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Fussballbegegnungsfest „Ballkontakte“

mehmet-matur-muslimischeAuf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung oder Hunger kommen derzeit so viele Menschen zu uns wie seit Langem nicht mehr. Viele haben alles verloren und sind unter lebensgefährlichen Umständen geflohen. Auch bei uns in Bonn stehen junge Flüchtlinge vor großen Herausforderungen. Viele wissen nicht, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können.
Flüchtlinge leben in einer Notsituation – sie benötigen Solidarität und Unterstützung. Und doch tun wir gut daran, sie weniger als Opfer denn als Menschen wahrzunehmen: Mit Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen und einem großen Bedürfnis nach Frieden, Sicherheit und einer besseren Zukunft für sich und ihre Familie. Und nicht selten auch einer großen Leidenschaft zum Fußball.

Daher freue ich mich, heute als Bürgermeisterin der Stadt Bonn gemeinsam mit dem DFB-Integrationsbotschafter Jimmy Hartwig die Siegerehrung bei diesem besonderen Sportereignis vornehmen zu können. Unter dem Motto „Begegnung statt Vorurteile“ wurden heute Morgen alle Teilnehmerinnen und der Teilnehmer für die Mannschaften ausgelost. Dadurch entstanden vier aus Profis, Hobbykickern und Flüchtlingen bunt zusammengewürfelte Mannschaften. Die Spielerinnen und Spieler mussten sich aufgrund der zufälligen Mannschaftsaufstellung neu orientieren und versuchen miteinander zu kommunizieren.

Fußball ist nicht nur die weltweite Sportart Nummer eins, im Fußball finden sich auch alle Farben wieder. Diese Internationalität im Großen wie im Kleinen ist seine Besonderheit, seine Stärke und seine Verantwortung. Der Fußball hat unter den verschiedenen Sportarten eine Vorreiterrolle in der Integration und der Förderung des Miteinanders verschiedener Kulturen eingenommen. Unsere Fußballkultur ist bunt und bietet allen Menschen eine Heimat.
Dass der Fußball keine Unterschiede zwischen Kulturen, Religionen und Sprachen macht, ist Teil seiner Stärke und Faszination, aber auch seiner Verantwortung. Fußball kann nicht nur ein wenig Leichtigkeit in den Alltag vieler junger Flüchtlinge zurückbringen, er bringt auch Menschen spielerisch zusammen. Jungen Flüchtlingen kann er das Ankommen und Einleben erleichtern. Gerade der Fußball hat die Kraft, Menschen auch über kulturelle Unterschiede hinweg zusammenzubringen und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Er fördert die Begegnung, schafft Verständigung und baut wechselseitige Vorurteile im gemeinsamen Erleben ab.

Ich möchte mich an dieser Stelle beim Bundesministerium des Innern unter der Projektleitung von Frau Würtenberger bedanken, das in dieser Woche im Rahmen der Kampagne „Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus“ eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle, das heutige Fußballbegegnungsfest und die morgige Benefizveranstaltung im Pantheon organisiert hat. Alle drei Veranstaltungen bereichern unsere Bonner „Willkommenskultur“. Zudem entsprechen sie den Zielen, die sich der Rat und die Verwaltung der Stadt Bonn auf die Fahnen geschrieben haben. In der „Bonner Erklärung gegen Rassismus“, die der Stadtrat vor sechs Jahren beschlossen hat, wird diese Selbstverpflichtung unmissverständlich formuliert: „Wir gehen in unserer Stadt entschieden gegen Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus vor“ heißt es dort. „Unsere Stadt“, das schließt alle ein. In Bonn sind das Menschen aus 176 Nationen, zu denen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 18 UNO-Organisationen, von internationalen Konzernen sowie rund 4.000 ausländische Studierende gehören. Wir sind stolz auf die kulturelle Vielfalt unserer Bürgerschaft. Und es ist für uns als Stadt selbstverständlich, offensiv gegen diejenigen vorzugehen, die das offene und tolerante Klima, das wir hier in Bonn pflegen, gefährden könnten.

Deutscher Fechtertag 2014

Der Deutsche Fechter-Bund e.V. besteht als Spitzenverband aus 20 Landesverbänden und über 500 Vereinen. Es ist erfreulich, dass bei der heutigen Mitgliederversammlung alle Landesverbände durch Delegierte vertreten sind. Herzlich willkommen in Bonn!
Bonn und Fechten sind eng miteinander verknüpft. Nicht nur weil der Deutsche Fechter-Bund seinen Sitz beziehungsweise die Geschäftsstelle am Fechtzentrum Bonn hat. Das Fechtzentrum ist zudem Bestandteil des Olympiastützpunktes Rheinland sowie Bundes- und auch Landesleistungszentrum. Das Internat des Deutschen Fechter-Bundes, das auch am Bonner Stützpunkt untergebracht ist, ist eine der anerkanntesten und erfolgreichsten Einrichtungen der Nachwuchsförderung im deutschen Sport. Durch die Anbindung an das Fechtzentrum und den Olympiastützpunkt Rheinland erfahren die Internatsschülerinnen und Internatsschüler eine Förderung, die in ihrem Heimatverein kaum möglich wäre.

Der OFC, der Olympische Fechtclub Bonn, der der tragende Verein im Fechtzentrum Bonn ist, gehört zu den erfolgreichsten Clubs im Deutschen Fechterbund. Bonn ist neben Tauberbischofsheim Zentrum des Fechtsports in Deutschland. Hierauf sind wir sehr stolz!
Bonner Fechterinnen und Fechter haben bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften Fechtsportgeschichte geschrieben. Zudem richtet der OFC regelmäßig zahlreiche nationale und internationale Turniere wie beispielsweise den „Löwe von Bonn“ aus. Alljährlich kommt hierzu die Weltspitze im Florettfechten an den Rhein. Da viel Mühe und Engagement erforderlich ist, um solch ein Turnier erfolgreich ausrichten zu können, gilt mein ausdrücklicher Dank den Verantwortlichen, die jedes Jahr dafür Sorge tragen, dass die Teilnehmer auf perfekte Rahmenbedingungen stoßen.

Der Sport im Allgemeinen hat in unserer Stadt, neben vielen anderen Bereichen wie Internationalität, Wissenschaft und Kultur, eine Heimat. Und, dass das so bleibt, ist uns auch wichtig. Denn: Sport verbindet Jung und Alt, er ist ein wesentliches Element unserer Alltagskultur und unseres Lebensstils und er ist Ausdruck einer aktiven Bürgergesellschaft. Er hat eine hohe sozial-integrative Funktion. Es entstehen im sportlichen Miteinander Freundschaften auch über kulturelle Unterschiede hinweg. Man lernt, gemeinsam Siege zu feiern und Niederlagen zu verarbeiten. Man lernt, den fairen Umgang miteinander.
Wir haben daher in den vergangenen Monaten trotz knapper Kassen immer versucht, auch den Freizeit-, Leistungs-, Spitzen- und den Schulsport zu beleben und zu fördern. Das hat sich aufgrund der Haushaltslage leider oftmals als schwierig gestaltet. Wir konnten nicht mehr alles in dem Umfang finanzieren und fördern, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre.
Diese Situation hat sich nun nochmals dramatisch verschärft. Bonn ist eine wachsende Stadt und – wie man weiss – ist Wachstum teuer. Dies schlägt sich zum Beispiel in einem höheren Bedarf an Kindergärten und Schulen nieder, die wir entweder neu bauen oder erweitern müssen. Auch unser Haushalt wird stark durch die Konjunktur sowie die Entwicklung der Zinssätze beeinflusst. Wie andere Kommunen in NRW sind auch wir von einem sehr hohen Kommunalisierungsgrad betroffen, da im Gegensatz zu anderen Bundesländern in NRW mehr Aufgaben und damit auch mehr Ausgaben auf die kommunale Ebene verlagert werden. Dies schlägt sich auch in der Höhe der Kassenkredite nieder.

Eine Stadt ist immer nur so gut, wie das Zusammenwirken und Zusammenleben der Menschen, die in ihr leben. Daher sind wir sehr froh, dass sich zahlreiche Bonnerinnen und Bonner regelmäßig und mit großem Engagement für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Bei allen Projekten ist uns eine intensive Einbeziehung der Öffentlichkeit wichtig.

Zum Ende möchte ich gerne zwei Gratulationen aussprechen.
Zum einen an den Deutschen Fechter-Bund, der sich erfolgreich für zwei Weltmeisterschaften beworben hat: die erste Senioren WM in Deutschland im Jahr 2016 in Stralsund und die Fecht-WM im Jahr 2017 in Leipzig. Dies ist Anerkennung und Auftrag zugleich. Ich freue mich auf diese zwei hochkarätigen Turniere.
Zum zweiten möchte ich den Ehrenmitgliedern Frau Erika Dienstl, Herrn Max Geuter und Herrn Wolf Dieffenbach ganz herzlich zur Aufnahme in die „Hall of Fame“ des Welt-Fechtverbandes FIE gratulieren. Herzlichen Glückwunsch!

Römerbad: Bankrott-Erklärung für die Stadtspitze

Zu der aktuellen Mitteilung des Oberbürgermeisters, das Kinderbecken im Römerbad nun erneut nicht bauen zu wollen, teilt Rolf Beu (bisheriger sportpolitischer Sprecher, GRÜNE Stadtratsfraktion) mit:
„Bei diesem ständigen Theater rund um die Bonner Bäder kann man nur noch den Kopf schütteln und Oberbürgermeister Nimptsch und seinem Verwaltungsvorstand und dem Sport- und Bäderamt fast Absicht unterstellen. Ursprünglich ging die Kostenschätzung des Sport- und Bäderamts von Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro für den Bau des Kinderbeckens im Römerbad aus. Im letzten Jahr wurde dann mitgeteilt, dass die Kosten für das gleiche Kinderbecken auf inzwischen über 900.000 Euro veranschlagt würden. Die politischen Gremien akzeptierten diese Kostensteigerung nicht und reduzierten den Bauumfang der Maßnahme auf von der Stadtverwaltung berechnete ‚nur‘ noch 612.000 Euro. Doch dass sich nun auch diese Kalkulation als völlig an den Angebotspreisen vorbei fehlerhaft herausstellt, gleicht einer Bankrott-Erklärung für den Oberbürgermeister und seine Stadtverwaltung.”

Die Bonner Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel (GRÜNE) ergänzt: „Fakt ist, dass die vielen Kinder im Bonner Norden nun endlich ein Kinderbecken im Römerbad brauchen. Seit unserem Beschluss, dass alle Freibäder in Bonn gesichert sind, und dem Beschluss, das dringend notwendige Kinderbecken im Römerbad prioritär zu bauen, sind nun bereits wieder über 1,5 Jahre vergangen, ohne dass es wirklich vorwärts gegangen ist. Dafür wurden – ohne politischen Beschluss – 200 000 Euro für das Ennertbad ausgegeben, eine Benachteiligung der minder Privilegierten im Bonner Norden.
Statt nun einfach mitzuteilen, dass die Maßnahme teurer als gedacht wird, hätten wir uns vom Oberbürgermeister und seiner Verwaltung Lösungsvorschläge im Sinne der Kinder gewünscht. Nicht immer nur den Kopf schütteln und sagen, dass Etwas nicht geht, sondern Vorschläge und Ideen erarbeiten, um den Problemen zukunftsorientiert zu begegnen. Ähnliches haben wir ja nun gerade erst in Bezug auf die Öffnung der Bonner Freibäder erlebt, als die Verwaltung auch einfach nur mitteilte, dass sie nicht alle Freibäder öffnen kann. Erst nach öffentlichem Druck und einer Reihe von politischen Anträgen tauchten Lösungsvorschläge und plötzlich auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, um die Freibäder nun, wenn auch viel zu spät, zum Glück doch noch alle zu öf

Kinderbecken im Römerbad: Optimierung der Planung war sinnvoll

Neubau steht nun nichts mehr im Weg

Zu den nun aktualisierten Planungen des Sport- und Bäderamts für den Neubau des Kinderbeckens im Römerbad stellen Stadtverordneter Willi Härling (Sportausschussvorsitzender, CDU) und Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel (örtliche Stadtteilpolitikerin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN) fest:

„Blind durch gewunken und ab genickt hätten die SPD und die übrigen Oppositionsparteien die ursprünglichen Planungen vor der Sommerpause. Doch wie sich jetzt zeigt, war die Intervention der schwarz-grünen Ratskoalition zu den Kosten sehr sinnvoll. Denn die von CDU und GRÜNEN geforderte Optimierung der Pläne hat in der Tat eine spürbare Kostenersparnis ergeben.

Statt der im Juli noch geplanten rund über 900.000 Euro Kosten kommt das Sport- und Bäderamt nun mit nur noch rund 613.000 Euro für den Neubau aus. Eine von den schwarz-grünen Finanzpolitikern erhoffte deutliche Ersparnis konnte damit in etwa erreicht werden. Wir freuen wir uns, dass in Zeiten knapper kommunaler Haushalte nun immerhin rund 300.000 Euro eingespart werden konnten.

Dieses Beispiel zeigt, dass es richtig war und auch in Zukunft Sinn macht, bei Kostenrechnungen und Planungen ruhig nochmal genau nachzurechnen und nicht alles blind zu glauben und ab zunicken.“

Der Baubeginn für das dringend benötigte neue Kinderbecken im Römerbad kann nun umgehend erfolgen, damit es zur neuen Freibadsaison 2014 auch sicher fertig ist und genutzt werden kann.

Dazu Willi Härling und Bürgermeisterin Kappel: “Für viele Familien im Bonner Norden ist das Römerbad der Ersatz für einen teuren Badeurlaub in südlichen Ländern. Wir wollen umgehend eine Verbesserung der Lebensqualität für diese Bürger herstellen. Eine weitere Verzögerung ist nicht akzeptabel.”