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Eröffnung des Erlebnisbauerhofes des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes

csm_kuehe_-_bahrenberg_b7a6755bb3csm_gemuese_-_bahrenberg_70abcbda05Haben Sie sich nicht auch schon das ein oder andere Mal gefragt, wo eigentlich unsere Lebensmittel herkommen? Wer sie produziert? Wie nachhaltiger Anbau funktioniert oder wie Bauernfamilien heute leben? Alle diese Fragen werden in den kommenden Tagen beim Erlebnisbauernhof auf dem Münsterplatz Bonn beantwortet. Der Erlebnisbauernhof bietet einen lebendigen Einblick in die moderne Landwirtschaft. Und das mitten in der Stadt!

Eine Vielzahl von Akteuren und Ausstellern bringt uns das umfangreiche und spannende Thema „Landwirtschaft“ mit all ihren Facetten näher. Es wird beispielsweise aufgezeigt, dass Landwirtschaft und Naturhaushalt eng miteinander verbunden sind. Und dass neue Innovationen eine Balance zwischen diesen beiden Faktoren schaffen können. Zudem erwartet die großen und kleinen Besucherinnen und Besucher ein interessantes Programm mit Mitmachaktionen und Führungen. So können sie sich über die Lebensmittelerzeugung informieren und sich danach in „Butter schütteln“ oder „Getreide mahlen“ versuchen.
Natürlich dürfen auch die tierischen Bewohner eines Bauernhofs nicht fehlen. Deshalb gibt es hautnah Bienen, Rinder und Schweine zu sehen und vielleicht sogar zu berühren. Hierüber werden sich besonders die kleinen Besucherinnen und Besucher freuen.

Die Landwirtschaft spielt für die Stadt Bonn eine wichtige Rolle. Wir haben in unserer Stadt rund 2000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen. Das entspricht 16 Prozent des städtischen Bodens.
Seit 1998 haben wir in Bonn drei Ökomärkte etabliert, die sich großer Beliebtheit erfreuen und zu den umsatzstärksten in der ganzen Region zählen.
Durch verschiedene Initiativen möchte die Stadt die Landwirtschaft unterstützen. So haben wir in der Vergangenheit erfolgreich am „Veggie-Day“ teilgenommen. Ziel dieser bundesweiten Kampagne ist die Sensibilisierung für die Folgen unserer Ernährungsgewohnheiten. Mit nur einem fleischlosen Tag in der Woche kann bereits ein Beitrag zum Schutz der Umwelt, des Klimas und der eigenen Gesundheit geleistet werden. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

Als Stadt der Vereinten Nationen tragen wir eine besondere Verantwortung und haben uns dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Daher hat sich der Rat der Stadt Bonn im Februar diesen Jahres mit der „2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“ auch den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen angeschlossen. Diese wurden im vergangenen Jahr von der UN beschlossen und beinhalten unter anderem die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Ich bin sicher, dass die Besucher und Besucherinnen neue Erkenntnisse rund um das Thema Landwirtschaft mit nach Hause nehmen werden.

Eröffnung der Fairen Woche 2016

160513_faire_woche_204x144Auch in diesem Jahr wird in der Aktionswoche unter dem Motto „Fairer Handel wirkt!“ für nachhaltigen Konsum und das faire Handeln von Produkten geworben. Der Stadt Bonn als „Fair Trade Town“ ist der faire Handel ein wichtiges Anliegen. Schon lange liegt bei Entscheidungen in der Beschaffung ein besonderes Augenmerk auf Sozialstandards und Umweltkriterien.
Seit dem ersten Beschluss zur Verhinderung der schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit im Jahre 2004, beschäftigt sich der städtische Einkauf mit der Thematik. Die Stadt Bonn hat inzwischen eine landes- und bundesweit anerkannte Vorreiterrolle für andere Kommunen und ist gefragter Gesprächspartner auf dem Themenfeld der sozialgerechten Beschaffung.
Aus diesem Anliegen heraus, hat die Stadt Bonn 2015 in Kooperation mit der Frauenrechtsorganisation FEMNET ein anspruchsvolles Projekt ins Leben gerufen: Es wurde beschlossen, Dienst- und Schutzkleidung für die Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün fair zu beschaffen. Von Bedeutung war, dass wir bewusst über den Rahmen des Tariftreue- und Vergabegesetzes hinaus, ein Mehr an Sozialstandards fordern wollten.

Berufsbekleidung wird ebenso wie Alltagskleidung größtenteils unter menschenverachtenden Umständen hergestellt. Für die Produktion werden Arbeitskräfte von Unternehmen ausgebeutet, die sich nicht an die ILO-Kernarbeitsnormen halten. Getreu dem Motto „Gute Arbeit fairbindet“ fördern wir menschenwürdige Produktionsbedingungen und erhalten dafür hochwertige Arbeitsschutzkleidung für unsere Mitarbeiter, damit diese gute, sichere und „fair gekleidete“ Arbeit verrichten können.
Wir sind stolz darauf, dass wir den Weg der fairen Beschaffung von Berufskleidung eingeschlagen haben. Es ist wichtig, dass genau hinterfragt wird, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert wurde. Der Faire Handel schafft in den Herstellerländern viel Positives für die Angestellten und deren Familien. Die Anbieter halten internationale Arbeitsnormen ein: Sie müssen zum Beispiel eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden mit maximal zwölf freiwilligen Überstunden anbieten, einen existenzsichernden Lohn zahlen und geregelte Beschäftigungsverhältnisse garantieren. Darüber liefern die Hersteller Nachweise über Produktionsbedingungen und machen Transportwege transparent.
Der erste Teil der Zusammenarbeit zwischen FEMNET und Stadt war erfolgreich, denn die Zuschläge für Hosen, Schutzjacken und Winterwesten für den Gärtner- und Forstbedarf wurden an Produzenten und Händler vergeben, die entweder bereits glaubhafte Gütezeichen vorweisen können oder aber mit einem klaren Plan zugesichert haben, Schritte zur Umsetzung von Sozialmaßnahmen zu ergreifen.
In einem weiteren Schritt sollen nun alle Sportstättenpflegedienste, Bademeisterinnen und Bademeister mit fairer Dienstkleidung ausgestattet werden. Außerdem sollen fair produzierte Sportbälle für Bonner Schulen angeschafft werden.

Für Bonn, als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, ist es selbstverständlich Themen der Nachhaltigkeit auf den kommunalen Alltag runterzubrechen und umzusetzen. Auch in unseren Projektpartnerschaften mit Städten des Globalen Südens, wie z.B. Cape Coast in Ghana, La Paz in Bolivien und Buchara in Usbekistan kooperieren wir zu Themen der kommunalen Daseinsvorsorge, zu Klimaschutz und Klimaanpassung, im Bereich erneuerbare Energien und setzen gemeinsame Projekte um. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für eine globale nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel reist zur Klimakonferenz nach Warschau

KlimawandelIn Warschau verhandeln vom 11- 22. November Experten aus Industriestaaten, Schwellenländern und vom Klimawandel direkt betroffenen Nationen in Warschau über die Eckpunkte eines neuen weltweiten Vertrags zum Klimaschutz. Er soll bis 2015 ausgehandelt werden.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel: „Die Zeit drängt, wenn wird der Anstieg der Durchschnittstemperatur auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad begrenzt werden soll. Mit einer gelungenen Energiewende kann Deutschland weltweit eine Vorreiterrolle in der Klimaschutzpolitik spielen. Wir warten daher dringend auf ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Berlin und eine eindeutige Positionierung der neuen Bundesregierung zum Klimaschutzgesetz.“

Eine einschneidende Rolle für das Klima spielt auch der Verkehr. Er trägt mit ungefähr einem Sechstel der weltweiten Emissionen zur globalen Erwärmung bei.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel: „Ich werde in Warschau die Stadt Bonn auf dem Weg zur Ökomobilität vorstellen. Die Alternativen zum Auto in den Städten sind ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr und eine komfortable Rad- und Fußgängerinfrastruktur. Mit der Umsetzung des Strategiekonzeptes Fahrradhauptstadt 2020 sind wir hier in Bonn auf einem auch für andere Städte vorbildlichen Weg. Für den unvermeidbaren Autoverkehr brauchen wir klimaneutrale, schadstofffreie und lärmarme Fahrzeuge. Ich fahre selbst seit mehreren Jahren ein Hybrid-Fahrzeug und bin davon begeistert!“

Ein integriertes, intelligentes Verkehrssystem bildet eine optimale Ergänzung für umweltfreundliche Mobilität. Eine umfassende Strategie für Elektromobilität, die neben Elektroautos auch den Einsatz von Pedelecs, E-Bikes, Elektro-Roller und Hybridbusse vorantreibt, sind eine weitere wichtige Komponente nachhaltiger Verkehrspolitik, die den „Modal Split“ zugunsten umweltfreundlicher Verkehre erhöht.

Das Veranstalterland der diesjährigen Klimakonferenz, Polen, hat eine besondere Bedeutung in Europa.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel: „Polen verfügt über die steilste Entwicklungskurve aller osteuropäischen EU-Staaten. Die Geschwindigkeit der Modernisierungen lässt oft zu wenig Raum für die Nachhaltigkeit. Ich freue mich darüber, dass die UN-Vertragsstaatenkonferenz zum Klima 2013 in Polen stattfindet und dass das Städtenetzwerk ICLEI am Rande der COP einen Bürgermeistergipfel organisiert. Dadurch werden die Kräfte in Polen gestärkt, die sich für Umwelt und Nachhaltigkeit einsetzen. Ich werde mich am Rande der Konferenz auch mit einem Vertreter der polnischen Grünen treffen.“

Gespräch mit dem Preisträger des One World Award 2012, Bürgermeister Nacianceno Pacalioga von den Philippinen

Der Internationale „One World Award“ wurde 2008 ins Leben gerufen um Wege aufzuzeigen, die Chancen der Globalisierung zu nutzen, die Welt besser und fairer zu machen und als Lebensgrundlage für alle Menschen zu erhalten. Er wird alle 2 Jahre unter der Schirmherrschaft der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) vergeben. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro dotiert.

Bürgermeisterin Angelica M. Kappel: „aus der Gruppe der fünf Finalisten für den Preis wurde Nacianceno Pacalioga von den Philippinen, der als Bürgermeister mit ein ganzheitliches und erfolgreiches regionales Entwicklungsprojekt für eine Kommune mit über 40 Dörfern auf den Weg gebracht hat, ausgewählt. Ich freue mich sehr Herrn Pacalioga zu einem Erfahrungsaustausch hier in Bonn begrüßen zu dürfen. Er hat es geschafft gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung ein Programm für eine nachhaltige ökologische und ökonomische Entwicklung auf den Weg zu bringen, das endlich Perspektiven für die Menschen, von denen 90% unterhalb der philippinischen Armutsgrenze leben, bringt. Die biologische Landwirtschaft ist hierbei wesentlicher Stützpfeiler seines ganzheitlichen Konzeptes. Mittlerweile haben viele Menschen den Slums der größeren Städte den Rücken gekehrt und sind wieder in ihre Heimat zurückgezogen. Sein Projekt kann zum Vorzeigeprojekt für viele Kommunen in der einen Welt werden “

Uni-Campus Poppelsdorf/Nutzpflanzengarten: Gesetzliche Spielregeln gelten für alle

Zur anhaltenden Diskussion um den Nutzpflanzengarten der Universität Bonn in Poppelsdorf erklären die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel, der Vorsitzende des Planungsausschusses Rolf Beu und die umweltpolitische Sprecherin Stadtverordnete Brigitta Poppe:

Wir bedauern die Eskalation des Konflikts um den Nutzpflanzengarten der Universität Bonn. Im März diesen Jahres hatten wir von Seiten der schwarz-grünen Koalition ein konstruktives Gespräch mit dem Kanzler der Universität Dr. Reinhard Lutz und Prof. Maximilan Weigend, Direktor des Botanischen Gartens. Nach diesem Gespräch haben wir gemeinsam festgestellt:

„Einigkeit zum weiteren Vorgehen wurde wie folgt erzielt: die Kommunalpolitik behält ihr selbstverständliches Planungsrecht und wird im zu erstellenden Bebauungsplan Bau- und Grünflächen definieren. Ebenso selbstverständlich bestimmt die Universität autonom, wie sie diese Flächen im Einzelnen nutzt.“

Wir stehen weiterhin zu dieser gemeinsamen Feststellung und haben uns auch entsprechend verhalten. Denn das entspricht den gesetzlichen Spielregeln. Wir bedauern, dass sich die Universität nun veranlasst gesehen hat, den Nutzpflanzengarten – hoffentlich nur vorübergehend – zu schließen. Wir haben in den bisherigen Beratungen des Planungsausschusses keineswegs einseitige Beschlüsse gefasst, sondern sind z. B. in Fragen der Wegeführung auch Planungswünschen der Universität gefolgt. Eine zentrale, gradlinige Hauptwegeachse von Am Botanischen Garten/Karlrobert-Kreiten-Straße bis zum Mathematik-Zentrum Endenicher Allee/Kaufmannstraße ist auch für die Stadt Bonn von höchster Bedeutung

Wir würden uns freuen, wenn wir nun auch die Leitung der Universität, die ja keine private, sondern eine öffentliche Institution ist, davon überzeugen können, den Nutzpflanzengarten wieder zu öffnen. Ihre positive Verankerung im Bewusstsein der Bonner Bevölkerung würde dadurch gewinnen.