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Generalversammlung 2015 der Görres-Gesellschaft

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Die Generalversammlung der Görres-Gesellschaft 2015 findet in Bonn statt und die festliche Eröffnung in der Aula der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Ich heiße alle Teilnehmer zunächst einmal herzlich willkommen! Als Bürgermeisterin berichte ich gerne einige Fakten zu mehr oder weniger aktuellen Geschichte der Stadt.

Bonn wurde in der 2000-jährigen Stadtgeschichte von unterschiedlichsten Einflüssen und Ereignissen geprägt: Von der Herrschaft der Römer und der Kurfürsten, von der Musik Ludwig van Beethovens, von der Kunst August Mackes und natürlich von der Bundespolitik seit Konrad Adenauer.
Heute leben und arbeiten hier rund 320.000 Menschen aus über 180 Nationen friedlich zusammen. In den Einrichtungen der Vereinten Nationen und bei den rund 150 Nichtregierungsorganisationen, die in Bonn ihren Sitz haben, wird an den Themen gearbeitet, die für die Zukunft unserer Welt entscheidend sind: Klima- und Umweltschutz, menschliche Sicherheit bei und Frühwarnung vor Naturkatastrophen.
Als zweites politisches Zentrum Deutschlands nimmt Bonn wichtige gesamtstaatliche Aufgaben wahr.
In unserer Stadt haben sich in den letzten Jahren zahlreiche neue Institute, Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen etabliert. Eingebettet in das von den Städten Aachen, Bonn und Köln (Cologne) gespannte Dreieck der „ABC-Region“, die als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft in Europa gilt, hat unsere Stadt sich einen internationalen Ruf als Wissenschaftsstadt erarbeitet.
Auch die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität trägt hierzu maßgeblich bei. In ganz vielen Bereichen ist sie zudem ein wichtiger und unverzichtbarer Bildungspartner für die Stadt. Hierfür sind wir sehr dankbar, denn Bildung ist unser Kapital.
Das Kapital unserer Stadt, das sind die überdurchschnittlich vielen gut ausgebildeten Menschen. Sie erarbeiten das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Nordrhein-Westfalen. Für mehr als 25 Prozent der Arbeitsplätze in Bonn wird ein Hochschulabschluss erwartet – das ist doppelt so viel wie anderswo. Da ist es gut, dass fast ein Drittel unserer Einwohner über 15 Jahre einen Hochschulabschluss hat; auch das ist mehr als doppelt so viel wie anderswo. Und mehr als die Hälfte unserer Einwohner über 15 Jahre hat eine Hochschulzugangsberechtigung; zum Vergleich: in NRW sind es nur 30 Prozent. Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut erteilte bei seinem Städteranking Bonn Bestnoten im Bereich Bildung. Dies ist Anerkennung und Ansporn zugleich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich in unserer Stadt Spitzenforschung und eine dynamische Dienstleistungsbranche mit rheinischer Lebensfreude verbinden. Die wunderbare Landschaft trägt ihr Übriges dazu bei, dass sich hier nicht nur die Bonnerinnen und Bonner, sondern auch die zahlreichen Gäste unserer Stadt, wohlfühlen. Bonn ist vielseitig, Bonn ist spannend und Bonn ist lebendig. Ich hoffe sehr, dass alle Teilnehmer ger Generalversammlung in den kommenden Tagen noch Gelegenheit haben werden, unsere Stadt zu entdecken. Dabei wünsche ich Ihnen viel Freude! Der Generalversammlung wünsche ich gutes Gelingen!

Der Kampf um das Deutsche Museum Bonn (DMB) geht weiter

Al Chwarizmi, der Begründer des Begriffs Das Deutsche Museum Bonn ist ein wichtiger – vielleicht sogar unverzichtbarer – Bestandteil der Wissenschaftsstadt Bonn. Die Koalition im Rat der Stadt Bonn hat mit der Verabschiedung des Haushaltes im April mehrheitlich das Ende der Finanzierung der Wissenschaftskommunikationsplattform beschlossen. Ich habe, als Wissenschaftspolitikerin und langjährige Unterstützerin des Deutschen Museums Bonn, persönlich den Kürzungsbeschluss nicht mitgetragen und dem Haushalt daher nicht zugestimmt.

„Mehrheit“ ist nicht gleichzusetzen mit „Alle“. Der mehrheitliche Beschluss ist in den Fraktionen kontrovers diskutiert worden. Daher gibt es immer noch Hoffnung für das DMB! Schon jetzt ist mit dem gültigen Beschluss vorgesehen, die Personalstellen weiterzufinanzieren. Zur Diskussion steht an erster Stelle die aktuelle Liegenschaft im Wissenschaftszentrum, die mit ihrer Grösse einen enormen Mietkostenaufwand bedeutet.

Die Bedeutung des DMB geht weit über die Kommune hinaus! Vor allem muss immer wieder klar gestellt werden, dass der Fokus des Hauses nicht die Dauerausstellung als „Museum“ ist! Der Wert des Hauses liegt in der Funktion der Vermittlung von Wissenschaft, als ausserschulischer Bildungsort, als Kommunikationsplattform zwischen wissenschaftlichem „Elfenbeinturm“ und der Gesellschaft. Dies manifestiert sich in themenbezogenen Ausstellungen, in Vorträgen, in Veranstaltungen u.v.m.
Der naturwissenschaftlich-technische Bereich und die sogenannten MINT-Fächer werden durch das DMB gestärkt, wodurch wiederum ein Schwerpunkt Bonns, die IT-Stadt, gefördert wird. Im IT-Bereich fehlt immer noch eine angemessene Beteiligung von Frauen und Mädchen, da diese in den herkömmlichen Bildungsgängen meist nicht in der richtigen Weise angesprochen werden. Diese Lücke wird teilweise vom DMB geschlossen.

Während das Deutsche Museum München aus Bundes- und Landesmitteln finanziert wird, wird ein Haus dieser ausserordentlich Bedeutung und Strahlkraft in Bonn ausschliesslich durch den Kommunalhaushalt getragen. Ahnliche Häuser an anderen Orten haben mehrere Träger! Daher begrüsse ich den Vorstoss der regionalen Wirtschaft, ausgesprochen durch die IHK Bonn/Rhein-Sieg, ausserordentlich! Ein Förderverein der Industrie für das DMB ist ein Schritt in die richtige Richtung! Wenn es es ernsthafte Vorschläge zur Mitfinanzierung des deutschen Museum Bonn gibt, werden sich die Grünen im Rat der Stadt Bonn einer Weiterführung der Wissenschaftskommunikationsplattform nicht verweigern.

MBA-Graduierungsfeier der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe

Graduierungsfeiern der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe gehören zu den schönen Aufgaben einer Bürgermeisterin. Ich durfte schon häufig dabei sein, um die Grüße der Stadt Bonn zu überbringen. Dies ist mittlerweile Tradition.

Auf den heutigen Tag haben die Absolventinnen und Absolventen ganz sicher sehnsüchtig gewartet. Mit Fleiß, Ausdauer und vermutlich manchmal auch unter Zurückstellung privater Interessen haben sie sich dem Master-Studiengang „Management of Financial Institutions“ gewidmet. Heute erhalten sie ihre Urkunden und dürfen verdientermaßen den Erfolg feiern. Herzlichen Glückwunsch! Mit ihnen freuen sich die Partnerinnen und Partner und ihre Familien. Alle haben in den vergangenen Jahren sicherlich so manche Stresssituation miterlebt… Aber: alle Aufregung ist nun vorbei.

Das praxisnahe MBA-Studienangebot bietet Nachwuchskräften der Finanzwirtschaft eine maßgeschneiderte akademische Aus- und Weiterbildung für anspruchsvolle Führungs- und Managementaufgaben. Das berufs- und ausbildungsbegleitende Studienkonzept gewährleistet eine konstant hohe Qualität in Lehre und Studium. Durch Ihren Einsatz haben Sie in Ihre Zukunft investiert, denn: mit diesem Abschluss und durch die inhaltlichen Schwerpunkte Ihres Studiums sind Sie jetzt hervorragend qualifiziert für eine Laufbahn in der Finanzwirtschaft. Der heutige Tag ist daher auch ein Grund, stolz auf das Erreichte zu sein. Stolz auf sich zu sein.

Herr Professor Heitzer und sein Kollegium haben den Absolventinnen und Absolventen alles Notwendige an die Hand gegeben, so dass die Ausgangssituation für alle Absolventinnen und Absolventen sehr gut ist. Daher gelten der Dank und meine Anerkennung am heutigen Tag auch der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe. Deren Angebote sind das beste Beispiel für berufsintegrierte Bildung auf hohem Niveau.

Die „University of Applied Sciences – Bonn“ ist zu Recht ein wichtiger Bestandteil des Bildungsstandortes und des Wissenschaftsstandortes Bonn. Der Wissenschaftsstandort ist durch Internationalität und Vielseitigkeit gekennzeichnet, angefangen bei der Universität Bonn und den Fachhochschulen der Region bis hin zu den internationalen Forschungsinstituten und den Zentralen wichtiger Wissenschaftsorganisationen wie der Alexander-von-Humboldt-Stiftung oder des DAAD. Durch das Zusammenwirken dieser Organisationen und Wissenschaftseinrichtungen ist es möglich, besonders hochwertige Forschungsergebnisse zu erzielen. Und wir wollen diese Ergebnisse auch international sichtbarer machen. Unsere Stadt hat sich bereits heute zu einem gefragten Konferenzstandort entwickelt. Im Bonner Tagungskalender stehen zahlreiche internationale Konferenzen und eine zentrale Rolle wird künftig das World Conference Center Bonn spielen, dessen Erweiterungsbau wir in diesem Jahr eröffnen werden.

Ich möchte die Absolventinnen und Absolventen gerne anregen in ihren künftigen Positionen neben den Blick auf den eigenen Erfolg auch die Bereitschaft zu setzen, Verantwortung zu übernehmen. Die Verantwortung im eigenen Unternehmen; der Unternehmensphilosophie, den Menschen im Unternehmen und gemeinsamen Leitbildern gegenüber. Aber auch der Verantwortung für Mensch, Umwelt und Zukunft.

Bonn-Aachen International Center for Information Technology (b-it): Emeritierung Prof. Dr. Cremers

„Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich.“ Diese Erfahrung ist schon recht alt und wurde oftmals wiederholt, der zitierte Satz stammt aus einem Brief von Schiller an Goethe.

Armin. B. Cremers 1977 am Lehrstuhl Informatik 6 der Universität Dortmund

Armin. B. Cremers 1977 am Lehrstuhl Informatik 6 der Universität Dortmund

In der Tat ist der Wechsel an der Spitze einer Institution immer ein Ereignis. Wenn derjenige, der von der Arbeit Abschied nimmt, um im Schillerschen Sprachgebrauch zu bleiben, zugleich auch der Gründungsdirektor ist, dann ist das Ereignis des Ausscheidens ein ganz besonderes. Herr Professor Cremers war maßgeblich für die Konzipierung der Idee von b-it, für die Gründung, die Umsetzung und die weitere Entwicklung verantwortlich.

Heute erscheint es „normal“, dass verschiedene Hochschulen – Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen – gemeinsam ein Thema bearbeiten und in diesem Bereich lehren – zu Gründungszeiten des b-it war dies nicht selbstverständlich. Als Gründungsdirektor hat Prof. Dr. Cremers für die Universität Bonn gemeinsam mit seinen Kollegen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der RWTH Aachen und des Fraunhofer-Institutszentrums Birlinghoven die Zusammenarbeit ermöglicht. Die Gründung im Jahr 2002 war Dank des Landes Nordrhein-Westfalen sowohl hinsichtlich der finanziellen und räumlichen Ausgestaltung als auch der konzeptionellen Begleitung, der Förderung als Projekt des Bonn-Berlin-Ausgleichs und dem Einsatz der das b-it mittragenden Hochschulen und Forschungseinrichtungen möglich. Dem Land gilt daher auch ein besonderer Dank für die permanente Unterstützung von b-it seit der Stiftungsgründung.

Apropos Bonn-Berlin-Ausgleich: ca 2/3 der Ausgleichsmittel sind in die Wissenschaft geflossen. Nach der Stiftung Caesar und der Gründung der Fachhochschulen steht an 3. Stelle das b-it. Darin spiegelt sich auch eine Schwerpunktbildung in der Stadt Bonn. Von dem damals diskutierten 5-Säulen-Modell für den Stukturwandel haben sich die Säulen Wissenschaft und Internationales als besonders tragfähig erwiesen (und sind meine politischen Schwerpunkte). Und das B-IT steht ganz exemplarisch für die Verknüpfung dieser beiden Themen.

Verschiedene Masterstudiengänge und Exzellenzprogramme wurden aufgebaut, und ganz im Sinne des Bologna-Prozesses international ausgerichtet. Die Unterrichtssprache ist Englisch und die Studierenden kommen aus aller Welt, um sich u.a. in den Bereichen Life Science Informatics, Media Informatics und Autonomous Systems zu qualifizieren und weiterzubilden. Dabei wurden die Räumlichkeiten von B-IT von Anfang an auch weiteren Interessierten für den wissenschaftlichen Austausch in Konferenzen oder Workshops zur Verfügung gestellt, auch das will ich an dieser Stelle anerkennend erwähnen. Dies gilt insbesondere auch für die Kooperation mit Schulen. Der erst kürzlich stattfindende Schüler-Kryptotag zeigt, dass das B-IT – entgegen mancher Meinung – keine elitäre Bildungseinrichtung ist, sondern sich auch nach aussen (unten) öffnet. Ich möchte meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass solche Ereignisse auch in Zukunft noch Bestand haben werden!

Herr Prof. Cremers steht nicht nur für die Ausgestaltung von B-IT in der heutigen Form. Er steht immer auch für die Einbindung in die gesamte Wissenschaftsregion. Durch seine vielfältigen Kontakte kann er durchaus als weltweites Netzwerk betrachtet werden. Prof. Dr. Cremers verkörpert Forschung und Lehre in besonderer Weise. Er kann auf über 40 Jahre Dozententätigkeit zurückschauen und war in zahlreichen Fachgesellschaften und Kuratorien wissenschaftlicher Institute tätig. Die Lehrtätigkeiten für internationale Studierende waren ihm besonders wichtig. Als Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Bonn und als Prorektor für Planung und Finanzen warb er zusammen mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Disziplinen zahlreiche Forschungsprojekte ein und förderte so auch den Einsatz der Informationstechnologie in anderen Fachbereichen. Herr Prof. Dr. Cremers war sich dabei nicht nur seiner Verantwortung für die Wissenschaft bewusst, sondern hatte immer auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter im Blick. Eine nicht unmittelbare, aber dennoch kausale Folge seiner Entscheidung Ende der 1980er Jahre den Ruf nach Bonn anzunehmen ist, dass ich als Bürgermeisterin der Stadt Bonn die Grüße und besten Wünsche der Stadt überbringen darf. Denn auch ich gehöre zu denen, die sich vor ca. einem Vierteljahrhundert auf den Weg von der Ruhr an den Rhein gemacht haben. Darüber freue ich mich sehr und möchte auch ganz persönlich meine Verbundenheit aussprechen. Unerheblich, wo der Weg ihn hinführt, hoffe ich, dass Bonn für Herrn Prof. Dr. Cremers immer eine zweite Heimat bleibt. Ich wünsche ihm alles Gute und gutes Gelingen für anstehende Projekte und – nicht zuletzt – in allen persönlichen Dingen.

In Bonn sind ca. 10.000 IT-Beschäftigte angesiedelt. Der Anteil der IT-Beschäftigten an den Gesamtbeschäftigten liegt mit 6,1% ausgesprochen hoch. Nach einer Untersuchung der Europäischen Kommission zu „Europäischen Zentren der IT-Exzellenz“ belegt Bonn bei den deutschen Städten einen guten vierten Platz, dem nur noch die Städte München, Karlsruhe und Darmstadt voranstehen. Persönlich wünschte ich mir, dass Bonn in der Sichtbarkeit aus diesem Faktum mehr herausschlägt !
In Bonn bildet das Thema IT-Sicherheit und Cybersecurity einen ausgeprägten IT-Schwerpunkt – nicht nur in der Wissenschaft. Neben der Deutschen Telekom beschäftigen sich auch zahlreiche mittelständische Unternehmen mit diesen Ansätzen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat seinen Sitz in Bonn und soll in naher Zukunft ausgebaut werden.
Es wird deutlich, dass sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Zukunft ergeben. Die Stadt Bonn möchte die Zusammenarbeit gerne weiter führen und zusammen mit dem neuen wissenschaftlichen Direktor, Herrn Prof. Dr. Wrobel, fortentwickeln. Dass ein Vertreter der Stadt zum Führungswechsel im b-it eingeladen ist, ist – denke ich – auch ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bonn und dem Bonn-Aachen International Center for Information Technology.

Podiumsdiskussion: Intelligente Dinge – Helfer oder Herrscher?

follow meGestern fand in der Bundeskunsthalle die dritte Veranstaltung der Talkreihe zur Digitalen Gesellschaft „Follow Me“ statt.  Das Thema „Intelligente Dinge – Helfer oder Herrscher?“  war spannend: wie weit lasse ich mich als Mensch auf die neue Technik ein?  Wie weit bin ich bereit, Verantwortung an eine autonome Maschine abzugeben?  Wie sind sie Geschäftsmodelle  der digitalen Gesellschaft? Die Veranstaltung überrraschte mich qualitativ, vor allem durch die gute Besetzung des Podiums. Auch der Moderator machte einen ausgesprochen guten Job, selbst wenn er sich zeitweise an dummen frauendiskriminierenden Klischees festhielt.

Constanze Kurz,  Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Club in Berlin, gab die erfrischendsten Statements zum Thema ab. Ihre Position sagt, dass die Annehmlichkeiten neuer technischer Errungenschaften nicht abzulehnen seien.  Sie forderte jedoch klare Regelungen zur IT-Sicherheit und transparente Geschäftsmodelle.

Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TU München, überzeugte mich gutem technischen Fachwissen und einer klar definierten Ethik, die jedoch nicht technikfeindlich ist. Er kritisierte, dass der Mensch die Technik an sich selbst misst, sich also zum Maß der Dinge macht, ohne zu hinterfragen, ob es nicht intelligentere Systeme gibt als den Menschen.

Rein Wolfs, Kunsthistoriker und Intendant der Bundeskunsthalle Bonn, machte Aussagen zur Autonomie der Kunst und künstlerischer Objekte. Auch in der Kunst kennt man den Begriff der Verselbstständigung der Dinge.

Angelica und WolframWolfram Burgard, Professor der Informatik und Robotik an der  Universität Freiburg und  ehemaliger Kollege an der Universität Bonn, zeigte die aktuellen Trends in der autonomen Robotik auf. Sein Credo lautet, dass man vorurteilsfrei und angstfrei an die „neuen Helfer“ herangehen sollte. Der Mensch kann sich durch neue Technik auch selbst verbessern.  Es hat mich sehr gefreut, dass wir nach der Podiumsdiskussion noch kurz die Gelegenheit hatten private Erinnerungen auszutauschen!

Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 von der DFG in Kooperation mit dem Deutschen Museum Bonn.  Ein weiteres schönes Stück Wissenschaftskommunikation in  Bonn. Wir brauchen mehr davon!