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10 Jahre Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker

Zum zehnten Mal jährt sich heute die Verabschiedung der UN-Erklärung zu den Rechten indigener Völker. Für die indigenen Völker bedeutete diese Erklärung den Durchbruch in völkerrechtlichen Fragen – ein guter Grund, mit der heutigen Veranstaltung dieses Jubiläum zu begehen!
Indigene Völker leisten mit ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise einen ganz besonderen Beitrag zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, zum Klimaschutz und zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Unterstützung brauchen sie jedoch dabei, ihre nachhaltig traditionellen Lebensweisen, ihr Wissen und ihre Praktiken zu erhalten. Unterstützung benötigen sie auch dabei, ihre Rechte zu sichern und über ihre Lebensweise zu informieren. Ziel muss es sein, uns gemeinsam mit den indigenen Gemeinschaften als Partner auf Augenhöhe zur Bewältigung globaler Probleme zu engagieren. Daher freue ich mich besonders, heute zwei Vertreter indigener Völker begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen in Bonn!

Als Teil des gemeinsamen EU-Projektes „The future we want – Local Authorities for Sustainable Development“ arbeiten das Klima-Bündnis, die Tropenwaldstiftung OroVerde und die Stadt Bonn seit 2015 mit europäischen Partnerkommunen und -organisationen in vielen Veranstaltungen und Kampagnen zusammen. Ich freue mich, Herrn Eriberto Gualinga erneut in Bonn zu begrüßen. Bereits im Mai 2015 besuchte er als Vertreter des indigenen Volkes der Kichwa aus der Gemeinde Sarayaku im ecuadorianischen Amazonasgebiet die Stadt Bonn. Gemeinsam mit der Tropenwaldstiftung OroVerde und dem Klima-Bündnis stellten die Indigenen ihre Situation und Lebensweise in Film-, Vortrags-, Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops für Kinder vor. Heute sind Sie hier, um einen Bericht mit Empfehlungen für die europäische, nationale und lokale Ebene zu übergeben.

Nur gemeinsam können wir der Herausforderung Klimawandel begegnen. Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, Sitz des Klimasekretariates UNFCCC und über 150 NGOs, Ministerien und wissenschaftlichen Einrichtungen ist Bonn der Nachhaltigkeit besonders verpflichtet. In diesem Jahr dient die Stadt Bonn zudem als Diskussionsplattform für die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, der COP 23. Rund 20.000 Teilnehmende werden im November in Bonn erwartet, um über die weitere Klimapolitik zu beraten, zu sensibilisieren und dem Klimaschutz eine Stimme zu geben.
Natürlich engagiert sich Bonn auch selbst sehr für Klimaschutz und -anpassung:
Konkrete Aktivitäten wie beispielsweise interkommunale Bachpartnerschaften zum Hochwasserschutz werden in der Leitstelle Klimaschutz koordiniert. Aber Bonn ist vor allem auch langjähriges aktives Mitglied in Netzwerken wie dem Klima-Bündnis. Und Bonn kooperiert im Rahmen von Klimapartnerschaften mit unseren globalen Partnerstädten – beispielsweise in La Paz, Bolivien oder Cape Coast, Ghana. Denn: eine nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten. Herzlich möchte ich in diesem Zusammenhang auch dem Institut für Ökologie und Aktionsethnologie e.V. gratulieren, die heute ihr 30-jähriges Jubiläum feiern.

Ich bin ganz besonders gespannt auf die Erfahrungen der indigenen Vertreter!

Kick-off Meeting of „Integrate“ (European Platform on Forestry)

When speaking about Bonn, I usually begin with the United Nations. Bonn is very proud to be the UN hub for sustainability, working to shape a sustainable future from here. Our UN Campus is the heart of the international Bonn. Direct neighbors are the World Conference Center Bonn and the international broadcaster Deutsche Welle.
And all of you will probably know that Bonn will again be in the focus of international attention this autumn with the Climate COP 23, when we expect roughly 20,000 conference guests in town.
Bonn is a place that sends out strong signals for sustainability. And – in the middle of a dense cluster of ministries, development agencies, NGOs, academia, business and media – the UN is our strongest sender and catalyst.
Biodiversity, nature conservation, agriculture and sustainable forestry are pillars of this thematic cluster. Bonn is home to IPBES, the Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services, to the Global Crops Diversity Trust, the Forest Stewardship Council and the association ‘Schutzgemeinschaft Deutscher Wald’.
With the initiative and support by our Ministry of Agriculture, we will soon be able to welcome the European Forestry Institute with its resilience branch as a new member of our sustainability family here in Bonn!

The City of Bonn is well aware of the need for resilient forests and sustainable forestry, locally and globally speaking. This afternoon, you have just visited our municipal forest up on Waldau. And surely, our forester Mr. Korintenberg and Mr. Dahmen from the State Government of North Rhine-Westphalia will have mentioned that this forest has a double certification: Naturland, as a national label, and FSC on the global scale.

I would like to thank BMEL and the Czech Government for taking the initiative to convene this Kick-Off Meeting in Bonn. Given the thematic environment and the great dedication of our key players in the city, you couldn’t have found a better place for a good start! May the new network prosper and deliver interesting results on resilient forests in Europe!

Before I close, please allow me to have a short word on our city. Bonn, of course, also stands for famous composer Ludwig van Beethoven. The genius was born here 247 years ago. These were the times when beautiful buildings like this one were built in Bonn. Our rococo Town Hall dates from 1737.
The function room where we have gathered tonight is a special one in this building. It is the former carriage passage to the city that was converted into this special room for receptions and events.
The entire building has been restored in a huge effort a couple of years ago. It forms part of the architectural heritage of the electors of Cologne, namely Clemens August, who also erected two palaces in Bonn. One of these palaces hosts our Botanical Gardens today.
Max Franz, successor of Clemens August and the last elector residing in Bonn, was a patron of the fine arts and supported Beethoven’s talent. Beethoven’s famous Ode to Joy (with the famous words by Schiller) reaches out to the world to this day. And it was chosen as the anthem of a powerful key player for peace and understanding: the European Union.
There are many facets to our city’s rich history of 2,000 years. And I hope that, in spite of your agenda, you will have some time to discover our city on the banks of the Rhine or visit our beautiful surroundings in the Rhine Valley. Enjoy your stay in Bonn!

Welttag der Bekämpfung der Desertifikation und Dürre

Als Bürgermeisterin der UNO-Stadt Bonn ist es mir ein Herzensanliegen, heute den Welttag der Desertifikationsbekämpfung gemeinsam mit dem Übereinkommen zur Bekämpfung der Desertifikation, dem BMZ und der GIZ zu begehen. Wir sehen einen Künstler wieder, der uns bereits 2006 zum Weltjahr der Bekämpfung der Desertifikation außergewöhnliche Blickwinkel auf den Lebensraum Wüste gewährte. Willkommen, Michael Martin mit Ihren neuen Einblicken in die Lebensräume der Extreme!
Sie führen uns mit Ihren Bildern durch Wüste und Ver-Wüstung. Wüste ist Lebensraum. Ver-Wüstung, Landdegradierung … das Gegenteil!

Das Museum König, das nicht nur in eindrucksvoller Weise das Leben auf der Erde präsentiert, sondern auch durch seine Forschung maßgeblich zum Erhalt von Arten und Lebensräumen beiträgt, ist der ideale Ort für diese Gegenüberstellung!
Denn „Leben an Land“ steht als nachhaltiges Entwicklungsziel im Mittelpunkt der Arbeit des Museums – ebenso wie der Arbeit der UNCCD und des Einsatzes deutscher Entwicklungszusammenarbeit für den Erhalt von Lebensgrundlagen insbesondere im globalen Süden.
Auch die Stadt Bonn selbst misst dem Erhalt von Bodenqualität hohe Bedeutung zu. Das tut sie als Standort von rund 20 UN-Organisationen und vieler weiterer themenverwandter Akteure, deren gemeinsames Anliegen Nachhaltigkeit und die Verwirklichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele sind. Und das tut sie im täglichen Einsatz für Böden als Lebensräume in unserer eigenen Stadt – in Stadtplanung, Klimaschutz, Klimaanpassung, Naturschutz – und in der gemeinsamen Arbeit mit Städten in aller Welt. Das tut Oberbürgermeister Ashok Sridharan auch als Erster Vizepräsident des Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit ICLEI Local Governments for Sustainability. ICLEI hat zum Beispiel gerade ein City-Food-Programme aufgelegt. Boden sichert Nahrung und ist Lebensgrundlage – gerade für Städte!
Im September wird der Oberbürgermeister nach Ordos in die Innere Mongolei reisen, um zur 13. Vertragsstaatenkonferenz gemeinsam mit anderen Städtevertretern in den Dialog mit den Vertragsstaaten des Übereinkommens zur Bekämpfung der Desertifikation zu treten.

Und ich bin davon überzeugt, dass Boden und Landdegradierung als Folge des globalen Wandels auch bei der kommenden 23. Weltklimakonferenz eine wichtige Rolle spielen werden. Wie Sie wissen, wird diese Konferenz auf Einladung des Weltklimasekretariats und unter Präsidentschaft der Fidschi-Inseln hier in Bonn stattfinden. Ebenso wie Klimawandel ist Landdegradierung ein globales Querschnittthema, das unser aller Einsatzes bedarf!
Deshalb freue ich mich gleich sehr auf die Diskussionsrunde und natürlich auf die Ausführungen von Herrn Martin zu seinen Bildern und der dahinter stehenden Kampagne des BMZ

Schließen möchte ich nicht nur mit meinen Wünschen für einen impulsreichen Abend. Sondern ich möchte Sie heute anlässlich des Welttages der Desertifikationsbekämpfung herzlich einladen. Dazu, das Thema Boden und die Bekämpfung der Landdegradierung mitzunehmen, das nachhaltige Entwicklungsziel Nr. 15 und das Leben an Land noch mehr als bisher zu Ihrem persönlichen Ziel und Anliegen zu machen!

Veranstaltung „URBAN GARDENING – Gestaltung, Mitwirkung, Organisation“ der Quartiersakademie NRW

urban-gardening_nu-ver-1486745386133die Quartiersakademie NRW richtet heute den Blick auf Bonn! Dies freut mich in hohem Masse, denn Urban Gardening ist uns in Bonn ein wichtiges Anliegen. Was bedeutet mir persönlich, als Großstädterin, das Urban Gardening, wurde ich gefragt. Meine Antwort: „Den Asphalt zum Blühen bringen.“

2017_02_08_urban-gardening_foto1Unter dem Stichwort „Urban Gardening“ hat es in den letzten Jahren deutschlandweit eine Renaissance des Gärtnerns in der Stadt gegeben. „Urban Gardening“ steht für die gemeinsame gärtnerische Nutzung von unterschiedlichen Flächen in den Innenstädten. Menschen versuchen Rest- und Brachflächen im Stadtbild durch ihre gärtnerischen Ideen zu gestalten. Welche Erfahrungen Sie dabei gemacht haben, welche Ideen dabei entstanden sind, darüber will die Quartiersakademie heute informieren.

Der heutige Tag bietet Gelegenheit zum Lern- und Erfahrungsaustausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft. Dabei stehen Leuchtturmprojekte, wie die Prinzessinnengärten in Berlin oder der Gemeinschaftsgarten Neuland in Köln, als Vorbilder für andere Kommunen in NRW im Fokus der Diskussion.

Aber auch die Bonner Projekte können sich sehen lassen. Hier wird bereits vielfältig urban gegärtnert – auch hier in der Ermekeilkaserne, dem heutigen Veranstaltungsort. Bis zum Sommer 2016 hat hier eine Gruppe von Hobbygärtnern im Innenhof der Ermekeilkaserne gemeinsam gepflanzt, gepflegt und geerntet. Dafür hat die 2005 gegründete Garteninitiative „Initiative zur zivilen Nutzung der Bonner Ermekeilkaserne“ für Haus 1 und 2 ein Nutzungskonzept erarbeitet, um den Bereich temporär als öffentlichen Garten zu nutzen. In über hundert selbstgebauten Pflanzkisten gedeihte seit 2014 allerlei Essbares. Leider musste diese Nutzung im Mai 2016 eingestellt werden – eine Folge des Flüchtlingszustroms.

Die Stadt Bonn arbeitet aber bereits an der Schaffung neuer öffentlicher Gartenflächen im Bonner Stadtgebiet und plant in Kürze auch einen Online-Auftritt zum Thema „Urban Gardening“, der dann auch Informationen zu den zur Verfügung stehenden Flächen, Hinweise zum Procedere und zu den vertraglichen Konditionen enthält.

So unterschiedlich wie die Formen der urbanen Gärten sind, so unterschiedlich sind auch die Beweggründe der aktiv Beteiligten: Von der Lust am Gemüsebau über soziale bis hin zu politischen Motiven ist alles vertreten. Urban Gardening“ trägt dazu bei sozial und kulturell gemischte, generationenübergreifende Quartiere mit vielfältiger und vor allem ökologisch nachhaltiger Nutzung zu etablieren.
Das ist nicht immer einfach, aber zarte Pflänzchen brauchen ebenso viel Hilfe und Pflege wie innovative Ideen. Ich wünsche dafür heute einen gelingenden Tag.

Veranstaltung „URBAN GARDENING – Gestaltung, Mitwirkung, Organisation“

Eröffnung des Erlebnisbauerhofes des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes

csm_kuehe_-_bahrenberg_b7a6755bb3csm_gemuese_-_bahrenberg_70abcbda05Haben Sie sich nicht auch schon das ein oder andere Mal gefragt, wo eigentlich unsere Lebensmittel herkommen? Wer sie produziert? Wie nachhaltiger Anbau funktioniert oder wie Bauernfamilien heute leben? Alle diese Fragen werden in den kommenden Tagen beim Erlebnisbauernhof auf dem Münsterplatz Bonn beantwortet. Der Erlebnisbauernhof bietet einen lebendigen Einblick in die moderne Landwirtschaft. Und das mitten in der Stadt!

Eine Vielzahl von Akteuren und Ausstellern bringt uns das umfangreiche und spannende Thema „Landwirtschaft“ mit all ihren Facetten näher. Es wird beispielsweise aufgezeigt, dass Landwirtschaft und Naturhaushalt eng miteinander verbunden sind. Und dass neue Innovationen eine Balance zwischen diesen beiden Faktoren schaffen können. Zudem erwartet die großen und kleinen Besucherinnen und Besucher ein interessantes Programm mit Mitmachaktionen und Führungen. So können sie sich über die Lebensmittelerzeugung informieren und sich danach in „Butter schütteln“ oder „Getreide mahlen“ versuchen.
Natürlich dürfen auch die tierischen Bewohner eines Bauernhofs nicht fehlen. Deshalb gibt es hautnah Bienen, Rinder und Schweine zu sehen und vielleicht sogar zu berühren. Hierüber werden sich besonders die kleinen Besucherinnen und Besucher freuen.

Die Landwirtschaft spielt für die Stadt Bonn eine wichtige Rolle. Wir haben in unserer Stadt rund 2000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen. Das entspricht 16 Prozent des städtischen Bodens.
Seit 1998 haben wir in Bonn drei Ökomärkte etabliert, die sich großer Beliebtheit erfreuen und zu den umsatzstärksten in der ganzen Region zählen.
Durch verschiedene Initiativen möchte die Stadt die Landwirtschaft unterstützen. So haben wir in der Vergangenheit erfolgreich am „Veggie-Day“ teilgenommen. Ziel dieser bundesweiten Kampagne ist die Sensibilisierung für die Folgen unserer Ernährungsgewohnheiten. Mit nur einem fleischlosen Tag in der Woche kann bereits ein Beitrag zum Schutz der Umwelt, des Klimas und der eigenen Gesundheit geleistet werden. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

Als Stadt der Vereinten Nationen tragen wir eine besondere Verantwortung und haben uns dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Daher hat sich der Rat der Stadt Bonn im Februar diesen Jahres mit der „2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“ auch den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen angeschlossen. Diese wurden im vergangenen Jahr von der UN beschlossen und beinhalten unter anderem die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Ich bin sicher, dass die Besucher und Besucherinnen neue Erkenntnisse rund um das Thema Landwirtschaft mit nach Hause nehmen werden.