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Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel vertritt die Stadt Bonn bei der Biodiversitätenkonferenz 2012 in Hyderabad

Vom 11. bis 17. 10. findet in Hyderabad die Biodiversitätskonferenz 2012 in Hyderabad statt, auf der Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel das Biodiversitätsprogramm der Stadt Bonn vorstellen wird.

Angelica M. Kappel: „Der Rat der Stadt Bonn hat am 29. April 2010 die Unterzeichnung der Deklaration „Biologische Vielfalt in den Kommunen“ beschlossen. Mittlerweile haben über 200 Kommunen diese Deklaration unterzeichnet. 2011 wurde ein Aktionsbündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt e. V. gegründet, als Plattform zur interkommunalen Zusammenarbeit gegründet. Bonn ist Sitz des IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) und hat bereits im Jahre 2010 der Verwaltung den Auftrag zur Entwicklung eines lokalen Biodiversitätsprogrammes erteilt, das auf einen Zeitraum von 10 Jahren ausgelegt ist. Es umfasst zahlreiche Aktivitäten mit dem Ziel, die Genetische Vielfalt zu bewahren, die vorhandenenen Arten zu schützen und Lebensräume zu erhalten. Beispielhaft sind auch die Aktivitäten der Stadt Bonn zum „Grünen C, das Wissenschaftsbündnis BION und Städtepartnerschaften mit EineWeltLändern (La Paz und Cape Coast). Die Teilnehmerländer in Hyderabad können also in vielen Punkten von unseren Bonner Erfahrungen profitieren.“

World Wind Energy Conference tagt in Bonn

Vom 3. bis 5. Juli 2012 findet im World Conference Center Bonn die elfte World Wind Energy Conference (WWEC) statt. Die Veranstalter World Wind Energy Association (WWEA) und der Bundesverband WindEnergie (BWE) werden hierbei von weltweit führenden Organisationen im Bereich Erneuerbare Energien unterstützt. Das Programm der WWEC 2012 präsentiert 200 Einzelvorträge aus 40 verschiedenen Ländern, mit Referenten aus allen Kontinenten. Die Vorträge behandeln alle Aspekte der Nutzung von Windenergie, ein Hauptthema sind „Bürgerwindparks“.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel:

Ich freue mich sehr, die Teilnehmer der Konferenz hier in Bonn begrüßen zu dürfen.

Der global wie lokal dramatische – Klimawandel ist eine Herausforderung für die ganze Welt. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, der urbane Raum ist für drei Viertel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Kommunaler Klimaschutz ist deshalb einer der wichtigsten Hebel zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen.

Der Bundesstadt Bonn als Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen und als Mitglied des ICLEI-Städtenetzwerks kommt eine wichtige Vorbildfunktion zu. Die schwarzgrüne Koalition im Bonner Stadtrat deshalb hat einen Masterplan für den kommunalen Klimaschutz auf den Weg gebracht, der die Stadt verpflichtet nach dem Vorbild der Bundesregierung und unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der Klimaforschung die CO2-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um 90 bis 95 % gegenüber 1990 zu senken. Als mittelfristiges Ziel wird eine Reduzierung der Emissionen um 40 % bis 2020 angestrebt.

Diese ehrgeizigen, aber notwendigen Ziele erfordern ein ambitioniertes, gut geplantes Vorgehen. Wie die Ergebnisse einer Studie Energieregion Rhein-Sieg zeigen, ist das Ziel einer CO2-freien Energieversorgung erreichbar. Für seine Realisierung ist jedoch eine regionale Kooperation unerlässlich, da nur in der Region die Flächen bereitstehen, die zur Energieerzeugung z.B. aus Windkraft und Biomasse benötigt werden. Von der Konferenz gehen wichtige Impulse aus, von denen auch die KlimaAkteure vor Ort profitieren werden.“

Biodiversität: Großem Ansiedlungserfolg jetzt gerecht werden

Bonn ist seit wenigen Tagen der Sitz eines weiteren Un-Sekretariats, des Internationalen Sekretariats für Biodiversität IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services).

Das ist zweifellos ein großer Ansiedlungserfolg der Stadt Bonn, die sich bei der großen internationalen Biodiversitätskonferenz im Jahre 2008 als gute Gastgeberin erwiesen hat. Das Begleitprogramm von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen unter dem Label ‚Planet Diversity’ hat den internationalen Gästen seinerzeit gezeigt, dass Biodiversität in unserer Stadt nicht nur eine Angelegenheit von Sonntagsreden sondern auch von gesellschaftlicher Alltagsarbeit ist.
Auf der UN-Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversität 2010 in Japan habe ich feststellen können, wie wichtig die Rolle der Städte sind. Die Städte sind die Orte des Handelns. Interkommunale Netzwerke wie ICEI/LAB haben einen unschätzbaren Wert. Bonn ist Teil dieses Netzwerkes. Die neue UN-Organisation muss nun auch unser lokales Wirken beflügeln.

Die Chance, die eine solche Ansiedlung bietet, gilt es nun auch für die Weiterentwicklung der Biodiversität in unserer Stadt zu nutzen. Die Ratskoalition hat bereits im Jahre 2010 der Verwaltung den Auftrag zur Entwicklung eines lokalen Biodiversitätsprogramms erteilt. Das muss nun mit Nachdruck bearbeitet werden.
Ebenso muss der Artenschutz bei der Erstellung von Bebauungsplänen stärker berücksichtigt werden. Entsprechende Einwendungen von Umweltverbänden sind keine von diesen ausgedachte Ideen, sondern fordern in der Regel die Einhaltung von geltendem nationalen und internationalem Recht ein. Eine gute Gastgeberin des IPBES wird solchen Einwendungen in Zukunft ein größeres Gewicht geben müssen.

Der Kampf um die Biodiversität wird in den Städten entschieden

Interessant und erfolgreich war der City Biodiversity Summit 2010 anlässlich der 10. UN-Konferenz für Biodiversität (COP 10), die vom 18. bis 29.10 in Nagoya/Japan stattfand.
Über 500 Teilnehmer aus über 50 Städten waren auf der Bürgermeisterkonferenz vom 24. bis 26. Oktober vertreten. Die Stadt Bonn gehört dem Lenkungskreis der Städte an, die sich 2008 zur globalen Partnerschaft „Städte und Biodiversität” zusammengefunden haben. Zusammen mit Kollegen aus der Gastgeberstadt Nagoya, aus Montréal und aus Curitiba konnte ich in Japan die Bedeutung der Städte im globalen Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt hervorheben. <Pressemeldung>

Es hat mich besonders gefreut, so viele Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter kennenzulernen, die sich dem Thema Umwelt und nachhaltige Entwicklung mit Hingabe widmen. Allen voran geht mit grossem Engagement der Bürgermeister von Montréal, Gerard Tremblay. Die Städte Curitiba, Nagoya und Bonn haben zudem gemeinsam, dass sie Veranstaltungsorte einer UN-Konferenz zur Biodiversität sind oder waren und daraus Impulse und Netzwerke für die Umweltpolitik vor Ort gewinnen konnten. Auch die internationalen Beziehungen der Stadt Bonn werden durch Aktivitäten zum Erhalt der Biodiversität belebt. Bonn unterstützt seine Partnerstadt la Paz in Bolivien in einem Projekt des Lifeweb-Programms des CBD.

Ingesamt war der Städtegipfel in Nagoya ein grosser Erfolg. Der von den lokalen Akteuren entwickelte und verabschiedete Aktionsplan wurde nach intensiven Verhandlungen von den Vertragsstaaten auf der COP10 angenommen.

Wie das Foto zeigt, wurden auch die bilateralen Beziehungen zwischen Bonn und Nagoya ausgebaut.

Besuch beim Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC)

Gestern besuchte ich das Bonn International Center for Conversion (BICC) in den neuen Räumlichkeiten in Endenich. Das Zentrum fördert Frieden und Entwicklung. BICC zählt zu den führenden deutschen Friedensforschungsinstituten. Das BICC betreibt anwendungsorientierte Forschung, Beratung und Kapazitätenaufbau in Themen wie Kleinwaffenkontrolle, Demobilisierung und Wiedereingliederung, widmet sich ebenso Abrüstungsfragen und der Kontrolle des Rüstungsexports. Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zum drittgrößten Rüstungsexporteur der Welt entwickelt – eine erschreckende Tatsache, die durch das BICC bekannt gemacht wird.

Peter J. Croll, Direktor des BICC, und seine Mitarbeiter stellten die aktuellen Projekte des BICC vor und nutzten die Gelegenheit zur Formulierung einiger Wünsche an die Stadt Bonn. So wird es sicher in naher Zukunft eine städtische Ausstellung mit Fotomaterial zu Konversitionsthemen geben.
Zudem haben die Direktoren des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) und des Ausbildungs- und Forschungsinstituts der Vereinten Nationen UNITAR, Peter Croll und Carlos Lopes, in einem ‚Memorandum of Understanding’ Eckpunkte einer künftigen Zusammenarbeit vereinbart. Angedacht ist u.a. eine Kooperation zu den Themen Frieden, Sicherheit und Migration. Ich hatte die Ehre bei der Unterzeichnung anwesend zu sein.

UNITAR wurde 1965 als autonome Körperschaft der UN gegründet. Das Mandat des Instituts ist, die Effektivität der UN und ihrer Mitgliedstaaten in den Bereichen Umwelt, Regierungsführung sowie Frieden und Sicherheit zu verbessern. Es ist eine Bereicherung der UN-Stadt Bonn zukünftig eine ständige Präsenz dieser Institution in Bonn aufweisen zu können. Zudem wird UNITAR ebenfalls die Wissenschaftsstadt Bonn bereichern durch Bildungsangebote im Bereich Frieden und Migration.