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Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen

120821-BonnMit dem Beschluss des »Behindertenpolitischen Teilhabeplans für die Bundesstadt Bonn« im Jahre 2011 hat sich die Stadt Bonn die Inklusion als großes Ziel gesetzt. Damit haben wir auch dazu beigetragen, die UN-Behindertenrechtskonvention – der wir uns als deutsche UNO-Stadt Bonn in besonderem Maße verpflichtet fühlen – umzusetzen.
Bereits im Leit­bild des Behindertenpolitischen Teilhabeplans wird dieses Ziel eindeutig umris­sen. Darin heißt es: „Die Bundesstadt Bonn versteht sich als inklusives Gemeinwesen. Das bedeutet: Wir wünschen und ermöglichen die selbst bestimmte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am Leben in der Stadt. Dabei anerkennen wir die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Bedürfnisse.“ – Kurz gesagt: Bonn will eine Stadt für alle sein!

In sieben verschiedenen Arbeitsgruppen wurden Visionen und 111 Handlungsempfehlungen erarbeitet, um den Inklusionsprozess in der Bundesstadt Bonn weiterzuentwickeln. Unter anderem gab es auch eine Arbeitsgruppe zum Thema »Arbeit«, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Politik, Behörden und Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Behinderung zusammensetzte.
In einem intensiven Austausch wurden für diesen Lebensbereich elf Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese Handlungsempfehlungen werden derzeit durch verschiedene Fachbereiche innerhalb der Verwaltung sowie weitere Akteure außerhalb der Verwaltung sukzessive umgesetzt.

Es ist unser Bestreben, als inklusive Gemeinschaft in Bonn jeden und jede mit seinen Fähigkeiten und Talenten am Gemeinschaftsleben teilhaben zu lassen.
Gerade Menschen mit Beeinträchtigungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Allgemeinwohl und zur Vielfalt der Gesellschaft. Daher wollen wir gemeinsam an ihrer uneingeschränkten Teilhabe arbeiten. In vielen kleinen Schritten beschreiten wir den Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft.
In diesem Prozess müssen wir auch lernen, eine »Behinderung« nicht als Defizit eines Einzelnen zu sehen. Behinderungen entstehen – so beschreibt es die UN-Behindertenrechtskonvention – „aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren“. Es ist daher unser aller Zukunftsaufgabe, diese Barrieren abzubauen!
Wir müssen unser Handeln an der Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Bedürfnisse ausrichten, nicht umgekehrt! Inklusion bedeutet nicht, alle Menschen gleich zu behandeln. Wir müssen darauf achten, dass Besonderes auch besonders behandelt wird – in der Einzigartigkeit und mit den individuellen Möglichkeiten und Ressourcen, die jeder Mensch hat.
Inklusion bedeutet, allen die gleichen Chancen einzuräumen, um sich mit ihren individuellen Möglichkeiten umfassend einzubringen.

In Bonn gibt es derzeit neun Integrationsunternehmen mit insgesamt 103 Arbeitsplätzen, davon sind 66 Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Schwerbehinderung und beson­derem Unterstützungsbedarf im Sinne des SGB IX besetzt. Die Integration von Menschen mit Behinderung, deren Teilhabe am Arbeitsleben und eine Beschäftigung auf dem regulären ersten Arbeitsmarkt sind in der Öffentlichkeit allgemein anerkannte gesellschaftliche Ziele. Hier leisten die Integrationsunternehmen einen wertvollen Beitrag.

Soziales Engagement und unternehmerische Verantwortung werden zunehmend als Wettbewerbsvorteil gewertet und wirken sich positiv auf die Außendarstellung der Unternehmen aus. Die Einstellung und Integration von schwerbehinderten Menschen im Unternehmen wirkt sich zudem positiv auf die gesamte Belegschaft aus. Somit kommt Integrationsunternehmen eine große sozialpolitische Bedeutung zu.