam mit dem Übereinkommen zur Bekämpfung der Desertifikation, dem BMZ und der GIZ zu begehen. Wir sehen einen Künstler wieder, der uns bereits 2006 zum Weltjahr der Bekämpfung der Desertifikation außergewöhnliche Blickwinkel auf den Lebensraum Wüste gewährte. Willkommen, Michael Martin mit Ihren neuen Einblicken in die Lebensräume der Extreme!
Sie führen uns mit Ihren Bildern durch Wüste und Ver-Wüstung. Wüste ist Lebensraum. Ver-Wüstung, Landdegradierung … das Gegenteil!

Das Museum König, das nicht nur in eindrucksvoller Weise das Leben auf der Erde präsentiert, sondern auch durch seine Forschung maßgeblich zum Erhalt von Arten und Lebensräumen beiträgt, ist der ideale Ort für diese Gegenüberstellung!
Denn „Leben an Land“ steht als nachhaltiges Entwicklungsziel im Mittelpunkt der Arbeit des Museums – ebenso wie der Arbeit der UNCCD und des Einsatzes deutscher Entwicklungszusammenarbeit für den Erhalt von Lebensgrundlagen insbesondere im globalen Süden.
Auch die Stadt Bonn selbst misst dem Erhalt von Bodenqualität hohe Bedeutung zu. Das tut sie als Standort von rund 20 UN-Organisationen und vieler weiterer themenverwandter Akteure, deren gemeinsames Anliegen Nachhaltigkeit und die Verwirklichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele sind. Und das tut sie im täglichen Einsatz für Böden als Lebensräume in unserer eigenen Stadt – in Stadtplanung, Klimaschutz, Klimaanpassung, Naturschutz – und in der gemeinsamen Arbeit mit Städten in aller Welt. Das tut Oberbürgermeister Ashok Sridharan auch als Erster Vizepräsident des Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit ICLEI Local Governments for Sustainability. ICLEI hat zum Beispiel gerade ein City-Food-Programme aufgelegt. Boden sichert Nahrung und ist Lebensgrundlage – gerade für Städte!
Im September wird der Oberbürgermeister nach Ordos in die Innere Mongolei reisen, um zur 13. Vertragsstaatenkonferenz gemeinsam mit anderen Städtevertretern in den Dialog mit den Vertragsstaaten des Übereinkommens zur Bekämpfung der Desertifikation zu treten.

Und ich bin davon überzeugt, dass Boden und Landdegradierung als Folge des globalen Wandels auch bei der kommenden 23. Weltklimakonferenz eine wichtige Rolle spielen werden. Wie Sie wissen, wird diese Konferenz auf Einladung des Weltklimasekretariats und unter Präsidentschaft der Fidschi-Inseln hier in Bonn stattfinden. Ebenso wie Klimawandel ist Landdegradierung ein globales Querschnittthema, das unser aller Einsatzes bedarf!
Deshalb freue ich mich gleich sehr auf die Diskussionsrunde und natürlich auf die Ausführungen von Herrn Martin zu seinen Bildern und der dahinter stehenden Kampagne des BMZ

Schließen möchte ich nicht nur mit meinen Wünschen für einen impulsreichen Abend. Sondern ich möchte Sie heute anlässlich des Welttages der Desertifikationsbekämpfung herzlich einladen. Dazu, das Thema Boden und die Bekämpfung der Landdegradierung mitzunehmen, das nachhaltige Entwicklungsziel Nr. 15 und das Leben an Land noch mehr als bisher zu Ihrem persönlichen Ziel und Anliegen zu machen!

Deutsches Museum Bonn vorläufig gerettet!

Das Deutsche Museum in Bonn ist gerettet. Der Stadtrat will den jährlichen Zuschuss auf bis zu 400.000 Euro erhöhen. Zusammen mit den Fördergeldern ist damit die Basisfinanzierung gesichert. Das Museum in Bonn ist eine Außenstelle des Deutschen Museums in München. Es präsentiert Exponate und Experimente von Wissenschaftler*innen, Techniker*innen und Erfinder*innen.
Das Deutsche Museum Bonn ist seit 20 Jahren ein Ort der Wissensvermittlung und insbesondere der MINT-Förderung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Es ist bestens in das Netzwerk der wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen der Region eingebunden. Die angebotenen Vorträge, Workshops und Ausstellungen werden sehr gut besucht, insbesondere auch von Frauen und Mädchen.
Die Bedeutung des Deutschen Museums in Bonn geht weit über die Kommune hinaus. Der Fokus des Hauses liegt nicht die Dauerausstellung als „Museum“. Der Wert des Deutschen Museums Bonn liegt in der Funktion der Vermittlung von Wissenschaft, als ausserschulischer Bildungsort, als Kommunikationsplattform zwischen wissenschaftlichem „Elfenbeinturm“ und der Gesellschaft. Dies manifestiert sich in themenbezogenen Ausstellungen, in Vorträgen, in Veranstaltungen u.v.m.

Zur Sicherung des Deutschen Museums Bonn wird die Stadt Bonn ab dem Jahr 2019 ihren Zuschuss auf bis zu 400.000 Euro pro Jahr erhöhen, wie der Stadtrat am 30. März 2017 beschlossen hat. Das Deutsche Museum benötigt eine Basisfinanzierung der öffentlichen Hand von 600.000 Euro im Jahr. Weitere Projektmittel in gleicher Höhe sollen als Ergänzung vom Förderverein sowie anderen privaten und öffentlichen Trägern in gleicher Höhe eingeworben werden. Neben den zukünftig 400.000 Euro der Stadt Bonn hat der Rhein-Sieg-Kreis eine jährliche Förderung von 75.000 Euro ab 2017 beschlossen. Die Dr.-Hans-Riegel-Stiftung wird 28 000 Euro im Jahr 2018 beisteuern und jeweils 100 000 Euro für die Jahre 2019 und 2020.

Videonale 16 im Kunstmuseum Bonn

Videonale Homepage

Die 16. Videonale rückt Bonn einmal mehr als lebendiges Zentrum für Film- und Medienkunst und als weltoffene und internationale Stadt in das Bewusstsein des Publikums. Sie ist Treffpunkt und Forum für Künstlerinnen und Künstler, Kuratoren, Verleiher und Galeristen aus aller Welt und steht als international ausgeschriebener Wettbewerb Künstlerinnen und Künstlern weltweit offen.

Die Videonale, das Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen war von Beginn an – und ist es auch heute noch – eine anerkannte Plattform für die Präsentation aktueller Tendenzen in der Video- und Medienkunst. 1984 als Initiative von Bonner Studenten als erstes deutsches Videokunstfestival gegründet, hat sich die Videonale seitdem durch immer wieder neue Formen der Präsentation von Videokunst einen Namen gemacht. Sie hat sich zu einem der wichtigsten und renommiertesten Festivals für Videokunst in Deutschland und Europa entwickelt. Wir eröffnen heute Abend die 16. Videonale und es freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders, dass die Eröffnung zum siebten Male im Kunstmuseum Bonn stattfindet.

Bis heute versteht sich die Videonale als Festival für sowohl junge aufstrebende Künstlerinnen und Künstler als auch für etablierte Positionen der nationalen und internationalen Videokunst. Die Videonale hat sich zu einer festen Institution entwickelt. Sie besitzt weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus enorme Strahlkraft. Nicht ohne Grund werden die Arbeiten im Anschluss an die Präsentation hier in Bonn unter dem Motto „Videonale on Tour“ bei Festivals und in Museen weltweit gezeigt. Doch zunächst können wir uns auf die sechswöchige „Videonale-Ausstellung am Rhein“ freuen.
Das breite Spektrum der Präsentationsformen ist eine Bereicherung für das Kulturangebot in unserer Stadt, in der viele künstlerische Ausdrucksformen und Stilrichtungen eigene Veranstaltungsformate und –reihen begründet haben, die sehr gut angenommen werden. Mit dem Videonale-Parcours strahlt die Videonale über das Kunstmuseum hinaus in die Bonner Innenstadt hinein. Insbesondere in der Bonner Nordstadt konzentriert sich ein Teil des Programms, Stadtspaziergänge zum Parcours mit anschließendem Kaffee und Gespräch im Bonner Kunstverein sollen den Dialog mit den Menschen dieses Viertels fördern.
In der Nordstadt haben in den letzten Wochen auch bereits die Video-Abende stattgefunden, für die Bonnerinnen und Bonner ihr privates Wohnzimmer für gemeinsame Videosichtungen zur Verfügung gestellt haben. Auch das trägt zur weiteren Verankerung der Videonale in der Bevölkerung bei.

Vorträge, Diskussionen, Screenings, Performances und Sonderpräsentationen zu künstlerischen Positionen beleben während der Ausstellungslaufzeit das Kunstmuseum ebenso, wie verschiedene Orte in unserer Stadt. Darüber hinaus wird es insgesamt drei mehrtägige Workshops geben, einer adressiert sich dabei besonders an Geflüchtete, das ist gut so, denn eine offene Willkommenskultur hat viele Facetten, auch die Kunst kann hier Angebote machen und die Videonale macht es vor.

Mein Dank gilt der Jury, die aus den Einsendungen 43 künstlerische Positionen ausgewählt hat, dem Kunstmuseum Bonn, den Förderern und Sponsoren des Festivals, insbesondere der fluentum Collection Berlin, die in diesem Jahr zum ersten Mal den Videonale-Preis, der gleich verliehen wird, finanziert hat. Und ein ganz besonders herzliches Dankeschön für die künstlerische Leitung gilt Tasja Langenbach und ihrem Team!

Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016

Mit der Internationalisierung des Dorothea-von-Stetten-Kunstpreises wird seit 2014 die Kunstproduktion jeweils eines Nachbarlandes in den Fokus gerückt.

Bonn ist seit jeher europäisch geprägt, nicht nur durch seine „Europäer“. Robert Schuman, Wegbereiter der Europäischen Union, studierte hier Rechtswissenschaften. Die Ode „An die Freude“, die 9. Symphonie des berühmtesten Sohnes der Stadt, Ludwig van Beethoven, ist inzwischen jedem als Europahymne vertraut. „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“ heißt es dort unter anderem auch. Das ist doch ein wunderbares Leitmotiv für einen Abend, bei dem es um den gemeinsamen Blick auf europäische Nachwuchskunst geht.

Mit der Gruppenausstellung, die wir heute Abend eröffnen richten wir den Blick auf Arbeiten unserer europäischen Nachbarn aus den Niederlanden. Bis zum 25. September bietet sich uns hier im Kunstmuseum Bonn die Gelegenheit, die vitale, multikulturell ausgerichtete Kunstszene der Niederlande kennen zu lernen. Die anwesenden Künstlerinnen und Künstler möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz besonders herzlich begrüßen. Für den Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis 2016 sind nominiert: Dan Walwin, Taocheng Wang und Aimée Zito Lema. Alle drei bilden eine erstklassige, junge, frische Vertretung der zeitgenössischen niederländischen Kunstszene.

Der mit 10.000 Euro dotierte Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis wurde 1984 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. Die Stiftung ist von der vor fünf Jahren verstorbenen Bonner Mäzenin Dorothea von Stetten gegründet worden. Sie ist ein herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement für Kunst und Kultur in unserer Stadt. Durch ihre Gründung wird es ermöglicht, junge Kunst zu fördern und museal auszustellen.
Als Ausstellungsleiterin an der amerikanischen Botschaft hat Dorothea von Stetten zunächst 1963 den Bonner Kunstverein begründet und sich seit den achtziger Jahren tatkräftig für das Kunstmuseum Bonn eingesetzt. Sie hat den Verein der Freunde des Kunstmuseums ins Leben gerufen und bereits 1983, in ihrem 70. Lebensjahr, eine Stiftung initiiert. Diese Stiftung hat es sich seitdem zur Aufgabe gemacht junge Kunst zu fördern in Verbindung mit einer Ausstellung des Kunstmuseums Bonn und einem repräsentativen Katalog.
Dorothea von Stetten lässt uns mit diesem Kunstpreis über ihren Tod hinaus an ihrer lebenslangen Freude zur Kunst teilhaben. Dem Kunstmuseum Bonn, dem sie ihre bedeutende Sammlung von Papierarbeiten übertrug, war sie über Jahrzehnte eng verbunden.

Den Nominatoren, dem Intendanten des Kunstmuseums Bonn, Professor Dr. Stephan Berg und seinem engagierten Team danke ich sehr herzlich für die geleistete Arbeit im Vorfeld zu dieser Ausstellung, ohne die ein solches Projekt gar nicht umsetzbar gewesen wäre. Danken möchte ich auch den Künstlerinnen und Künstlern, die in diesem Jahr in unserem Kunstmuseum ausstellen und den Mitgliedern der Jury, deren Votum wir heute Abend mit Spannung erwarten.

Lassen wir uns heute und in Zukunft als Europäerinnen und Europäer von der Freude und von dem Gedanken der Versöhnung tragen und inspirieren. Jede Begegnung schafft Verständnis und Verständigung, jede Begegnung ist ein Stück gemeinsam gelebtes Europa.